Dieselpreise steigen auf 2,50 Euro: Autofahrer und Landwirte sind total entsetzt
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken derzeit nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag.
Im bundesweiten Mittel kostete Diesel am Sonntag rund 2,29 Euro je Liter und damit ebenso so viel wie drei Tage zuvor, jedoch rund 10 Cent mehr als Ende August. Super E10 koste im bundesweiten Mittel am Sonntag rund 2,24 Euro je Liter und damit auch so viel wie beiden tage zuvor und 10 Cent als Ende August. Und die Preise könnten noch weiter steigen – denn vor allem die Preise für Gasöl – den Ausgangstoffe für Diesel und Benzin steigen weiter stark an.
Der Preis für Super E10 erreichte damit soagr einen neuen Höchststand. Der Preis übertraf damit den bisherigen Rekord vom 2. September. Das derzeitige Preisniveau lässt sich aber nicht allein mit den Entwicklungen am Rohölmarkt erklären (einmal abgesehen von den sehr hohen Steuern + Mehrwertsteuer für Dissel und Benzin). Nach Meinung des ADAC liegen die Kraftstoffpreise in Deutschland nach wie vor auf einem zu hohen Niveau. Der deutsche Dieselpreis liegt laut EU-Kommission rund 20 Cent über dem EU-Durchschnitt - auch ohne staatliche Abgaben und Steuern.
Die USA teilten mit, sie hätten am Wochenende drei iranische Öltanker angegriffen – wobei einer zerstört wurde –, um auf Angriffe mit ballistischen Raketen gegen Kriegsschiffe der US-Marine zu reagieren. Der Iran reagierte mit der Drohung, eine neue Sperrzone außerhalb der Meerenge einzurichten, die sich Berichten zufolge von der Blockadelinie der US-Marine bis in Teile des Persischen Golfs erstrecken sollte. Zudem behauptete Teheran, drei Tanker ins Visier genommen zu haben, wenngleich sich diese Berichte nicht unabhängig bestätigen ließen.
Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien machen die Versorgungslage beim Diesel aber noch kritischer. Denn Russland ist einer der größten Exporteure von Diesel, und beliefert üblicherweise Länder wie China oder die Türkei. Die Folge: Auf dem Weltmarkt werden Diesel und Heizöl immer knapper, der Wettbewerb um die verfügbaren Mengen verschärft sich und treibt die Dieselpreise unabhängig von den Rohölpreisen nach oben.
Nach Zahlen des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie stieg die deutsche Dieselexportquote von 29 Prozent im Jahr 2025 auf 38 Prozent im Zeitraum März bis Juli, während die Importe zurückgingen. Deutsche Raffinerien haben ihre Auslastung von 80 Prozent im vergangenen Jahr auf etwa 90 Prozent in der ersten Jahreshälfte erhöht, um die gestiegene Nachfrage auf dem Weltmarkt zu bedienen - am Diesel-Export zu verdienen.
Wegen der Marktverknappung haben die US-Dieselpreise sogar ein Rekordhoch erreicht. Der Markt bleibt durch die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten belastet, da sich die USA und der Iran weiterhin gegenseitige Angriffe lieferten; zudem schränkten anhaltende Beeinträchtigungen der russischen Raffineriekapazitäten sowie ein verlängertes russisches Exportverbot für Diesel das weltweite Destillatangebot weiter ein.
Die US-Benzin-Preise behaupteten damit ihre jüngsten Höchststände angesichts des knapper werdenden Kraftstoffangebots. Die erhöhten Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgen weiterhin für Aufwärtsdruck und drohen, die Produktion und Versorgung weiter zu beeinträchtigen. Verschärft wurde die Lage durch anhaltende Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien, die das Verarbeitungsvolumen auf ein Mehrjahrestief drückten.
Unterdessen zeigten Daten der EIA, dass die US-Benzinvorräte in der Woche bis zum 28. August um 1,173 Millionen Barrel zurückgingen – ein Spiegelbild des anhaltenden Abbaus in den letzten Wochen, während die US-Raffinerien kaum noch Kapazitäten für eine Produktionssteigerung haben; so arbeiten die Anlagen im Mittleren Westen mit einer Auslastung von über 103 %, und einige Betreiber schieben Wartungsarbeiten auf, um das Produktionsniveau hoch zu halten.
Am 4. September stieg der landesweite Durchschnittspreis für Normalbenzin in den USA auf den höchsten jemals für einen September verzeichnete Stand. Vergangene Woche traf sich Präsident Trump mit Vertretern der Kraftstoffraffinerien, um eine Senkung der Benzinpreise zu erwirken, wenngleich keine konkreten Maßnahmen angekündigt wurden.
Diesel spielt auch für die US-Wirtschaft eine wichtige Rolle, weil der Kraftstoff vor allem im gewerblichen Bereich eingesetzt wird. Lastwagen, Züge, Schiffe, Busse, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Baumaschinen sind in hohem Maß auf Diesel angewiesen. Steigende Dieselpreise wirken sich deshalb nicht nur unmittelbar auf Transportunternehmen aus, sondern können über höhere Liefer- und Produktionskosten auch viele andere Bereiche der Wirtschaft verteuern.