Disney+: Sonderkündigungsrecht für Premium-Kunden nach Wegfall von 4K und HDR
Disney zieht Konsequenzen aus dem Wegfall von Funktionen in Disney+: Wer ein Premium-Abo hat, kann es in Deutschland nun vorzeitig und ohne finanzielle Nachteile kündigen. Grund sind die Einschränkungen bei 4K und HDR, die der Patentstreit mit dem Patentverwerter InterDigital ausgelöst hat. Darüber informiert Disney Abonnenten in einer Mail, die heise online vorliegt. Weiterlesen nach der Anzeige Das Sonderkündigungsrecht gilt 30 Tage ab dem Erhalt der Mail-Benachrichtigung. Eine Begründung müssen Kunden laut der Mail nicht liefern. Das Abo endet, sobald Disney die Anfrage bearbeitet hat. Den im Voraus bezahlten, ungenutzten Teil des Abrechnungszeitraums erstattet das Unternehmen anteilig zurück. Davon profitieren vor allem Kunden mit Jahresabo: Das Premium-Abo kostet 160 Euro im Jahr. Wer erst kürzlich gebucht hat und sich nun über mangelnde Bildqualität ärgert, kann sich den hohen gezahlten Betrag zu großen Teilen wieder zurückholen. Bei Abonnenten im Monatsabo geht es derweil um die verbleibenden Tage des laufenden Abrechnungszeitraums, weil sie ihr Abo ohnehin zum Folgemonat kündigen können. 4K nicht auf allen Geräten Das Angebot gilt nur für Premium-Abonnenten, weil ausschließlich sie von den fehlenden Features direkt betroffen sind: 4K-Streaming und HDR sind Funktionen, für die Premium-Nutzer im Vergleich zu anderen Abonnenten draufzahlen. Die beiden Standard-Pakete bieten ohnehin nur Full-HD-Streaming mit SDR-Umfang. Zumindest 4K-Streaming hat Disney nach dem Wegfall auf einigen Geräten wiederhergestellt. Dazu zählen laut Mail Android-TV-Geräte einschließlich ausgewählter Modelle von Google, Philips und Sony, aber auch Amazons Fire TV, LG-Fernseher ab 2020 sowie Sky Glass und Sky Stream. Die Aufzählung ist ausdrücklich nicht abschließend. Weitere Geräte sollen künftig hinzukommen. HDR fehlt derweil weiterhin komplett. Streit mit InterDigital Weiterlesen nach der Anzeige Auslöser für die Umstellung ist ein Patentstreit. Am 23. Juli erwirkte InterDigital vor der Düsseldorfer Lokalkammer des Einheitlichen Patentgerichts eine Verfügung gegen Disney, die das HEVC-Encoding betrifft. Wenige Tage später verschwanden 4K und HDR komplett aus dem deutschen Angebot. Tests von heise online deuten darauf hin, dass Disney anstelle des beanstandeten HEVC-Codecs mittlerweile mit VP9 in 4K-Auflösung streamt. Der Streit läuft schon länger: Das Landgericht München entschied im vergangenen November, dass Disney+ beim Streaming von Videos mit dynamischem HDR-Bild gegen Rechte von InterDigital verstößt. Anfang des Jahres nahm Disney daraufhin Dolby Vision, HDR10+ und 3D-Inhalte aus dem deutschen Angebot, bevor auch das Standardformat HDR10 folgte.