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Dobrindt spricht von Anschlagsplänen: Ermittler entdeckten vergangenes Jahr Waffendepot am Rand Berlins

Nation

Deutsche Sicherheitsbehörden haben im Oktober 2025 ein Waffendepot am Rand von Berlin ausgehoben, sagte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag bei einer kurz zuvor angesetzten Stellungnahme in seinem Ministerium. Damit bestätigte er Berichte des Rechercheverbunds aus „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR und des „Spiegel“.

Der Generalbundesanwalt ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts der Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte Dobrindt. Ein Tatverdächtiger sei in Rumänien in U-Haft. Auch in dem EU-Mitgliedsstaat gebe es Hinweise auf Anschlagspläne.

Dobrindt geht davon aus, dass es Anschlagspläne mit den im Depot gelagerten Waffen gab. Mit Details zu dem festgenommenen Verdächtigen hielt sich der Minister mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zurück. Zu einem möglichen Anschlagsziel könne er ebenfalls keine Angaben machen. Er sieht bislang „keinen Sachzusammenhang“ zu anderen Vorfällen. Der Fund zeige aber, „dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen“, sagte der Innenminister.

Dobrindt schließt Beteiligung „fremder Mächte“ nicht aus

Eine Beteiligung „fremder Mächte“ sei nicht auszuschließen, sagte Dobrindt. Auch sei der Vorfall kein Einzelfall. Im April sei etwa in Berlin ein kasachischer Staatsbürger wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeiten festgenommen worden. Im August habe es eine weitere Festnahme wegen Sabotageverdachts gegeben. Es handele sich dabei um sogenannte Wegwerf-Agenten.

Ermittler des Verfassungsschutzes hätten das Versteck gemeinsam mit dem LKA Berlin in einem Wald am Rande von Berlin entdeckt und zwei Handfeuerwaffen und Munition gefunden. Statt die Waffen sicherzustellen, seien diese funktionsunfähig gemacht worden, „sodass eine mögliche Gefahr, (...) unmittelbar ausgeräumt worden ist“. Im Anschluss sei das Depot überwacht worden.

Das Depot gilt dem Bericht zufolge inzwischen als „tot“. Es sei nicht erneut von den Tätern aufgesucht worden. Die Waffen seien zudem mit GPS-Trackern ausgestattet worden. Wann und ob, die Überwachung eingestellt wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Auch Dobrindt äußerte sich nicht dazu.

Steckt Russland hinter dem Waffendepot?

Der Verfassungsschutz geht laut dem Bericht davon aus, dass die Waffen im Auftrag Russlands etwa für Attentate in Deutschland deponiert worden seien. Der im Oktober in Rumänien Festgenommene steht demnach im Verdacht, das Depot angelegt zu haben. Behördenchef Sinan Selen warnt seit Längerem, dass Russland in Deutschland Anschläge auf Personen verüben könnte. Im Visier stünden dabei Rüstungsmanager, Oppositionelle im Exil und Ukraine-Unterstützer.

Der Verfassungsschutz äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht. Zu Angelegenheiten, die etwaige konkrete nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten beträfen, nehme man grundsätzlich nicht öffentlich Stellung. „Damit ist keine Aussage darüber getroffen, ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht.“

Wie der „Spiegel“ berichtet, untersuchen die Ermittler eine mögliche Verbindung zwischen dem Waffendepot und einer offenbar von Russland initiierten Sabotagekampagne gegen ukrainische Logistiklinien. Mehrere im vergangenen Oktober in Polen und Rumänien festgenommene Personen sollen damit in Verbindung stehen. Unklar ist, ob sich die Person, die im Verdacht steht, das Depot angelegt zu haben, unter den damals acht festgenommenen mutmaßlichen Saboteuren befindet.

Polen wirft den damals festgenommenen Personen unter anderem vor, Sendungen mit Zündern und chemischen Substanzen, die einen Brand oder eine Explosion verursachen könnten, vorzubereiten und in die Ukraine zu senden. Mindestens drei der damals gefassten Personen hätten eine ukrainische Staatsbürgerschaft gehabt. (mit dpa)

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