Dokument belegt: VW-Problem zum Millionenrückruf ohne Ersatzteile war seit 2 Jahren bekannt
Der Volkswagen-Konzern sieht sich mit einer der größten Rückrufaktionen der Unternehmensgeschichte konfrontiert. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes sind weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda von dem Problem betroffen. Allein unter dem Label VW müssen über zwei Millionen Wagen in die Werkstätten. Grund dafür ist eine potenziell fehlerhafte Schraube im Bereich der Lenkung, die korrodieren und im schlimmsten Fall brechen kann.
US-Behörden legen Mängel offen: Schrauben-Problem seit Herbst 2024 bekannt
Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) berichtet, wurde der Fehler bereits im September 2026 offiziell gemeldet. Das betroffene Bauteil trägt die firmeninterne Kennzeichnung N10552402. Recherchen des „Handelsblatt“ zeigen zudem, dass die Verantwortlichen im Konzern bereits ab Herbst 2024 erste Hinweise auf die Schwachstelle hatten. Dennoch mangelte es zu Beginn der Aktion an Ersatzteilen und eingespielten Prozessen. Aufgrund temporärer Engpässe bei der neuen Schraube kann es für viele Halter unter Umständen erforderlich sein, zweimal in die Werkstatt zu fahren.
In Deutschland betrifft die Maßnahme laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 900.000 Fahrzeuge der Marke Volkswagen. Werkstätten müssen vor allem bei beliebten Modellen wie dem Golf, dem Tiguan sowie den Familienautos Caddy und Touran nachbessern. Der Vorfall belastet das Unternehmen in einer ohnehin schwierigen Phase und beschäftigt mittlerweile sogar den Aufsichtsrat.
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Präventive Maßnahme in den USA: Sicherheitsmangel birgt globale Risiken
Bei dem Schrauben-Problem handelt es sich um ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko. Bricht die Befestigungsschraube, hängt das Lenkgetriebe dann nur noch an einem Punkt. Wie aus dem am 11. September 2026 veröffentlichten Rückruf der Volkswagen Group of America hervorgeht, kann bei hoher Belastung, besonders beim Einparken, das Gehäuse reißen und die Lenkung ausfallen.
Die Chronologie zeigt, dass dem Konzern das Problem schon lange bekannt war: Im Oktober 2024 ging der erste Feldbericht über eine korrodierte Schraube und ein gebrochenes Gehäuse aus einer Region außerhalb Nordamerikas ein. Daraufhin wurde eine Untersuchung eingeleitet.
Im Laufe des Jahres 2025 traten weitere Fälle auf und Analysen bestätigten den Korrosionsschaden. VW prüfte bereits bessere Beschichtungen. Im März und April 2026 zeigten Tests, dass ein Ausfall vor allem bei Parkmanövern wahrscheinlich ist. Am 4. September 2026 stuften die Sicherheitsgremien von Volkswagen und Audi den Defekt schließlich als sicherheitsrelevant ein und beschlossen den Rückruf.