Dieter Hallervorden grenzt sich von CDU ab und zieht klare Linie zur AfD
Nach Auftritten bei der CDU Hallervorden gibt seine Wahlpräferenz preis Von t-online, sic Aktualisiert am 07.08.2026 - 16:19 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der 90-jährige Komödiant distanziert sich von der Bundes-CDU und findet deutliche Worte zur AfD. Sympathien hegt er stattdessen für eine ganz andere Partei. Dieter Hallervorden hat in einem Interview eine Neigung zu den Grünen erkennen lassen. Auf die Frage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", ob sich angesichts geschwächter Volksparteien für ihn neue politische Optionen ergäben, sagte der 90 Jahre alte Schauspieler: "Bei den ständigen Klimakatastrophen tendiert die Option eher in Richtung GRÜN!" Hallervorden hatte zuvor erklärt, er sei "zu sehr Individualist", um bei einer der Volksparteien mitzulaufen. Auf die Frage, bei wie vielen Parteien er im Laufe der Jahrzehnte sein Kreuz gemacht habe, antwortete der in Dessau geborene Komödiant: "Beim Nachzählen komme ich lediglich auf drei." "Didis" umstrittene Haltung: Hallervorden löst Wirbel aus – CDU-Landeschef erklärt sich Luxusimmobilie für 9,5 Millionen Euro: Hallervorden macht Rückzieher – Schloss im Atlantik bleibt Trotz seiner Sympathie für die Grünen unterstützt Hallervorden derzeit im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze. Er tritt an vier Abenden gemeinsam mit dem CDU-Spitzenkandidaten auf. Hallervorden begründet das nicht mit einer grundsätzlichen Nähe zur CDU, sondern mit dem Ziel, eine AfD-Regierung zu verhindern. Unterstützung für die CDU nur taktisch Hallervorden sagte der "FAZ", er ordne seine Auftritte mit Schulze "als wahltaktisch" ein. Die CDU in Sachsen-Anhalt sei "die einzige Partei, die in Koalition mit SPD und Grünen eine AfD-Regierung verhindern kann". Nur aus diesem Grund unterstütze er sie, zumal er in Schulze einen "sympathischen und fähigen Politiker" erkannt habe. Von der Bundes-CDU grenzte sich Hallervorden ausdrücklich ab. Er unterscheide zwischen Landes- und Bundespolitik. "Für die Bundes-CDU würde ich in der heutigen Zeit garantiert nicht als Wahlkämpfer zur Verfügung stehen", sagte er. Hintergrund ist unter anderem Hallervordens Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz. "Für mich sind alle Menschen gleich" Auch zur AfD zog Hallervorden eine klare Grenze. Auf die Frage, ob ihm die Partei in einzelnen Positionen – etwa beim Ukraine-Krieg, bei der Ablehnung des Genderns oder in seiner Kritik an sogenannter Wokeness – nicht nahe stehe, reagierte er scharf. "Bis zu dieser Frage hielt ich Sie für einen aufgeweckten Interviewpartner", sagte er. Anschließend erklärte Hallervorden, worin für ihn der zentrale Unterschied zur AfD liege. Die Partei unterwerfe jedes Thema der Idee einer "deutschen Identität". Das bedeute aus seiner Sicht, dass die AfD Artikel 1 des Grundgesetzes insgeheim umdeute: "Die Würde des Deutschen ist unantastbar!" Er selbst bewerte Menschen nicht nach ihrer nationalen Zugehörigkeit, sagte Hallervorden. Für ihn seien alle Menschen gleich – "genau in dieser unterschiedlichen Gesinnung liegt der gravierende Unterschied zwischen mir und der AfD". Eine Alleinregierung der AfD in Sachsen-Anhalt hatte er zuvor auch als Gefahr für die Kulturlandschaft beschrieben.