Direkte orale Antikoagulanzien versus Phenprocoumon: Mortalität, thromboembolische und schwere Blutungsereignisse
Thromboembolische Ereignisse sind die Hauptursache für ischämische Herzerkrankungen und einen Schlaganfall. Zur Prophylaxe wird in verschiedenen Leitlinien zu Vorhofflimmern eine orale Antikoagulationstherapie empfohlen (1–3). Heutzutage sind dabei die Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban die bevorzugte Wahl gegenüber einem Vitamin-K-Antagonisten (VKAs). In den wegweisenden randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) für die Prophylaxe eines Schlaganfalls bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern wurden alle NOAKs gegen Warfarin verglichen (4–7). Warfarin ist das gebräuchlichste VKA weltweit (8) und wird zum Beispiel in den USA, Großbritannien und China eingesetzt. Das in Deutschland hingegen übliche VKA, Phenprocoumon, wurde in den RCTs nicht getestet (9). Phenprocoumon und Warfarin unterscheiden sich erheblich bezüglich der pharmakologischen Eigenschaften, zum Beispiel bei der Plasmahalbwertszeit oder beim Metabolismus (10). RCTs zum Vergleich von VKAs gibt es wenige und diese konzentrieren sich auf die Prothrombinaktivität oder die Zeit im therapeutischen Bereich (TTR, „time in therapeutic range“) mit uneindeutigen Ergebnissen (e1, e2, eSupplement-Tabelle 1). Beobachtungsstudien aus Dänemark, Brasilien und Österreich haben einen Vorteil von Phenprocoumon gegenüber Warfarin hinsichtlich der Qualität der Antikoagulation gezeigt (e3–e5, eSupplement-Tabelle 1), wobei bei Patientinnen und Patienten unter Phenprocoumon eine höhere TTR als unter Warfarin berichtetet wurde.