Dieses Verhalten ist auf Beerdigungen ein absolutes No-Go
Ist ein geliebter Mensch gestorben, stellt die Beerdigung für Familie und Freunde die Möglichkeit dar, würdevoll und angemessen Abschied zu nehmen. Da will natürlich niemand negativ auffallen. Knigge-Expertin Linda Kaiser erklärt, wie man sich korrekt verhält. Immer wieder geraten wir in Situationen, in denen wir unsicher sind und uns fragen, wie wir uns wohl am besten verhalten sollten, um die Etikette zu wahren. Bei einem Leseraufruf haben wir Sie gefragt: Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der Sie nicht wussten, wie Sie sich am besten verhalten sollen? Einige der eingegangenen Zuschriften hat Linda Kaiser, die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, für uns beantwortet. Unter anderem stellte ein Leser die Frage, was auf Beerdigungen angebracht ist und was nicht. Knigge-Expertin Linda Kaiser antwortet: Lieber Willi, insbesondere bei Beerdigungskaffees geht es nicht um die angebotenen Speisen, sondern um das Miteinander und die gemeinsame Trauer beziehungsweise den Austausch über die verstorbene Person. Wer leckeren Kuchen essen möchte, kann anschließend auf eigene Kosten in ein Café gehen. Wenn Sie eingeladen sind, bessern Sie die angebotenen Speisen bitte nicht mit eigenmächtigen Bestellungen auf. Fehlt Ihnen etwas, kommunizieren Sie diesbezüglich mit dem Gastgeber, der dann seinerseits eine Bestellung aufgibt oder Ihren Wunsch diskret übergeht. Sich auf Kosten anderer zu beköstigen und dazu noch indirekte Kritik an der Auswahl des Gastgebenden zu üben, ist in der Tat unhöflich. Generell nimmt man sich bei Beerdigungen in der persönlichen Entfaltung, soweit es geht, zurück und respektiert die Wünsche der Angehörigen beziehungsweise der verstorbenen Person. Die gilt besonders für die Garderobe. Eine Beerdigung ist kein Anlass für einen großen modischen Auftritt. Hier geht es darum, dem Verstorbenen Respekt zu zollen und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Das Outfit steht nicht im Mittelpunkt. Daher ist es angeraten, keine extrem körperbetonte oder freizügige Mode zu tragen, nicht zu viel Haut zu zeigen und auch im Sommer darauf zu achten, dass Schultern, Dekolleté und das Bein oberhalb des Knies bedeckt ist. Auch kurze Hosen und transparente Stoffe sind nicht empfehlenswert bei einer Beerdigung. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Trauerfeier in einer Kirche oder geweihten Kapelle/Trauerhalle stattfindet. Wenn die verstorbene Person sich einen bestimmten Dresscode gewünscht hat und dieser auf der Einladung zur Beerdigung ausgelobt wurde, sollte man sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten daran halten. Diese besondere Inszenierung soll die Verbindung innerhalb der Trauergruppe hervorheben. Falls es jemandem aber, aus welchen Gründen auch immer, widerstrebt, sich diesem Dresscode anzupassen, kann natürlich auf neutrale Trauerkleidung zurückgegriffen werden. Sie möchten unsere Inhalte häufiger in der Google-Suche sehen? Dann machen Sie uns hier zu Ihrer bevorzugten Quelle bei Google. Heutzutage verfügt kaum noch jemand über die klassische Trauerkleidung und es wird auch nicht mehr erwartet, dass man sich für diesen traurigen Anlass extra passende schwarze Kleidung kauft. Bei Beerdigungen ist es daher mittlerweile üblich, auf Alltagskleidung in gedeckten Farben zurückzugreifen. Diese Farben sind bestenfalls Schwarz, Grau, Dunkelblau, Braun und regional Dunkelgrün, zum Beispiel Lodengrün in Bayern. Grundsätzlich wird empfohlen, dass die Schuhe bei einer klassischen Garderobe die dunkelste Farbe des gesamten Ensembles abbilden. Schwarze Halbschuhe, Pumps, Stiefel oder Sneakers mit dunklen Strümpfen getragen sind also stets angemessen. Empfehlungen der Redaktion Nicht nur der Tod: Welche Gefühle Trauer in uns auslösen Trauerexperte: Wir gehen falsch mit dem Sterben um Den Verlust verarbeiten: Männer trauern anders als Frauen Wer allerdings keine dunkle Kleidung besitzt oder aufgrund der Witterung vielleicht auf einen roten Wintermantel zurückgreifen muss, kann diesen natürlich auch tragen. Es ist nicht mehr erforderlich, komplett in Schwarz gekleidet zu einer Beerdigung zu erscheinen. Je ländlicher der Ort der Beerdigung ist, desto klassischer beziehungsweise dunkler sollte die Kleidung sein. Auch wenn es sich um sehr konservative Personen oder Personen des öffentlichen Lebens handelt, sollte darauf geachtet werden, mit dem Kleidungsstil nicht aufzufallen. Je näher der Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsgrad zum Verstorbenen ist, desto dunkler und konservativer wird die Kleidung gemeinhin erwartet. Wenn Kinder unbedingt zu einer Beerdigung mitgehen müssen, ist auch hier angeraten, auf gedeckte Farben zurückzugreifen. Wichtiger ist aber, dass die Kinder sich wohlfühlen, und die Kleidung sollte nicht zum Streitpunkt und Unruhefaktor für das Ereignis werden. Vielleicht muss das Kind nicht gerade in leuchtendem Pink oder Gelb gekleidet sein.