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Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: US‑Börsen notieren vor Zinsentscheid deutlich im Minus

Wirtschaft

Die wichtigen Indizes an der Wall Street knüpfen am Dienstag an die Entwicklung des Vortages an. Die Renditen der Staatsanleihen kennen derweil nur eine Richtung: nach oben.

Straßenschild an der New Yorker Wall Street. Foto: dpa

Düsseldorf. Am Tag vor dem nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) trennen sich Anleger von ihren Positionen und schließen damit an die Verluste des Vortages an.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones liegt 0,9 Prozent im Minus bei 51.946 Punkten.

Der breiter gefasste S&P 500 notiert 0,5 Prozent im Minus bei 7581 Zählern.

Die technologielastige Nasdaq Composite bewegt sich 0,8 Prozent nach unten und steht bei 25.967 Zählern.

Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, liegt 0,7 Prozent im Minus bei 28.927 Punkten.

Der Zinsentscheid der US-Notenbanker ist dieses Mal besonders gewichtig. Denn Marktbeobachter gehen laut dem Fed-Watch-Tool CME mittlerweile fast einstimmig davon aus, dass die Federal Reserve die Leitzinsen anheben wird. Die Inflation verharrte im August auf Jahressicht bei 3,4 Prozent, wie das zuständige Statistikbüro vergangene Woche mitteilte. Auch die für die Fed besonders relevante Kerninflation bleibt auf erhöhtem Niveau. Sie betrug 2,4 Prozent.

Die Wall Street hat sich laut Markus Koch darauf eingestellt, dass die US-Notenbank die Zinsen anhebt. Entscheidend werde, welche Signale Fed-Chef Kevin Warsh am Mittwoch zum künftigen Zinskurs und zur Bilanzpolitik sende, sagt der Börsenexperte.

Experten hatten die Zahlen zwar so erwartet, die Erwartungen an eine Zinserhöhung erhärteten sich aber trotzdem. Vor Bekanntgabe der Inflationsdaten rechneten rund 70 Prozent mit einem Zinsschritt nach oben, während 30 Prozent keine Veränderung erwarteten. Seit die Daten öffentlich sind, stieg die Erwartung einer Zinserhöhung bis auf über 90 Prozent an.

Die Fed hat ein Doppelmandat und strebt neben stabilen Preisen auch eine Vollbeschäftigung an. Der Arbeitsmarkt zeigte sich im August robust, es wurden mehr Stellen geschaffen als erwartet. Auch diese Entwicklung unterstützt eine Zinserhöhung.

» Lesen Sie auch: Die Fed könnte bei ihrem Zinsentscheid am Mittwoch Geschichte schreiben

US-Präsident Trump hatte nach der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts für August in der vergangenen Woche dagegen eine Zinssenkung gefordert. „Senkt die Zinsen, oder ich höre auf, mit Ländern zu handeln, mit denen wir ein Defizit haben“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Hohe Zinsen benachteiligen die USA sehr unfair, das werde ich nicht zulassen!“

Ölpreis drückt auf Zinserwartungen

Analysten sehen den Zinsschritt an den Märkten bereits als eingepreist an. Entwicklungen an den Märkten erwarten sie lediglich, sollte Fed-Chef Kevin Warsh zusätzlich auch Signale für die weitere Zinspolitik liefern. „Entscheidend für die Märkte wird sein, ob Warsh den Schritt als einmalige Anpassung darstellt oder ob er wegen anhaltender Inflation weitere Straffung signalisiert“, schreibt Daniela Hathorn, Senior Market Analyst bei Capital.com. Das ist jedoch unwahrscheinlich. Warsh war bisher eher zurückhaltend mit Aussagen zu seiner langfristigen Zinspolitik.

» Lesen Sie auch: Rendite der zehnjährigen US-Bonds hält sich über 5,0 Prozent

Ein zusätzlicher Faktor in dieser Debatte: Die Ölpreise stiegen nach den neuesten Angriffen in Nahost wieder über 100 Dollar. Am Dienstag hält sich die Referenzsorte für Europa, Brent, zur Lieferung im November bei 105 Dollar je Barrel. Im September hat sich die Ölsorte in der Spitze um 18 Prozent verteuert. Damit ist der Ölpreis noch immer weit von seinem Höchstwert seit Beginn des Krieges gegen den Iran bei über 120 Dollar je Barrel entfernt. Experten erwarten aber einen weiteren Anstieg. „Öl bleibt in der Zinsdebatte von zentraler Bedeutung“, resümiert Hathorn.

Im Gegensatz zu früheren Phasen des Krieges, ist dieses Mal nicht nur die wichtige Straße von Hormus unpassierbar, auch die Alternativroute für Saudi-Arabien, die während des Krieges vermehrt genutzt wurde, ist keine Option mehr. Zum einen wurde die Pipeline im saudischen Hafen Yanbu beschädigt, zum anderen haben die jemenitischen Huthis sich in den Krieg eingeschaltet und bedrohen die Handelsroute, die Saudi-Arabien mit dem Roten Meer verbindet.

Renditen der US-Staatsanleihen steigen weiter

Derweil steigen auch die Renditen der US-Staatsanleihen weiter an. Die hohe Inflation und die Zinserwartungen drücken auf die Kurse der Anleihen. In der Spitze klettert die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe am Dienstag auf 5,04 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 19 Jahren.

Zuletzt ist zudem auch das Angebot an Unternehmens- und Staatsanleihen gestiegen. Ein Rückkauf der US-Regierung in hohem Ausmaß – eine Maßnahme des US-Finanzministers Scott Bessent, um die Renditen wieder nach unten zu drücken – bewirkte kaum etwas. Auch Bedenken hinsichtlich des langfristigen Haushaltskurses der USA wirken sich negativ auf die Renditen aus.

Kommt die KI-Angst zurück?

Am Montag hatte sich noch eine weitere Entwicklung auf die US-Börsen ausgewirkt: Warnungen der Chefs von Anbietern Künstlicher Intelligenz (KI) wie Anthropic und OpenAI lösten am Montag deutliche Kursverluste bei KI-Aktien an der Wall Street und anderen Börsen aus. Mehrere führende Köpfe hatten gefordert, die KI-Entwicklungen zu verlangsamen – um die Sicherheit der Systeme zu gewährleisten.

Der technologielastige Nasdaq notierte im Tagesverlauf bis zu 1,3 Prozent tiefer. Die US-amerikanischen Chiphersteller verloren teils deutlich. Der große Abwärtstrend ergibt sich daraus allerdings bisher nicht. Am Dienstag notierten viele der Papiere leicht im Plus. Auch der Nasdaq‑Index lag zunächst unverändert, notiert später aber 0,6 Prozent im Minus.

Blick auf Einzelwerte

Chiptitel: Die Papiere von Intel, ARM Holdings, AMD und Marvell Technology legen allesamt leicht zu nach den teils hohen Verlusten des Vortages.

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Coca-Cola: Coca-Cola will bis 2030 zehn Milliarden Dollar in seinem Heimatmarkt investieren. Die Summe solle für das Unternehmen selbst und seine Abfüllpartner ausgegeben werden, sagte Finanzvorstand John Murphy. In der Zahl seien auch bereits angekündigte Projekte in mehreren US-Bundesstaaten enthalten. Die Aktie verliert 0,4 Prozent.

Skyworks Solutions: Der spezialisierte Halbleiterhersteller ist wichtiger Zulieferer von Apple und legt bereits seit mehreren Tagen zu. Apple hatte kürzlich sein neues faltbares iPhone vorgestellt. Zudem verkündete CEO Phil Brace kürzlich, dass eine 22-Milliarden-Dollar-Fusion mit Qorvo kurz vor der finalen behördlichen Genehmigung stehe. Die Aktie gewinnt am Dienstag 12,4 Prozent. Seit Mitte Juli hat sie um ein Drittel zugelegt.

Mehr: Chefin der EU-Finanzaufsicht warnt vor einer „abrupten Marktkorrektur“

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