Donald Trump will Ölkonzerne zu niedrigeren Benzinpreisen zwingen
Nun herrscht eine brüchige Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien (mehr hier ), die Öltransporte über die mehr oder weniger offene Meerenge von Hormus können wieder laufen. Doch an den US-Tankstellen macht sich das noch nicht allzu deutlich bemerkbar. Das hat Trump nun zu bemerkenswerten Aussagen auf seiner Plattform Truth Social bewegt. Dort schrieb der US-Präsident: »Verkäufer von Benzin müssen SOFORT ihre Preise senken.« Und weiter: »Es wird keine Preisabzocke geben, das ist komplett illegal. Wenn Verkäufer das machen, wird es große Probleme geben. Nehmt einen Preis von 2,50 Dollar pro Gallone als Ziel.« Derzeit liegt der Landesdurchschnitt für reguläres Benzin bei knapp unter vier Dollar pro Gallone (3,8 Liter). Das ist zwar niedriger als noch zur Hochzeit des Konflikts – aber weit von Trumps Preisvorstellungen entfernt. Dass ein Präsident versucht, den Ölkonzernen einen Preis vorzugeben, ist (vorsichtig formuliert) ungewöhnlich. Die Trump-Partei bibbert vor den Midterms Hauptursache für den Anstieg der Spritkosten ist der Sprung bei den Rohölpreisen. Der Ölpreis hat sich seit Beginn des Waffengangs teils mehr als verdoppelt. Auslöser dieser Ölpreiskrise ist die Sperrung der Straße von Hormus, durch die zu Friedenszeiten riesige Ölmengen transportiert werden. US-Verbraucher reagieren traditionell empfindlich auf steigende Spritkosten. Politiker fürchten diese Entwicklung entsprechend. Das führte im Vorfeld der vergangenen Präsidentschaftswahlen etwa dazu, dass der damalige US-Präsident Joe Biden die Ukraine bat, Angriffe auf russische Ölinfrastruktur zu unterlassen. Trump und seine Partei könnten bei den anstehenden Midtermwahlen den Ärger vieler Wähler zu spüren bekommen. Bei diesen »Zwischenwahlen« werden die Abgeordneten des Repräsentantenhauses neu gewählt, ihre Amtszeit beträgt nur zwei Jahre. Zudem wird ein Drittel der Senatsmitglieder gewählt (Amtszeit: sechs Jahre). Die nächsten »Midterms« stehen im November an. Trumps Republikaner fürchten, dann die Mehrheit im Unterhaus zu verlieren.