DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,04 % 64.336,91 USD 09:20:17 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Digitalisierung in Thüringen: Seniorenrat warnt vor Ausgrenzung

Technologie

Hürden am Handy Ältere durch Digitalisierung abgehängt? - Was Senioren helfen könnte Stand: 22.07.2026 10:36 Uhr Mal schnell online ein Ticket für den Zug kaufen, am Computer einen Termin für den neuen Personalausweis bei der Stadt buchen, oder mit dem Handy Geld überweisen - die Digitalisierung nimmt in unserem Alltag immer mehr Raum ein. Das Problem dabei: Gerade ältere Menschen kommen hier nicht mit. Davor warnt der Thüringer Landesseniorenrat. von Wolfgang Hentschel, MDR THÜRINGEN Keine Frage: Auch in Thüringen nutzen immer mehr ältere Menschen die digitalen Angebote. Der Anteil der Älteren, die keine Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung haben, ist in Thüringen im Bundesvergleich sogar relativ groß. Das zeigt etwa die sogenannte D21-Studie. Aber unter den Älteren gibt es eben auch eine Gruppe, die Probleme hat mit der Digitalisierung. Das betrifft gerade die über 70-Jährigen. Ihnen fehlt nicht selten das Wissen für den Umgang mit Handy und Tablet. Und sie haben auch Berührungsängste, also Angst, etwas falsch zu machen oder gehackt zu werden. "Das macht uns Sorgen", sagt Jan Steinhaußen, Geschäftsführer des Landesseniorenverbandes. "Man muss davon ausgehen, dass in einer Übergangszeit eine Anzahl von Menschen mit der digitalen Technik nicht oder nicht gut umgehen kann." Daraus ergebe sich die Gefahr, dass diese Menschen von der Teilhabe abgeschnitten würden. Seniorenverband: Auch analoge Angebote anbieten Laut Steinhausen ist es denkbar, für diese Bevölkerungsgruppe anfangs noch analoge Angebote parallel vorzuhalten. Aber auf längere Sicht sei das kaum möglich. Steinhaußen fordert daher Unterstützung für Ältere. Helfen können seinen Angaben nach Verwandte und Nachbarn, wenn es um kleinere Dinge geht - wie das Bestellen eines Tickets für den Nahverkehr. Volkshochschulen könnten Fortbildungskurse anbieten. Forderung: Digitale Angebote einfach gestalten Gefordert sind laut Steinhaußen auch Land und Kommunen, sie müssten ihre eigenen Webseiten barrierefrei oder barrierearm gestalten. "Es gibt sehr einfach zu bedienende Webseiten und Formulare. Es gibt auch das Gegenteil, schwierig gestaltete Webseiten, sehr elaborierte und komplizierte Formulare. Daher ist der Appell an die Anbieter, das möglichst einfach zu gestalten", sagt Steinhaußen. Hilfreich könne auch sein, wenn etwa Sozialämter und flächendeckende Pflegestützpunkte den Senioren digitale Hilfe anbieten könnten. Idee: Junge Menschen helfen in Seniorenheimen Digitalminister Steffen Schütz (BSW) hält es ebenfalls für wichtig, älteren Menschen bei der Digitalisierung zu helfen. Etwa in Nachbarschaftstreffs oder in speziellen Anlaufpunkten in den Gemeinden. Hier müssten aber auch die Kommunen mitziehen. Der Minister verweist darauf, dass sein Ministerium im Herbst das sogenannte "Freiwillige Soziale Jahr - digital" startet. Hier helfen junge Menschen etwa in den Seniorenheimen beim Umgang mit Handy und Tablet. Für den Pilotjahrgang 2026/2027 stehen 15 Plätze zur Verfügung. Außerdem unterstützen in Thüringen auch schon die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Agathe-Programms ältere Menschen bei digitalen Problemen. Auch die sogenannten Digitalen Engel, gefördert unter anderem vom Sozialministerium, fahren mit einem Infomobil durchs Land und unterstützen ältere Menschen dabei, digitale Angebote im Alltag zu nutzen, Unsicherheiten abzubauen und ihr digitales Wissen zu erweitern. MDR (wh/mm)

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