Dokumentarfilm "Hiddensee": Diese Insel braucht keinen Farbfilm
Artikelzusammenfassung Annekatrin Hendels Dokumentarfilm „Hiddensee“ zerlegt den Inselmythos mit Schwarz-Weiß-Bildern und setzt ihn neu zusammen. Ausgehend von der DDR-Sehnsucht rund um Nina Hagens „Farbfilm“-Echo gräbt der Film tiefer, in Archive, Fotografien und Erinnerungen von Zeitzeugen, und macht Hiddensee als Bühne von Kunst, Ausgrenzung, Anpassung und Vertreibung sichtbar – von der Weimarer Republik über NS-Zeit und DDR bis in die Gegenwart. Dabei montiert Hendel ein dichtes Panorama prominenter Namen, lokaler Anekdoten und politischer Bruchlinien, etwa im Konflikt zwischen einem populistischen Bürgermeister mit Bierzelt-Instinkt und einem weltoffenen Pastor, der auf der Insel fast wie ein Gegenprogramm wirkt. Auch akustisch ist das Werk kein Nostalgie-Podcast, sondern ein vielspuriger Soundtrack aus Bach, Schlager, Punk und Flakes Filmmusik, der zeigt, wie eng auf Hiddensee Hochkultur, Provinztheater und deutsche Geschichte ineinanderrauschen. So wird der Film weniger zur Postkartenromanze als zu einer klugen, leicht ironischen Tiefenbohrung durch 100 Jahre deutscher Zustände – und gerade deshalb wahrhaftiger als jeder touristische Sehnsuchts-Content. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.