Dokumentarfilm "Naza": Israels Armee bestreitet KI-gesteuerte Tötungen im Gazastreifen
Israels Armee hat Vorwürfe »kategorisch« zurückgewiesen, wonach eigene Soldaten mutmaßliche Hamas-Anhänger mithilfe von künstlicher Intelligenz getötet haben. Die Vorwürfe werden in dem Dokumentarfilm Naza erhoben, der am Samstag beim Filmfestival in Venedig ausgezeichnet werden könnte. Das israelische Militär gab bekannt, ausschließlich Menschen würden militärische Ziele auswählen und die Befehle erteilen.
Das Militär zweifelte die Glaubwürdigkeit der interviewten Soldaten an, auf die der am Donnerstag in Venedig vorgestellte Film aufbaut. Es könne »nicht verifiziert« werden, wer die Whistleblower seien, auf deren Aussagen sich der Film der israelischen Investigativreporter Yuval Abraham und Rachel Szor stütze.
»Die angeführten Auszüge enthalten Behauptungen zur nationalen und militärischen Strategie, die eindeutig über das Wissen von Soldaten auf Einstiegsebene hinausgehen«, hieß es weiter.
Wie ein Videospiel
Der 80-minütige Film beruht auf Interviews mit 24 anonymen Personen aus der israelischen Armee sowie den Geheimdiensten. Diese berichten davon, wie sie mutmaßliche Anhänger der Hamas mithilfe des KI-Systems Lavender identifizieren, das Anrufe, Bewegungen und Interaktionen von Bewohnern des Gazastreifens auswerte.
Einer der Interviewten verglich die Arbeit mit einem Videospiel. Die Interviewten berichten, dass bei den so orchestrierten Angriffen zahlreiche Zivilisten getötet werden.
Das Publikum in Venedig würdigte den Film bei seiner Premiere mit stehenden Ovationen über 25 Minuten. Die britische Produktion zählt zu den Favoriten für den Goldenen Löwen.