Dieser FSK-18-Erotik-Horror war seiner Zeit weit voraus - jetzt könnt ihr ihn bei Prime Video streamen
„Gruft der Vampire“ verbindet Gothic-Horror mit erotischer Spannung und gilt bis heute als einer der wichtigsten Hammer-Filme der siebziger Jahre. Wenn über klassische Vampirfilme gesprochen wird, dominieren oft Dracula-Versionen mit Christopher Lee oder Bela Lugosi. Deutlich seltener fällt dagegen der Name „Gruft der Vampire“ – obwohl der britische Horrorfilm von 1970 für das Genre enorm wichtig war. Der Film von Regisseur Roy Ward Baker basiert auf der Novelle „Carmilla“ von Joseph Sheridan Le Fanu und markiert gleichzeitig den Auftakt der sogenannten Karnstein-Trilogie der Hammer Studios. Bei Rotten Tomatoes erreicht der Horrorfilm bis heute solide 76 % von der Fachpresse. Die Geschichte spielt in der Steiermark des frühen 19. Jahrhunderts und beginnt klassisch gothic: Die geheimnisvolle Marcilla (Ingrid Pitt) wird von General von Spielsdorf (Peter Cushing) aufgenommen und freundet sich mit dessen Nichte Laura (Pippa Steel) an. Kurz darauf häufen sich allerdings Albträume, Krankheiten und mysteriöse Todesfälle. Später taucht Marcilla unter dem Namen Carmilla erneut auf und beginnt auch mit Emma (Madeline Smith), der Tochter eines wohlhabenden Hauses, eine enge Beziehung. Wieder folgen seltsame Symptome, kleine Wunden am Hals und eine zunehmende Atmosphäre unterschwelliger Bedrohung. Gerade diese Mischung machte „Gruft der Vampire“ damals außergewöhnlich. Ihr sucht immer wieder nach packenden Horrorfilmen? Diese Klassiker sollten dabei alle Genre-Fans gesehen haben: Eine ungewöhnliche Perspektive für die 70er Während viele ältere Vampirfilme stark auf männliche Monsterfiguren setzten, stellte „Carmilla“ eine weibliche Vampirin ins Zentrum und verband Horror bewusst mit erotischer Spannung. Besonders die lesbischen Untertöne sorgten Anfang der siebziger Jahre für Aufmerksamkeit und machten den Film für Hammer ungewöhnlich provokant. Heute gilt genau das als einer der Gründe, warum „Gruft der Vampire“ Kultstatus besitzt. Gleichzeitig funktioniert der Film aber auch als klassischer Gothic-Horror erstaunlich gut. Verfallene Schlösser, düstere Ruinen, Kerzenlicht und morbide Atmosphäre prägen beinahe jede Szene. Hammer Films befand sich damals ohnehin in einer spannenden Übergangsphase. Das Studio versuchte, seine traditionellen Horrorstoffe moderner, erotischer und expliziter zu gestalten. „Gruft der Vampire“ gehört zu den bekanntesten Ergebnissen dieser Entwicklung. Besonders stark bleibt dabei die Atmosphäre. Roy Ward Baker inszeniert den Film bewusst langsam und unheilvoll. Statt permanenter Schockeffekte setzt er stärker auf Spannung, Verführung und das Gefühl schleichender Gefahr.