DAX +1,62 % 25.589,30 Pkt 15:40:54 MDAX +1,79 % 30.411,15 Pkt 15:40:54 Euro Stoxx 50 +0,68 % 6.158,06 Pkt 15:40:30 Dow Jones +0,26 % 52.349,01 Pkt 15:55:46 S&P 500 +1,13 % 7.709,75 Pkt 15:55:55 Nasdaq +1,72 % 26.402,09 Pkt 15:55:49 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,63 % 4.063,70 USD 15:45:46 Silber +0,32 % 54,28 USD 15:45:53 Brent -5,29 % 109,68 USD 15:45:46 WTI -1,16 % 100,58 USD 15:45:53 Bitcoin +0,26 % 80.214,31 USD 15:55:50 EUR/USD -0,59 % 1,11520 USD 15:55:44 EUR/GBP -0,21 % 0,83670 GBP 15:55:54 EUR/CHF -0,08 % 0,92340 CHF 15:55:54 EUR/JPY -0,05 % 175,826 JPY 15:55:54

Dieses frühe Symptom betrifft oft nur ein Ohr

Gesundheit

Startseite

Welt

Nasenrachenkrebs: Dieses frühe Symptom wird oft übersehen

Uns auf Google folgen

Nasenrachenkrebs ist selten und wird oft spät erkannt. Ein frühes Warnzeichen betrifft häufig nur ein Ohr. Besonders Jüngere sind betroffen.

Rom – In Italien erkranken jedes Jahr rund 400 Menschen an einem Nasenrachentumor. Die Erkrankung ist selten und wenig bekannt. Nicht selten erfolgt die Diagnose erst spät, weil erste Symptome unterschätzt werden und der betroffene Körperbereich schwer zugänglich ist.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel von Vera Martinella entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Der Nasenrachen ist der obere Teil des Rachens hinter der Nase und oberhalb des weichen Gaumens. Über die Bedürfnisse der Betroffenen, Forschungslücken und die künftige Versorgung diskutierten in Rom Vertreter aus Institutionen, Medizin und Patientenorganisationen.

Nasenrachenkrebs trifft häufig Menschen zwischen 40 und 50 Jahren

Nasenrachen-Tumore treten besonders in Südostasien, im Maghreb und im Mittelmeerraum auf und sind in westlichen Ländern selten. Die Zahlen in Italien gehören allerdings zu den höchsten in Europa. Betroffen von dieser Krebsvariante sind vorwiegend Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen.

Zu den bekannten Risikofaktoren zählen Tabakkonsum und eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Ein erstes und häufig übersehenes Symptom kann eine einseitige Verschlechterung des Hörvermögens sein. Weitere Warnzeichen sind eine anhaltend verstopfte Nase, häufiges Nasenbluten sowie neu auftretende oder wachsende Lymphknoten am Hals.

63 Prozent der Krankheitslast entfallen auf Unter-65-Jährige

Nach dem in Rom vorgestellten Policy-Brief „Nasenrachentumor in Italien: Evidenzen, Bedürfnisse der Patienten und Zukunftsperspektiven“ entfallen 63 Prozent der durch die Erkrankung verursachten Krankheitslast auf Menschen unter 65 Jahren. Bei anderen Kopf-Hals-Tumoren sind es demnach 43 Prozent. Der mit der Erkrankung verbundene Produktivitätsverlust wird auf 57,2 Millionen US-Dollar (circa 50 Millionen Euro) jährlich geschätzt.

Der Policy-Brief wurde von der TEHA Group mit nicht zweckgebundener Unterstützung von LEO Pharma erstellt. „Der Nasenrachentumor ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie eine seltene Erkrankung eine erhebliche Belastung für Patientinnen und Patienten, Familien und das Gesundheitssystem darstellen kann“, sagt Daniela Bianco von der TEHA Group.

Nasenrachenkrebs: Folgen der Behandlung können Patienten lange begleiten

Mit zunehmenden Behandlungserfolgen gewinnt auch die Lebensqualität nach der Therapie an Bedeutung. Mögliche Beschwerden können Ernährung, Kommunikation, psychisches Wohlbefinden und soziale Beziehungen beeinträchtigen. Fachleute fordern deshalb strukturierte Nachsorge, Rehabilitation und multidisziplinäre Unterstützung.

Nasenrachenkarzinome können sich sowohl lokal als auch über Lymphknoten und Metastasen ausbreiten. Betroffen sein können unter anderem Schädelbasis, Skelett, Leber und Lunge. Trotz medizinischer Fortschritte bestünden weiterhin wichtige Wissenslücken, erklärt Paolo Bossi, Direktor der Onkologie Medica 2 am Istituto Clinico Humanitas in Mailand.

Viele Erkenntnisse stammen aus asiatischen Populationen

Ein Problem besteht Bossi zufolge darin, dass zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse aus asiatischen Populationen stammen. Diese ließen sich nicht immer vollständig auf die epidemiologischen und biologischen Besonderheiten europäischer Patienten übertragen. Forschung mit europäischen Patientengruppen müsse deshalb ausgebaut werden.

Eine besondere Rolle könne dabei die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Italien und China spielen. Gemeinsame Studien könnten zeigen, wie sich Krankheitsmerkmale und Reaktionen auf Behandlungen zwischen unterschiedlichen Populationen unterscheiden.

Strahlen- und Chemotherapie gegen Nasenrachenkrebs

In frühen Stadien wird ein Nasenrachentumor in der Regel allein mit Strahlentherapie behandelt. Bei lokal fortgeschrittener Erkrankung kommt eine Kombination aus Chemotherapie und gleichzeitiger Strahlentherapie zum Einsatz. In ausgewählten Fällen ist auch eine sogenannte Salvage-Chirurgie möglich.

Die therapeutischen Fortschritte rückten zunehmend die Lebensqualität der Überlebenden in den Mittelpunkt, erklärt Giuseppe Sanguineti, Präsident der AIOCC und Direktor der Strahlentherapie am IRCCS Istituto Nazionale Tumori Regina Elena in Rom. Nebenwirkungen könnten das körperliche Wohlbefinden und den Alltag langfristig beeinträchtigen.

Experten fordern spezialisierte Zentren und bessere Nachsorge

Deshalb müssten die Überwachung von Nebenwirkungen und rehabilitative Angebote feste Bestandteile der Versorgung werden. Auch Giuseppe Mercante, Direktor der Otorhinolaryngologie und Audiologie am Policlinico Sant’Orsola in Bologna, betont die Bedeutung hochspezialisierter und multidisziplinärer Behandlung.

Der Policy-Brief nennt vier zentrale Handlungsfelder: mehr Forschung mit europäischen Patienten, eine frühere Diagnose, eine bessere Nachsorge einschließlich Rehabilitation sowie den Abbau regionaler Unterschiede durch koordinierte Netzwerke und gemeinsame Versorgungspfade.

Frühe Diagnose von Nasenrachenkrebs soll stärker in den Fokus rücken

Das Dokument entstand 2026 unter Beteiligung eines multidisziplinären Panels italienischer Experten. Neben besseren Behandlungsmöglichkeiten geht es dabei zunehmend um Menschen, die nach einer erfolgreichen Therapie langfristig mit den Folgen der Erkrankung leben.

Eine bessere Versorgung müsse deshalb Behandlungserfolg und Lebensqualität gemeinsam berücksichtigen, erklärt Bianco. Gleichzeitig sollen neue Erkenntnisse über die seltene Erkrankung gewonnen und die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, Nasenrachentumore früher zu erkennen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren