Dieses Dampfbügeleisen macht Bügeln überraschend einfach
Dampf, Hitze und Druck sollen selbst hartnäckige Falten aus der Wäsche treiben. BILD hat acht Dampfbügeleisen getestet und zeigt, welche Modelle Hemd, Leinen und Jeans wirklich glatt bekommen und welche nur viel Dampf um wenig machen.
Bügeln gehört für viele Menschen ungefähr in dieselbe Lieblingskategorie wie Fensterputzen. Umso wichtiger ist ein Dampfbügeleisen, das den Wäscheberg zügig abarbeitet, statt selbst zur Geduldsprobe zu werden. Dafür gehen die Geräte Falten gleich dreifach an den Kragen: Dampf lockert die Fasern, Hitze macht sie formbar und die Bügelsohle drückt sie glatt.
Im Unterschied zu Steamern, die Kleidung ohne Bügelbrett am Bügel glätten, arbeiten Dampfbügeleisen zusätzlich mit direktem Kontakt und Druck. Doch wie gut funktioniert das wirklich? Acht Modelle mussten im BILD-Test zeigen, ob sie für glatte Verhältnisse sorgen. Eines davon scheitert deutlich: Statt nur Dampf tritt Wasser aus. Am Ende steht die Note 5,0.
Das Wichtigste in Kürze
Testsieger: Das Philips Azur 8000 erreicht die Testnote 1,6. Es bügelt gründlich, gleitet sehr leicht und regelt Temperatur sowie Dampf automatisch.
Preis-Leistungs-Sieger: Das Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630 erzielt für rund 30 Euro die Note 2,2. Denim glättet es schneller als die Konkurrenz.
Am schnellsten: Das Philips 3000 Series benötigt durchschnittlich 187,2 Sekunden pro Stoffprobe. Beim Aufheizen liegt das Grundig GMS9095 mit 25 Sekunden vorn.
Komplett durchgefallen: Bei beiden geprüften Exemplaren des Tefal FV9844E0 Ultimate Pure tritt Wasser aus der Bügelspitze aus. Dafür wird das Modell abgewertet und landet mit der Note 5,0 auf dem letzten Platz.
Testsieger:Philips Serie 8000
Drehen, Schieben, Nachregeln? Nicht mit dem Philips Azur 8000. Statt zwischen verschiedenen Stoffstufen zu wechseln, übernimmt das Bügeleisen die Einstellungen selbst. Temperatur und Dampf werden automatisch geregelt. Das macht den Umgang angenehm unkompliziert.
Besonders auf gemischten Wäschebergen spielt das Philips seine Stärke aus. Ob empfindlicher Satin, Baumwollhemd oder Leinen: Das Gerät liefert auf nahezu allen Stoffarten überzeugende Ergebnisse. Mit durchschnittlich 192 Sekunden pro Stoffprobe reiht es sich zudem in der Spitzengruppe ein. Die SteamGlide-Elite-Sohle gleitet nahezu widerstandslos, die schmale Spitze erreicht auch enge Bereiche rund um Kragen und Knopfleisten.
Ganz ohne Schwächen kommt der Testsieger nicht davon. Mit 120 Sekunden benötigt er die längste Aufheizzeit im Vergleich. Außerdem lässt sich der Wasserstand im dunklen Tank nur schwer erkennen. Wer möglichst wenig einstellen möchte und ein komfortables Dampfbügeleisen sucht, findet hier dennoch das überzeugendste Gesamtpaket im Test.
Preis-Leistungs-Sieger:Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630
Hier steckt mehr drin, als der Preis vermuten lässt. Das Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630 kostet rund 30 Euro und sichert sich den Preis-Leistungs-Sieg. Es bietet drei Dampfstufen, einen großen Tank und mit drei Metern das längste Kabel im Vergleich.
Auf dem Bügelbrett fühlt sich das Gerät besonders auf Denim wohl. Die Jeansprobe glättet es in 160 Sekunden und damit schneller als jeder andere Kandidat. Mit durchschnittlich 202,4 Sekunden pro Stoffprobe liegt es nur knapp hinter den schnellsten Modellen. Der kräftige, weitreichende Dampf hilft vor allem bei festeren Materialien.
Ganz ohne Haken kommt das günstige Gesamtpaket allerdings nicht aus. Mit vollem Tank wiegt das Russell Hobbs rund 2133 Gramm und gehört damit zu den schweren Geräten im Test. Der leichtgängige Dampfschieber verstellt sich zudem vergleichsweise schnell unter dem Daumen. Wer damit leben kann, bekommt viel Bügeleisen fürs Geld.
So testen wir:Erst machen wir Falten, dann machen wir Dampf
Bevor die Bügeleisen zeigen dürfen, was sie können, sorgen wir selbst für ordentlich Gegenwind. Dafür befeuchten wir die Teststoffe, rollen sie zusammen und fixieren sie mehrere Stunden mit Gummibändern und Wäscheklammern. So entstehen tiefe Knitterfalten, die sich nicht schon beim ersten Dampfhauch geschlagen geben.
Dann wird das Bügelbrett zur Bühne. Jetzt müssen die Geräte zeigen, ob sie nur viel Dampf machen oder tatsächlich für glatte Verhältnisse sorgen. Die Bandbreite reicht von empfindlichen Stoffen bis hin zu echten Falten-Schwergewichten. Wir messen die Zeit bis zum bestmöglichen Ergebnis und bewerten zusätzlich Gleitfähigkeit, Präzision und Handhabung.
Doch der Auftritt auf dem Bügelbrett ist nur die halbe Miete. Anschließend geht es ins Labor. Dort prüfen wir unter anderem Aufheizzeit, Dampfleistung, Wärmeverteilung, Tankreichweite, Stromverbrauch und Gewicht. Auch Kalkschutz, Abschaltautomatik und Tropfschutz fließen in die Bewertung ein.
Die Testergebnisse im Überblick
Auf dem Bügelbrett zeigen sich deutliche Unterschiede. Manche Geräte starten schnell, andere arbeiten besonders ausdauernd. Entscheidend bleibt jedoch das Zusammenspiel aus Hitze, Dampf, Sohle und Handhabung.
Aufheizzeit:Auf die Plätze, fertig, faltenfrei!
Noch bewegt sich keine Bügelsohle über den Stoff. Trotzdem läuft der Test bereits. Bevor ein Bügeleisen Falten glätten kann, muss es zunächst Betriebstemperatur erreichen.
Mit dem Einschalten startet deshalb auch unsere Stoppuhr. Gemessen wird die Zeit bis zur signalisierten Einsatzbereitschaft. Bei allen Testgeräten zeigt eine Kontrollleuchte den Aufheizvorgang an und hört auf zu blinken, sobald es losgehen kann.
Das Grundig GMS9095 meldet sich bereits nach 25 Sekunden bereit. Das AEG DB 1740LG folgt nach 30 Sekunden. Auch Tefal FV9844E0 Ultimate Pure, Philips 3000 Series und Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630 bleiben unter einer Minute. Der Testsieger benötigt dagegen 120 Sekunden. Zwischen dem schnellsten und langsamsten Modell liegen damit 95 Sekunden.
Bügelleistung:Der Weg zur glatten Wäsche
Mal reicht eine einzige Bahn. Mal arbeiten Bügeleisen minutenlang gegen dieselbe Knitterfalte. Deshalb müssen sich alle Kandidaten auf fünf unterschiedlichen Stoffarten beweisen.
Damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben, treten sämtliche Geräte unter denselben Bedingungen an. Für jede standardisiert zerknitterte Stoffprobe stoppen wir die Zeit bis zum bestmöglichen sichtbaren Ergebnis. Aus den fünf Einzelwerten berechnen wir anschließend die durchschnittliche Bügelzeit.
Am schnellsten arbeitet das Philips 3000 Series mit 187,2 Sekunden pro Stoffprobe. Dahinter folgen das Rowenta Everlast Antical DW7320 mit 190,4 Sekunden und das Philips Azur 8000 mit 192 Sekunden. Das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure benötigt mit 272 Sekunden am längsten.
Satin:Schonend gegen empfindliche Stoffe
Satin verlangt beim Bügeln besonders viel Fingerspitzengefühl. Zu viel Hitze kann die glatte Oberfläche beschädigen, zu wenig lässt die Falten im Stoff. In unserer Prüfung besteht die Satinprobe aus 100 Prozent Polyester.
Am schnellsten arbeitet das Rowenta Everlast Antical DW7320. Nach 56 Sekunden ist das bestmögliche Ergebnis erreicht. Knapp dahinter folgen das Philips Azur 8000 mit 60 Sekunden und das Philips 3000 Series mit 64 Sekunden. Das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure benötigt mit 120 Sekunden mehr als doppelt so lange wie der Spitzenreiter.
Baumwollhemd:Knopfleiste gegen Bügelspitze
Zwischen Kragen, Knopfleiste, Nähten und mehreren Stofflagen wartet einer der anspruchsvollsten Teile des Tests. Das Bügeleisen muss größere Flächen glätten und gleichzeitig präzise in enge Bereiche gelangen.
Das Philips Azur 8000 löst die Aufgabe in 164 Sekunden. Dahinter folgen das Philips 3000 Series mit 192 Sekunden, das Rowenta Everlast Antical DW7320 mit 204 Sekunden und das Grundig GMS9095 mit 208 Sekunden. Das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure braucht 336 Sekunden.
Die Form der Sohle spielt dabei eine wichtige Rolle. Schmale Spitzen kommen leichter zwischen Knöpfe und entlang des Kragens. Besonders präzise arbeiten die Spitzen von Philips Azur 8000 und Rowenta. AEG und Tefal besitzen dagegen vergleichsweise breite Bügelspitzen.
Baumwolltshirt:Große Fläche, große Unterschiede
Statt Feinarbeit zählt hier vor allem Flächenleistung. Die Probe besteht aus 100 Prozent Baumwoll-Jersey und zeigt, wie schnell die Geräte größere Stoffbereiche gleichmäßig glätten.
Das Philips 3000 Series liegt mit 180 Sekunden vorn. Das Braun TexStyle 9 SI 9682 folgt mit 184 Sekunden, das Rowenta Everlast Antical DW7320 mit 200 Sekunden. Am längsten benötigen das AEG DB 1740LG mit 264 Sekunden und das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure mit 284 Sekunden.
Auf großen Flächen summieren sich kleine Unterschiede schnell. Geräte mit guter Wärmeverteilung und leicht gleitender Sohle benötigen weniger zusätzliche Bahnen über dieselbe Stelle.
Leinen:Der Falten-Endgegner schlägt zurück
Jetzt wird es unangenehm. Zumindest für die Bügeleisen. Die Testprobe besteht vollständig aus Leinen. Die Naturfaser knittert leicht und hält tief sitzende Falten hartnäckig fest.
Am besten kommt das Rowenta Everlast Antical DW7320 mit dem Problemstoff zurecht. Nach 252 Sekunden ist das bestmögliche Ergebnis erreicht. Das Philips Azur 8000 folgt mit 296 Sekunden. Philips 3000 Series und AEG DB 1740LG benötigen jeweils 320 Sekunden.
Mehr Geduld verlangen das Braun TexStyle 9 SI 9682 und das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure. Beide brauchen 380 Sekunden. Leinen belohnt weder die größte Dampfwolke noch die höchste Temperatur allein. Erst wenn Hitze, Dampf und Gleitverhalten zusammenspielen, verschwinden die tiefen Falten Stück für Stück.
Denim:Jetzt wird dick aufgetragen
Denim stellt Bügeleisen vor eine andere Herausforderung als dünnere Stoffe. Unsere Jeansprobe besteht aus 99 Prozent Baumwolle und einem Prozent Elasthan. Das dichte Gewebe benötigt ausreichend Hitze und Dampf, damit auch tiefer sitzende Falten verschwinden.
Das Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630 löst die Aufgabe in 160 Sekunden. Dahinter folgen das Philips 3000 Series und das Grundig GMS9095 mit jeweils 180 Sekunden. Das AEG DB 1740LG benötigt 200 Sekunden.
Auf Denim verschieben sich die Kräfteverhältnisse: Das Philips Azur 8000 kommt auf 212 Sekunden, das Braun TexStyle 9 SI 9682 auf 232 Sekunden. Rowenta und Tefal benötigen jeweils 240 Sekunden.
Sohle und Gleitfähigkeit:Wer gleitet, gewinnt Zeit
Jede Falte verschwindet irgendwann. Die Frage ist nur, wie anstrengend der Weg dorthin wird. Selbst eine gute Dampfleistung hilft wenig, wenn die Sohle auf dem Stoff bremst, ruckelt oder hängen bleibt.
Eine hochwertige Beschichtung erkennt man selten auf den ersten Blick, sondern auf dem Bügelbrett. Gute Sohlen gleiten leicht, bleiben nicht an Nähten hängen und lassen sich ohne großen Kraftaufwand führen. Auch Kratzfestigkeit und dauerhafte Gleiteigenschaften sind wichtig.
Besonders überzeugend arbeiten die SteamGlide-Elite-Sohle des Philips Azur 8000, die EloxalPlus-Sohle des Braun TexStyle 9 SI 9682 und die Microsteam-Edelstahlsohle des Rowenta Everlast Antical DW7320. Alle drei gleiten nahezu widerstandslos über die Teststoffe.
Das Grundig GMS9095 wirkt dagegen schwergängig, beim AEG DB 1740LG ist der Widerstand am stärksten. Bei einem einzelnen T-Shirt fällt das kaum auf. Bei einem vollen Wäschekorb schon.
Handling:Wenn der Wäschekorb zum Armtraining wird
Wenige Hundert Gramm können auf dem Bügelbrett einen spürbaren Unterschied machen. Trotzdem entscheidet nicht das Gewicht allein über den Komfort. Ebenso wichtig sind Griffgefühl, Balance und Gewichtsverteilung.
Wir wiegen alle Geräte mit vollständig gefülltem Tank. Besonders leicht sind das Grundig GMS9095 mit 1280 Gramm, das AEG DB 1740LG mit 1302 Gramm und das Philips 3000 Series mit 1514 Gramm. Das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure wiegt 2238 Gramm.
Leicht bedeutet allerdings nicht automatisch komfortabel. Das Braun TexStyle 9 SI 9682 wiegt voll rund 2096 Gramm, liegt aber besonders ausgewogen in der Hand. Auch das Rowenta überzeugt bei Griff und Balance. Das leichtere AEG verliert dagegen durch seine schwergängige Sohle und den weniger angenehmen Griff.
Alle Testgeräte unterstützen zudem Vertikaldampf. Gewicht und Balance spielen deshalb auch beim Auffrischen hängender Hemden, Blusen oder Vorhänge eine Rolle. Für längere Einsätze bleibt ein klassisches Bügelbrett jedoch komfortabler.
Dampfleistung:Wer macht den meisten Dampf?
Manchmal sieht man Leistung schon mit bloßem Auge. Für den Vergleich lassen wir die Bügeleisen vor dunklem Hintergrund arbeiten und beurteilen Reichweite, Dichte und Klarheit der sichtbaren Dampfwolke. Einige Geräte erzeugen eine weitreichende Dampfsäule, andere nur einen kurzen, kompakten Dunst direkt vor der Sohle.
Der optische Eindruck liefert jedoch nur einen ersten Hinweis. Deshalb wiegen wir die Geräte unmittelbar vor und nach dem Dauerdampftest. Aus dem Wasserverlust berechnen wir die tatsächliche kontinuierliche Dampfabgabe.
Am meisten Dampf produziert der Rowenta Everlast Antical mit gemessenen 51,51 g/min, dicht gefolgt vom Braun TexStyle 9 mit 51,08 g/min. Der Philips Serie 8000 erreicht ebenfalls starke 48,96 g/min. Am anderen Ende liegt der Philips Serie 3000 mit lediglich 19,03 g/min. Trotzdem erzielt er im Praxistest die schnellste durchschnittliche Bügelzeit. Die Dampfmenge allein entscheidet also nicht über das Bügelergebnis. Genauso wichtig sind Temperatur, Wärmeverteilung und die Bügelsohle.
Sprühfunktion:Sprühfunktion gegen hartnäckige Falten
Dampf ist nicht immer die beste Lösung. Manchmal hilft schon ein gezielter Spritzer Wasser. Die Sprühfunktion befeuchtet Problemstellen direkt vor der Bügelsohle und erleichtert das Glätten hartnäckiger Falten.
Sieben der acht Geräte besitzen eine Sprühfunktion. Nur das Philips Azur 8000 verzichtet darauf. Besonders bei dickeren Stoffen oder bereits eingetrockneten Knickfalten kann die zusätzliche Feuchtigkeit hilfreich sein. Eine gute Dampfleistung oder gleichmäßige Wärme ersetzt die Funktion allerdings nicht.
Wärmeverteilung:Gleichmäßig heiß schlägt punktuell heiß
Eine Bügelsohle kann noch so heiß werden. Entscheidend ist, wo die Wärme ankommt. Ist die Spitze deutlich heißer als das Heck, wird derselbe Stoff innerhalb einer Bahn unterschiedlich behandelt.
Mit Infrarot-Sensorik beziehungsweise einer Wärmebildkamera machen wir Hotspots und kühlere Bereiche sichtbar. Die gleichmäßigste Wärmeverteilung zeigt das Philips 3000 Series. Zwischen der heißesten Zone und dem mittleren Messpunkt liegen nur rund 10,7 Grad Celsius. Ausgeprägte Kältezonen entstehen nicht.
Beim Philips Azur 8000 liegen zwischen einzelnen Bereichen zeitweise mehr als 50 Grad Unterschied. Auch Braun und Rowenta zeigen deutlichere Temperaturgefälle. Tefal verteilt die Wärme dagegen vergleichsweise homogen.
Tank & Reichweite:Wenn dem Dampf die Puste ausgeht
Ohne Wasser kein Dampf. Und ohne Dampf wird aus dem Dampfbügeleisen ziemlich schnell ein ganz normales Bügeleisen. Deshalb messen wir nicht nur, wie viel Wasser tatsächlich in den Tank passt, sondern auch, wie lange die Geräte mit einer Füllung durchhalten.
Den längsten Atem hat das Philips 3000 Series. Mit einer Tankfüllung arbeitet es 15 Minuten lang und schafft rechnerisch fast fünf Kleidungsstücke. Dahinter folgen das Philips Azur 8000 mit 10,9 Minuten und das Grundig GMS9095 mit 8,8 Minuten.
Das Überraschungsmoment liefert das Tefal FV9844E0 Ultimate Pure. Trotz seines großen 350-Milliliter-Tanks ist bereits nach 5,8 Minuten Schluss. Das Philips 3000 Series fasst sogar weniger Wasser und hält trotzdem deutlich länger durch. Größe allein ist eben nicht alles.
Kalkschutz:Der weiße Feind im Wassertank
Wo Wasser verdampft, kann sich Kalk ablagern. Betroffen sind vor allem Dampfkammer, Filter und Düsen. Mit der Zeit kann das die Dampfleistung beeinträchtigen.
Alle Testgeräte besitzen eine technische Lösung gegen Kalk. Das Philips Azur 8000, das Braun TexStyle 9 SI 9682 und das Rowenta Everlast Antical DW7320 sammeln Partikel in entnehmbaren Behältern oder Kollektoren. Andere Modelle setzen auf fest verbaute Kartuschen oder integrierte Systeme.
Braun, Philips 3000 Series, Russell Hobbs, Grundig, AEG und Tefal verfügen zudem über eine vorgesehene Selbstreinigungs- oder Spülfunktion. Beim Philips Azur 8000 und Rowenta wird der Kalk mechanisch aus dem Sammler entfernt.
Bedienung:Automatik oder klassisches Drehrad?
Ein gutes Bügeleisen sollte Arbeit abnehmen und nicht zusätzliche machen. Manche Modelle setzen auf klassische Stoffstufen, andere übernehmen einen Teil der Einstellungen selbst.
Besonders komfortabel arbeiten das Philips Azur 8000 und das Braun TexStyle 9 SI 9682. Beide regeln die Temperatur automatisch. Beim Philips wird zusätzlich die kontinuierliche Dampfmenge angepasst.
Rowenta überzeugt dagegen mit einem deutlich einrastenden Temperaturrad, das sich kaum versehentlich verstellt. Beim Philips 3000 Series sind Beschriftung und Tasten übersichtlich angeordnet. Beim Russell Hobbs lässt sich der Dampfschieber dagegen leicht unbeabsichtigt bewegen. Das Grundig fällt durch eine teilweise hakelige Mechanik auf.
Stromverbrauch:Bügeln bleibt bezahlbar
Dampfbügeleisen arbeiten mit bis zu 3000 Watt. Das klingt erst einmal nach hohen Stromkosten. In der Praxis relativiert sich das jedoch schnell, denn die Geräte laufen meist nur wenige Minuten am Stück.
Zur Messung kommt der rund 25.000 Euro teure Zimmer Precision Analyzer LMG671 zum Einsatz. Zunächst erfassen wir die maximale Leistungsaufnahme auf der höchsten Leistungs- und Dampfstufe. Anschließend messen wir den Energieverbrauch eines standardisierten Vorgangs. Dieser setzt sich aus der individuellen Aufheizzeit und der durchschnittlichen Bügelzeit über die fünf Stoffprüfungen zusammen.
Für die Jahresrechnung gehen wir von 104 Nutzungen beziehungsweise zwei Einsätzen pro Woche aus. Den gemessenen Verbrauch pro Nutzung rechnen wir mit einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde hoch.
Am sparsamsten arbeitet das Grundig GMS9095 mit rechnerisch 1,27 Euro pro Jahr. Beim Tefal FV9844E0 Ultimate Pure entstehen etwa 6,02 Euro. Zwischen beiden Geräten liegen damit weniger als fünf Euro jährlich.
Sicherheit:Wenn Wasser den Test vermasselt
Sicherheit fällt meist erst auf, wenn etwas nicht funktioniert. Deshalb prüfen wir, ob sich die Bügeleisen bei längerer Inaktivität automatisch abschalten und ob während des Betriebs Wasser an unerwünschten Stellen austritt.
Alle acht Testgeräte besitzen eine Abschaltautomatik. Philips Azur 8000 und Braun bleiben zudem vollständig trocken. Rowenta verliert nur geringe Mengen Wasser. Beim Philips 3000 Series, Russell Hobbs, Grundig und AEG treten vereinzelt Tropfen aus.
Beim Tefal FV9844E0 Ultimate Pure zeigt sich im Test eine deutliche Undichtigkeit. Aus der Spitze der Bügelsohle tritt Wasser aus – nicht nur während des Bügelns, sondern auch beim Abstellen und Verstauen. Um einen Defekt des ersten Testgeräts auszuschließen, prüften wir ein zweites Exemplar. Auch dieses zeigte dasselbe Problem. Ein generelles Serienproblem lässt sich daraus zwar nicht ableiten, ein Einzelfall bei unserem Testmuster jedoch weitgehend ausschließen.
Der Wasseraustritt stellt einen erheblichen Funktionsmangel dar. Deshalb greift unsere Abwertungsregel und die Gesamtnote wird auf 5,0 begrenzt. Gute Einzelwerte bei Dampfleistung und Wärmeverteilung können diesen Mangel nicht ausgleichen – das Tefal landet damit am Ende des Testfelds.
Unser Fazit:Glatt ist nicht gleich gut gebügelt
Das Philips Azur 8000 holt sich den Testsieg. Es bügelt gründlich, gleitet nahezu widerstandslos und nimmt dem Nutzer mit seiner Automatik viel Einstellarbeit ab. Die lange Aufheizzeit und der schlecht ablesbare Tank bleiben die wichtigsten Schwächen.
Wer weniger ausgeben möchte, greift zum Russell Hobbs Powerstream Ultra 20630. Für rund 30 Euro gibt es einen großen Tank, drei Meter Kabel und die beste Denimleistung. Das hohe Gewicht und der leicht verstellbare Dampfschieber kosten Komfort.
Das Braun TexStyle 9 SI 9682 empfiehlt sich für Nutzer, denen eine ausgewogene Handlage und automatische Temperaturregelung wichtig sind. Rowenta überzeugt mit präziser Spitze sowie guter Leistung auf Satin und Leinen. Das Philips 3000 Series ist die schnelle und leichte Wahl für größere Wäschemengen. Vom geprüften Tefal-Modell ist wegen der bei beiden Testgeräten festgestellten Undichtigkeit abzuraten.
FAQ:Häufige Fragen zu Dampfbügeleisen
Wie viel Dampf sollte ein gutes Dampfbügeleisen liefern?
Die Dampfmenge sollte nicht isoliert betrachtet werden. Für ein gutes Bügelergebnis müssen Dampf, Temperatur, Druck und Gleitfähigkeit zusammenpassen. Im Test arbeitet das Philips Serie 3000 trotz vergleichsweise geringer Dauerdampfmenge besonders schnell, weil seine Sohle sehr homogen aufgeheizt wird.
Ist ein großer Wassertank automatisch besser?
Nein. Ein großer Tank verlängert die Laufzeit nur dann, wenn das Gerät sparsam mit dem Wasser umgeht. Das Tefal fasst 350 Milliliter, läuft damit aber nur 5,8 Minuten. Das Philips Serie 3000 hält mit 300 Millilitern 15 Minuten durch.
Welche Stoffe sind am schwierigsten zu bügeln?
Im Test verlangt Leinen den Geräten am meisten Zeit ab. Die Modelle benötigen zwischen 252 und 380 Sekunden bis zum bestmöglichen Ergebnis. Der Stoff hält tiefe Knitterfalten besonders hartnäckig fest.
Was bringt eine automatische Temperaturregelung?
Sie erspart das manuelle Umschalten zwischen unterschiedlichen Stoffstufen. Das ist besonders praktisch, wenn nacheinander empfindliche und robuste Textilien gebügelt werden. Philips Serie 8000 und Braun regeln die Temperatur automatisch.
Warum ist die Form der Bügelspitze wichtig?
Eine schmale Spitze erreicht enge Stellen an Kragen, Manschetten und Knopfleisten leichter. Im Test arbeiten das Philips Serie 8000 und Rowenta besonders präzise. Breite Spitzen sind auf großen Flächen weniger problematisch, können an kleinen Details aber Zeit kosten.
Langes 2,5-Meter-Kabel Kein Einstellen der Temperatur nötig Lange Aufheizzeit Wasserstand schwer ablesbar Drei Meter Kabel Schaltet sich automatisch ab Sehr großer Tank Dampfschieber verstellt sich leicht Hohes Gewicht Langes 2,5-Meter-Kabel Kein Einstellen der Temperatur nötig Lange Aufheizzeit Wasserstand schwer ablesbar Drei Meter Kabel Schaltet sich automatisch ab Sehr großer Tank Dampfschieber verstellt sich leicht Hohes Gewicht