Disc-Aus bei Sony: 400-Millionen-Klage spitzt sich zu - Verbraucherschützer warnen vor Preismonopol im PS Store
Wer ab 2028 ein neues PlayStation-Spiel im Laden kauft, bekommt keine Disc mehr. Stattdessen wird sich im Inneren der Plastikhülle nur noch ein Download-Code befinden. In der vergangenen Woche verkündete Sony nämlich offiziell das Aus des physischen Datenträgers und löste damit auch prompt eine Welle der Empörung aus. So kämpfen Fans weltweit mit Petitionen und Boykottaufrufen gegen die Digital-Welle an. Schließlich wird nicht nur das fehlende Gefühl des Besitzes bemängelt, sondern vor allem auch der Wegfall des Gebrauchtmarkts und ein mögliches Preismonopol im PS Store, vor dem jetzt auch Verbraucherschützer warnen. Die „Sony-Steuer“ im Visier: 400-Millionen-Klage aus den Niederlanden Dabei wird es für Sony schon jetzt ziemlich ungemütlich: In den Niederlanden vertritt die Non-Profit-Organisation Stichting Massaschade & Consument mittlerweile rund 1,7 Millionen niederländische Gamer in der Sammelklage „Fair PlayStation“. Ihr Ziel: mehr als 400 Millionen Euro Schadenersatz für die Spieler wegen der sogenannten „Sony-Steuer“. Dabei handelt es sich um die 30-prozentige Abgabe im PS Store, die die Preise für digitale Versionen von Videospielen künstlich hochtreibt. Und das angekündigte Disc-Aus würde die Situation nochmals deutlich verschärfen, wie Lucia Melcherts, die Vorsitzende der Organisation, jetzt gegenüber den Kollegen von Wccftech deutlich machte: „Das Ende der physischen Discs beseitigt den letzten Ort, an dem ein PlayStation-Spiel noch zu einem wettbewerbsfähigen Preis gekauft und verkauft werden konnte.“ Verbraucherschützer warnen: Das Ende für Budget-Gamer Sobald die Disc wegfällt, würde laut Melcherts das gesamte Ökosystem für Budget-Gamer in sich zusammenbrechen: „Keine Discs bedeutet keinen Gebrauchtmarkt und keine Alternative zum PlayStation Store, so von 2028, Sony alleine entscheidet, was ein Spiel kostet und sogar wie lange man es nutzen darf.“ Und genau diese totale Machtlosigkeit der Käufer soll nun vor Gericht angeprangert werden. Denn für die Verbraucherschützer ist das aktuelle Modell schlichtweg unfair: „Das ist genau der Schaden, um den es in unserer ‚Fair PlayStation‘-Klage geht: Ein Preis kann niemals fair sein, wenn dem Käufer weder Eigentum noch eine Alternative bleibt.“ Dabei ist die Niederlande nur die Spitze des Eisbergs und Sonys Rechtsabteilung hat an mehreren Ecken kräftig zu tun. So läuft in Großbritannien die Klage „PlayStation You Owe Us“ der Verbraucherschützerin Alex Neill. Dort geht es um unglaubliche 2 Milliarden Pfund, doch Sony argumentiert, dass die Preise im PS Store fair seien und lediglich die Kosten für den Betrieb und die Sicherheit der Plattform widerspiegeln. Und auch in den USA droht juristischer Widerstand: Erst im Frühjahr hat eine Sammelklage aufgrund der künstlich aufgeblähten Digitalpreise eine vorläufige gerichtliche Genehmigung für einen millionenschweren Vergleich erhalten.