Disc-Aus bei Sony: Community ruft zum „PSBlackout“ und damit zur bislang größten Boykott-Aktion auf
Seit der offiziellen Bestätigung durch Sony am 1. Juli, dass neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc erscheinen werden, brennt in den sozialen Medien und unter fast jedem YouTube-Video des Konsolenherstellers der Baum. Zudem starteten frustrierte Spieler bereits Petitionen und riefen dazu auf, laufende PS-Plus-Abonnements sofort zu kündigen oder nicht mehr zu verlängern, um Sony zum Umdenken zu bewegen. Und nun holt die Community zum bisher größten Gegenschlag aus und plant eine koordinierte Boykott-Aktion gegen das drohende Disc-Aus. Der Aufruf zum PSBlackout So war es jetzt der bekannte X-Account Does It Play?, bekannt für seine Recherchen zur Lauffähigkeit von Discs ohne Online-Zwang, der zum sogenannten „PSBlackout“ aufruft, um dem Protest eine spürbare Form zu verleihen. In einem Statement heißt es, Sony habe sich über die letzten Jahre immer weiter von seiner Kern-Community entfernt – sei es durch „die Schließung beliebter Studios wie Bluepoint, das Verfolgen einer verfehlten Live-Service-Strategie, das Absagen von Fan-Events, das Sterbenlassen der PSVR2 oder die völlige Entfremdung von den Marken, deren Rückkehr sich die Spieler wünschen.“ Das Disc-Aus sei jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe. Deshalb werden PlayStation-Spieler weltweit dazu aufgerufen, ihre Konsolen von Sonntag, dem 23. August (19 Uhr), bis Sonntag, dem 30. August (19 Uhr), komplett ausgeschaltet zu lassen. Ziel der Aktion: den Druck auf die Führungsetage von Sony Interactive Entertainment zu erhöhen, indem man eine sichtbare Delle in den täglichen Nutzerzahlen und den laufenden Store-Umsätzen hinterlässt. Kann die Community etwas bewirken? Doch wird der einwöchige Boykott bei Sony überhaupt mehr als ein müdes Schulterzucken auslösen? Während der „PSBlackout“ auf Reddit und X zwar ordentlich Rückenwind erhält, zeigen sich die Kollegen von Insider Gaming extrem skeptisch, was die tatsächliche Wirkung angeht. Womöglich könnte man Sony sogar einen kleinen Gefallen tun, da noch Geld gespart wird: Das PlayStation Network nutzt automatisierte Cloud-Strukturen (AWS/Kubernetes), die ihre Kapazitäten dynamisch an die Auslastung anpassen. Und wenn eine Woche spürbar weniger Spieler online sind, sinken Sonys Server- und Betriebskosten in diesem Zeitraum automatisch. Obendrein kollidiert der Boykott-Zeitraum Ende August mit keinerlei großen Veröffentlichungen. Zwar würde ein Streik zum Release eines PS5-Exklusivtitels wie „Marvel’s Wolverine“ im September deutlich mehr schmerzen, doch nur die wenigsten Protestierenden dürften bereit sein, ihren eigenen Spielspaß bei einem echten Highlight zu opfern. Der wohl entscheidende Punkt: Physische Verkäufe machen ohnehin nur noch einen Bruchteil aus. Selbst die großen Petitionen gegen das Disc-Aus bringen es zwar auf Hunderttausende Unterschriften, machen gemessen an den über 120 Millionen aktiven PSN-Nutzern aber gerade einmal einen verschwindend geringen Bruchteil (ca. 0,2 Prozent) aus. Der Frust der Fans ist absolut verständlich, doch am Ende kämpfe eine zwar laute, aber sehr kleine Minderheit gegen eine unumstößliche Geschäftsentscheidung. Auch Branchenanalysten hatten zuletzt bereits erklärt, dass die Spieler mit ihren Aktionen nichts mehr bewirken können. Dementsprechend bleibt abzuwarten, ob der „PSBlackout“ Ende August tatsächlich spürbare Wellen schlagen wird – oder leise verpufft.