DJ Kavinsky: "Nightcall"-Komponist tot in seiner Wohnung aufgefunden
Der französische Musiker und Produzent DJ Kavinsky, mit bürgerlichem Namen Vincent Belorgey, ist gestorben. Wie der französische Sender BFM TV und die Zeitung »Le Figaro« berichteten, wurde er tot in seiner Wohnung in Paris aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft erklärte, es sei »eine Untersuchung zur Klärung der Todesursache« eingeleitet worden. Allerdings seien bisher keine verdächtigen Anhaltspunkte entdeckt worden. Belorgey war bekannt für seinen an die Elektropopklänge der Achtzigerjahre angelehnten Stil. Sein 2013 erschienenes Debütalbum trug den Titel »Outrun«, nicht zufällig, wie er dem Fachmagazin »Spin« in einem Interview verriet: Das gleichnamige Racing-Game aus den Achtzigerjahren habe er früher viel gespielt, sagte Belorgey. Die Liebe zu Videospielen zog sich durch sein Schaffen. Ein Remix seiner Debütsingle »Testarossa Autodrive« wurde sowohl in »Grand Theft Auto IV« als auch dem Rennspiel »Gran Turismo 5 Prologue« gefeaturt. Ein Zombie als Alter Ego Weltweit bekannt wurde Belorgey durch seine Single »Nightcall«, die den Vorspann des Hollywoodfilms »Drive« mit Ryan Gosling unterlegt. 2024 spielte er den Song zusammen mit der belgischen Sängerin Angèle und der französischen Band Phoenix bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Paris. DJ Kavinsky ist eine von Belorgey erdachte Kunstfigur. Sie ähnelt ihm, hat aber rote Augen und eine blaue Haut. 1986, so die fiktionale Biografie, starb Kavinsky in einem Crash mit seinem Ferrari Testarossa, nur um 2006 als Zombie zurückzukehren und elektronische Musik zu machen. »Ich kann nicht einfach so komponieren. Diese Geschichte war ein guter Startpunkt für mich«, sagt Belorgey im Interview mit »Spin«. Belorgey wurde oft mit französischen Bands wie Daft Punk und Justice verglichen, mit denen er auch tourte. Mit seinem von ihm erschaffenen künstlerischen Achtzigerjahre-Universum war er aber doch einzigartig. Am 31. Juli wäre er 51 Jahre alt geworden.