Doping-Verfahren gegen deutschen Rekord-Sprinter Owen Ansah eingeleitet
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Noch vor wenigen Wochen ließ Owen Ansah (25) ganz Deutschland jubeln. Der Hamburger knackte seinen eigenen deutschen Rekord über 100 Meter, sprintete sensationelle 9,98 Sekunden – schneller war 2026 bislang kein Europäer. Jetzt droht dem schnellsten Deutschen der Geschichte plötzlich mächtiger Ärger. Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) hat am Freitag ein sportrechtliches Ergebnismanagementverfahren gegen den HSV-Sprinter eingeleitet. Der Vorwurf wiegt schwer: Ansah soll eine Dopingkontrolle verweigert haben. Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen positiven Dopingtest, sondern um einen möglichen Verstoß gegen Artikel 2.3 des Anti-Doping-Regelwerks. Eine Verweigerung oder das Umgehen einer Kontrolle wird im Anti-Doping-Code grundsätzlich genauso ernst genommen wie andere schwere Verstöße. Noch keine Sperre Ansah wurde bislang nicht vorläufig suspendiert. Die NADA erklärt, dass das Regelwerk für den erhobenen Vorwurf keine zwingende sofortige Sperre vorsieht. Damit darf der deutsche Rekordhalter zunächst weiter starten – bis das Verfahren abgeschlossen ist. Erst Anfang Juni hatte Ansah in Regensburg seinen eigenen deutschen Rekord von 9,99 auf 9,98 Sekunden verbessert. Nach seinem historischen Lauf sagte der Sprinter selbstbewusst: „Ich wollte zeigen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin.“ Der Athlet des Hamburger SV galt als große deutsche Hoffnung für die Europameisterschaften im August in Birmingham. Seine 9,98 Sekunden machten ihn sogar zum schnellsten Europäer des Jahres. Ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vorliegt, muss das Verfahren nun klären. Bis zu einer Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung. Fest steht allerdings: Sollte eine vorsätzliche Verweigerung einer Dopingkontrolle nachgewiesen werden, können nach dem Welt-Anti-Doping-Code empfindliche Sperren drohen.