dm plant Herz-Kreislauf-Check trotz Ärzte-Kritik
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Blutwerte beim Drogeriemarkt, Augen-Check zwischen Shampoo und Zahnpasta und bald auch noch Herz-Kreislauf-Tests? Drogerieriese dm baut sein Gesundheitsgeschäft weiter aus. Und das, obwohl wegen bestehender Angebote bereits zwei Gerichtsverfahren anstehen. Als Nächstes nimmt dm das Thema Herz-Kreislauf ins Visier. „Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagt Geschäftsführer Sebastian Bayer. Die Technik sei inzwischen so weit, dass Sensoren zahlreiche Vitaldaten schnell und zuverlässig erfassen könnten. Dafür könne es etwa reichen, sich angezogen in eine spezielle Kabine zu stellen. Wann es losgeht? Noch offen. Bayer: „Ich gehe aber davon aus, dass wir noch in diesem Kalenderjahr an den Start gehen.“ Auch der Partner für das Angebot steht bisher nicht fest. Augen-Check bald in 30 Filialen Schon vor rund einem Jahr startete dm mit Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings. Jetzt wird der Augen-Check deutlich ausgeweitet: Statt bisher acht sollen künftig 30 Filialen mitmachen. Die Umbauten sind für Ende August und September geplant. Getestet wird sowohl in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins mit vergleichsweise wenigen Augenärzten als auch in Großstädten. Drogerieriese dm will sehen, wo das Angebot besonders gut ankommt. Die Blutanalysen sind derzeit ausgesetzt. Das Interesse der Kunden sei aber groß gewesen. Bayer: „Das will dm stärker selbst in die Hand nehmen.“ Bei Haut-Checks soll vor allem die Weiterleitung an einen Online-Hautarzt verbessert werden. Ärzte warnen vor den dm-Checks Doch die Gesundheits-Offensive sorgt für Streit. Die Berufsverbände der Augenärzte (BVA) und Dermatologen (BVDD) kritisieren unter anderem fachliche Standards, warnen vor Verunsicherung durch auffällige Befunde und sehen den Werbecharakter kritisch. Dazu kommt die Frage: Was passiert, wenn tatsächlich etwas gefunden wird? Termine bei Haut- und Augenärzten sind vielerorts ohnehin knapp. Jetzt landet Gesundheitsangebot vor Gericht Wegen des Augenscreenings hat die Wettbewerbszentrale dm verklagt. Sie will unter anderem verhindern, dass Untersuchungen zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Nicht-Ärzte durchgeführt und entsprechend beworben werden. Am 9. September verhandelt das Landgericht Karlsruhe. Im November folgt vor dem Landgericht Düsseldorf ein weiteres Verfahren um einen Kooperationspartner von dm.