Diktator-Tochter & „Prinzessin”: Gulnara Karimovas Skandal-Leben
Die brutale Herrschaft von Usbekistans ehemaligem Präsidenten Islam Karimov (†78) verbreitete weltweit Schrecken. Zwar hielt er offiziell den Präsidententitel, doch sein Wirken glich eher dem eines Diktators. Im Jahr 2016 verstarb der Absolutist, doch seine Tochter Gulnara Karimova (54) setzt sein Skandal-Erbe fort. Zwar äußerte sie sich damals sogar kritisch zum Regime ihres Vaters, Karimova spielte jedoch im Hintergrund ihre eigenen Machtspiele, für die sie noch bis 2028 eine Haftstrafe in Usbekistan verbüßen muss. Gulnara Karimova ist eigentlich keine echte Prinzessin Und das, obwohl ihr Ruf zunächst ganz anderes hatte vermuten lassen: als Jetset-Queen und Superreiche verlieh sie ihrem Heimatland eine Prise Glamour und bekam daher den Spitznamen „Prinzessin von Usbekistan“ – obwohl sie strenggenommen keine Adelige ist. BUNTE.de fasst euch die dramatischen Ereignisse rund um die Diktator-Tochter, die ihr Glück zwischenzeitlich auch als Popsängerin versuchte, zusammen. Usbekistans Diktator-Tochter war Designerin und Sängerin Bevor Karimovas Ruf sich für immer verändern sollte, schien alles noch in geordneten Bahnen zu verlaufen. Sie machte ihren Abschluss in Internationaler Wirtschaft, erlangte den Doktorgrad und Professorentitel in Politikwissenschaft und arbeitete unter anderem zeitweise als Beraterin des usbekischen Außenministers. Sie stellte ihre Fähigkeiten als Botschaftsrätin und stellvertretende Außenministerin unter Beweis und engagierte sich sozial. ANZEIGE ANZEIGE Ihre Leidenschaft galt aber auch dem Schmuck- und Modedesign sowie der Musik. Unter dem Künstlernamen „Googoosha“ trat sie als Popsängerin auf und sang unter anderem mit Julio Iglesias (82) und Gérard Depardieu (77). Reich, schön und smart – es schien nichts zu geben, was die Tochter des usbekischen Staatspräsidenten nicht konnte. Doch die Fassade begann schließlich zu Bröckeln. Der „Prinzessin“ wurde Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen So wurde der „Prinzessin“ vorgeworfen, Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Im Gegenzug sollen verschiedene ausländische Telekommunikationsunternehmen durch sie an Mobilfunklizenzen und Frequenzen in Usbekistan gekommen sein. Es heißt, Karimova habe mehrere Scheinfirmen betrieben, um den Schwindel aufrechtzuerhalten. Und damit nicht genug: die Bestechungsgelder sollen in mehrere Länder verschoben worden sein, unter anderem auch in die Schweiz. Man warf ihr vor, an Geldwäsche beteiligt gewesen zu sein, doch zur Gerichtsverhandlung in der Schweiz kam es aufgrund besonderer Umstände nicht. Das dortige Verfahren gegen sie wurde eingestellt. Machtkampf in der Familie: Gulnara Karimova wurde 2014 unter Hausarrest gestellt Ohne Strafe blieb sie aber dennoch nicht. Schon 2014 wurde sie unter Hausarrest gestellt. Lange Zeit hatte es kein Lebenszeichen von ihr gegeben, erst später wurden Informationen zum Arrest bekannt. Es wird vermutet, dass ihre öffentliche Kritik an ihrem Vater und Streit mit ihrer Mutter sowie ihrer Schwester zu dieser drastischen Maßnahme geführt haben sollen. Sie beschuldigte die beiden unter anderem, in Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst im Rahmen eines innerfamiliären Machtkampfes gegen sie zu intrigieren. Auch warf sie ihnen Okkultismus und Berührungspunkte mit schwarzer Magie vor. Karimova verbüßt Strafe im Gefängnis Seit 2017 verbüßt die 54-Jährige auch offiziell eine Haftstrafe wegen Betrugs und Geldwäsche in ihrer Heimat. Man hatte ihr zunächst zugestanden, ihre Haft im Hausarrest zu verbringen, doch nachdem sie mehrfach unerlaubt ihre Wohnung verlassen und das Internet genutzt habe, wurde sie 2019 ins Gefängnis verlegt. Ihre Tochter hatte über einen Instagram-Post verbreitet, ihre Mutter sei „gewaltsam“ aus deren Wohnung geholt worden. Diese neue Haftform ist auch der Grund, weshalb sie nicht in der Schweiz vor Gericht erscheinen konnte: die usbekischen Behörden hatten ihr die Ausreise untersagt. Dementsprechend ist es unmöglich an Karimova heranzukommen, bevor die Verjährungsfrist verstreicht. Der Skandal um die unadelige Prinzessin bleibt undurchsichtig Voraussichtlich noch bis Ende 2028 soll die Tochter des verstorbenen Diktators im Gefängnis bleiben. Ihr Vater ist inzwischen tot, mit ihrer Familie ist sie weiterhin zerstritten. Wie es nach dem Gefängnis für die ehemals als Prinzessin betitelte, gefallene Karimova weitergehen wird, ist noch völlig unklar. Fakt ist: Der Fall Karimova ist bis heute undurchsichtig und es bleiben viele Fragen offen ...