Discs am Tag auf Null – Produktion wird umgestellt und Hoffnung schwindet • JPGAMES.DE
Die Trauer und Wut über das angekündigte Ende der Disc-Produktion ist bei dem ein oder anderen dem Fünkchen Hoffnung gewichen, man könne mit genug Gegenwind doch noch ein Umdenken bei Sony erwirken. Immerhin hat es schon mal geklappt: 2021 verschob Sony die Einstellung des PS3-Stores um fünf Jahre, nachdem Fans vehement protestiert hatten. Wir wollen eurem Kampf nicht den Wind aus den Segeln nehmen – eigentlich ganz im Gegenteil. Doch vieles deutet darauf hin, dass Sony diesmal nicht einknickt. Die Umstellungen bezüglich der Einstellung der Disc-Produktion sind bereits im vollen Gange. Das muss man jedenfalls annehmen, wenn man die Neuigkeiten über die DADC Europe GmbH liest. Die Sony-Tochter ist eine von mehreren Niederlassungen, die CDs, DVDs und Blu-rays für Sony presst. Allein bei DADC in Thalgau (Österreich) sind das aktuell noch 600.000 Disc-Auslieferungen am Tag – davon entfällt etwa die Hälfte auf PS5-Spiele. Das Management in Thalgau weiß von dem Disc-Aus nicht erst aus den Medien – dort stellt man laut einem GamesWirtschaft-Bericht schon fleißig um. Auch das ORF berichtet. Die Nachricht sei „keine Überraschung“ gewesen, sagt DADC-Chef Dietmar Tanzer. Jetzt stellt die Unternehmensleitung mit dem gesammelten Know-how auf neue Geschäftsfelder um. 30 Millionen Euro werden in die Entwicklung sogenannter Micro Optics investiert. Mikrolinsen, die Licht lenken und projizieren. Einsatzbereiche: Logistik und Automobil-Industrie. „Eine Anwendung wäre zum Beispiel ein KFZ-Blinker, der auf Asphalt projiziert wird“, sagt Markus Streibl von DADC. Schon nächstes Jahr soll die neue Produktion serienreif werden – immerhin: Jobs seien nicht in Gefahr. Aktuell arbeiten etwa 300 Menschen im Werk und das soll auch 2028 so bleiben. Die Umschulungen beginnen bereits. Bildmaterial: Sony