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Doppelt geschützt? Gürtelrose

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Geringeres Demenz-Risiko? Diese Impfung könnte doppelt schützen

Von: Silja Ommert

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Laut einer amerikanischen Studie sinkt das Demenzrisiko nach einer Gürtelrose-Impfung um rund 24 Prozent. Grundlage dafür waren Daten von mehr als 500.000 Menschen ab 66 Jahren.

Fulda – Die Hinweise, dass eine Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) offenbar vor mehr als nur der schmerzhaften Hauterkrankung schützen könnte, sind nicht neu. So hatte beispielsweise eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus Wales die Effekte der Gürtelrose-Impfung auf die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, analysiert.

Die Studienergebnisse zeigten, dass die Impfung mit dem Präparat Zostavax nicht nur einen Schutz vor Gürtelrose bietet, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer Demenzdiagnose senken kann. Die Resultate wiesen laut Pharmazeutischer Zeitung darauf hin, dass die Gürtelrose-Impfung das Demenzrisiko um ganze 20 Prozent mindern könne. Als Hauptrisikofaktoren bei der Entstehung einer Demenz gelten indes einige Faktoren, die auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen sind.

Doppelter Schutz? Gürtelrose-Impfung könnte Demenz-Risiko senken

Bei Zostavax handelt es sich allerdings um einen älteren Lebendimpfstoff, der heute in Deutschland nicht mehr genutzt wird. Eine neue Studie liefert nun Hinweise darauf, dass der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix das Risiko für eine Demenzerkrankung ebenfalls senken kann, wie t-online.de berichtet. Forscher der Brown University in den USA haben den Effekt demnach erstmals bei Personen untersucht, die den heute gängigen Totimpfstoff Shingrix erhalten haben. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Annals of Internal Medicine veröffentlicht.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler laut t-online.de Daten von mehr als 500.000 Menschen aus, die zwischen 2017 und 2022 für eine kurz- oder langfristige Versorgung in eine Pflegeeinrichtung aufgenommen wurden. Alle Teilnehmer waren mindestens 66 Jahre alt und hatten zu Beginn der Untersuchung keine Demenz-Diagnose. Die Auswertung zeigte nach vier Jahren einen deutlichen Unterschied: Bei Menschen mit mindestens einer Impfdosis lag das Demenzrisiko bei 18,8 Prozent. Bei ungeimpften Menschen betrug das Risiko 24,6 Prozent. „Nach der statistischen Auswertung entsprach dies einem rund 24 Prozent geringeren Risiko einer Demenzdiagnose bei den Geimpften“, so t-online.de.

Kaley Hayes, Studienautorin von der Brown University School of Public Health, erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Impfung damit rechnerisch etwa einen von 17 Demenzfällen verhindern könnte, heißt es weiter. Der Zusammenhang fiel jedoch nicht bei allen Teilnehmern gleich stark aus: Bei Männern zeigte sich ein etwas schwächerer Effekt, ebenso bei Menschen, die zuvor bereits den älteren Lebendimpfstoff erhalten hatten.

Empfohlen ist die Schutzimpfung gegen Gürtelrose von der Ständigen Impfkommission (STIKO) indes als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren. Zudem wird sie als Indikationsimpfung bereits ab 18 Jahren für Personen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko durch eine Immunschwäche oder schwere Grunderkrankungen empfohlen.

Studienlage: Gürtelrose-Impfung könnte etwa einen von 17 Demenzfällen verhindern

Der genaue Wirkmechanismus, über den die Gürtelrose-Impfung mit einem geringeren Demenzrisiko zusammenhängen könnte, ist bislang nicht geklärt. Laut t-online diskutieren Forscher vor allem zwei mögliche Erklärungsansätze: Die Varizella-Zoster-Viren, die zunächst Windpocken und später Gürtelrose auslösen können, könnten bei der Entstehung oder dem Fortschreiten einer Demenz eine Rolle spielen. Verhindert die Impfung eine erneute Aktivierung dieser Viren, könnte damit Entzündungsreaktionen im Nervengewebe entgegengewirkt werden.

Schon länger gebe es Hinweise darauf, dass Herpesviren, insbesondere HSV-1 und das Windpockenvirus, mit einem höheren Risiko für Demenz zusammenhängen, erläutert auch die Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft. Demnach befallen die Viren Nervenzellen und scheinen „das Gehirn auf subtile Weise zu schädigen und so zu Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen beizutragen.“

„Zum anderen könnte eine Impfung das Immunsystem aktivieren und sich dadurch grundsätzlich positiv auf die Gesundheit des Gehirns auswirken“, so t-online.de. Ob einer dieser Mechanismen tatsächlich hinter den beobachteten Zusammenhängen steckt, müssten jedoch weitere Studien klären. Beachten sollte man laut t-online.de zudem, dass der Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline die Studie finanziell unterstützt hat. Nach Angaben der Autoren habe das Unternehmen jedoch keinen Einfluss auf Studiendesign, Auswertung oder Veröffentlichung genommen.

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