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„Digger“: Neuer Kinofilm mit Tom Cruise

Unterhaltung

Auch ein steinreicher Ölmogul hat es nicht leicht: Denn glaubt man Digger Rockwells hauseigenem Tierarzt, hat seine geliebte Katze Maggie noch „zwischen zwei Wochen und fünf Minuten“ zu leben. Maggie wird seit Jahren am Leben gehalten, auch wenn sie augenscheinlich nur noch sterben will. Doch nicht nur um die Katze steht es ausgesprochen schlecht.

Die satirische Komödie „Digger“ startet am 1. Oktober in den deutschen Kinos. Im Film ist oft nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Digger Rockwell (Tom Cruise) ist der mächtigste Mann der Welt: ein milliardenschwerer Erbe eines Ölunternehmens, der in einem riesigen Anwesen voll mit ausgestopften Tieren lebt. Rockwell trägt Cowboystiefel, liebt seine Katze Maggie, liebt Amerika und interessiert sich nicht dafür, was andere ihm sagen.

Auch nicht, als ein Mitarbeiter auf einer seiner Ölplattformen ihn vor einer drohenden Explosion warnt. Daraufhin löst sich eine riesige Eisscholle in Grönland und droht, Europa mit einem gewaltigen Tsunami zu überrollen. Nun will der mächtigste Mann der Welt beweisen, dass er sie retten kann. „Digger hat uns in diese Scheiße geritten und Digger gräbt uns da auch wieder raus!“, findet auch der cholerische Präsident der Vereinigten Staaten (John Goodman).

Wichtiger als die Rettung der Menschheit ist Digger jedoch die Rettung seines eigenen Images. „Ich kann den Lauf der Natur nicht kontrollieren, das Narrativ allerdings schon“, sagt er in einer Szene zu dem Wissenschaftler Ganesh, der ihm das Ausmaß der Katastrophe zu erklären versucht. Für den Ölunternehmer ist nicht er selbst, sondern die Menschheit an der Katastrophe schuld – das ist sein Narrativ: „Was passiert, wenn ich aufhöre zu bohren? Ihr verhungert, ihr erfriert alle.“ Ein schlechtes Gewissen hat Digger Rockwell nicht. Er ist überzeugt: „Mutter Natur, sie liebt Gewinner.“

Die ersten Reaktionen zu „Digger“ von Regisseur Alejandro González Iñárritu (“Birdman“, „The Revenant“) fielen gemischt aus: Während manche in dem Film eine geniale Gesellschaftskritik sehen, sind andere Rezensenten der Meinung, dass „Digger“ seinem Publikum mehr zutrauen könnte. Iñárritus neuer Film erinnert an „Don’t Look Up“, eine Science-Fiktion-Komödie aus dem Jahr 2021, in der zwei mittelmäßige Astronomen entdecken, dass in wenigen Monaten ein Asteroid den Planeten Erde zerstören wird. Nun laufen Filme, die sich mit der Zerstörung der Umwelt auseinandersetzen, oftmals Gefahr, ziemlich plakativ zu sein. Das versucht „Digger“ mit einem interessanten Plot-Twist zu vermeiden. Ohne zu viel zu verraten: „Digger“ spielt mit den Erwartungen der Zuschauer.

Großartig ist die Besetzung: Neben Tom Cruise in der Hauptrolle, sind unter anderem Sandra Hüller, John Goodman und Jesse Plemons zu sehen. Besonders John Goodman (“Flintstones“, „The Big Lebowski“) als skrupelloser, cholerischer amerikanischer Präsident liefert eine beeindruckende Performance. Auch Riz Ahmed als Wissenschaftler Ganesh, der den ignoranten, alten Herren das Ausmaß der Katastrophe zu erklären versucht, ist stark. Sandra Hüller spielt als Digger Rockwells Schwester Emma eine interessante und ambivalente Figur.

Gelungen sind auch die Kostüme und Sets. Tom Cruise beweist Mut zur Hässlichkeit. Als Ölmogul Digger Rockwell ist er kaum wiederzuerkennen. Cruise hat einen sichtbaren Wohlstandsbauch und lichtes, helles Haar. Von seinem „Top Gun“-Zahnpastalächeln-Charme ist nichts mehr übrig. Das Setdesign changiert von den dunklen, satten Farben in Diggers Anwesen zu fast farblos wirkenden Szenen. Das macht den Film visuell höchst interessant und abwechslungsreich.

„Digger“ ist kein gewöhnlicher Film über Naturkatastrophen und Weltrettung. Am vielen Stellen lohnt es sich, zwei Mal hinzuschauen. Und es ist sicherlich ein Film, den mal mehr als ein Mal sehen und bei dem man immer wieder neue Details entdecken kann. „Digger“ ist eine intelligente schwarze Komödie, die seine Zuschauer an der Nase herumführt – und sie mit wenig Aussicht auf eine bessere Zukunft zurücklässt.

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