DAX +0,62 % 26.462,02 Pkt 12:48:29 MDAX +0,78 % 32.517,61 Pkt 12:48:29 Euro Stoxx 50 +0,35 % 6.562,46 Pkt 12:48:15 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +0,40 % 4.455,00 USD 12:53:15 Silber +1,04 % 65,79 USD 12:53:29 Brent +0,54 % 89,00 USD 12:53:28 WTI +0,19 % 82,56 USD 12:53:27 Bitcoin +1,28 % 63.621,46 USD 13:03:25 EUR/USD +0,53 % 1,15960 USD 13:02:55 EUR/GBP +0,01 % 0,85500 GBP 13:03:28 EUR/CHF +0,02 % 0,93920 CHF 13:03:29 EUR/JPY +0,34 % 184,508 JPY 13:03:29

„Download more RAM“: Windows-Sicherheit durch RAM-EEPROM geknackt

Technologie

IT-Forscher haben auf der Usenix-Sicherheitskonferenz einen Angriff auf einen wichtigen Windows-Sicherheitsmechanismus namens „Virtualization-Based Security“ (virtualisierungsbasierte Sicherheit, VBS) vorgestellt. Der Angriff erfolgt über ein unscheinbares EEPROM auf RAM-Speicherriegeln, das Informationen zu Größe und Organisation des Moduls vorhält, „Serial Presence Detect“ (SPD). Weiterlesen nach der Anzeige Beim Startvorgang liest das Mainboard die Werte des SPD aus und konfiguriert den Speicherzugriff entsprechend. „Download more RAM“ missbraucht das, um Speichermodule zu manipulieren, die keinen Schreibschutz auf den EEPROM-Baustein setzen. Dadurch erhalten die Angreifer Zugang zu eigentlich geschützten Speicherbereichen. Angriff auf virtualisierungsbasierte Sicherheit Der VBS-Mechanismus findet sich in Form der „Speicher-Integrität“ der Kernisolierung der „Gerätesicherheit“ in den Windows-Sicherheitseinstellungen. Mittels Hardwarevirtualisierung mit dem Windows-Hypervisor erstellt Windows isolierte virtuelle Umgebungen, in denen Sicherheitsmechanismen laufen, die dadurch schwieriger zu missbrauchen sein sollen. Der Mechanismus erzwingt Einschränkungen zum Schutz von System- und Betriebssystemressourcen sowie von Anmeldeinformationen von authentifizierten Nutzern, erklärt Microsoft. Um das zu umgehen, müssten Angreifer bislang physischen Zugriff auf ihre Zielsysteme haben. „Download more RAM“ erledigt das jedoch in Software, als einfaches Skript. Das Problem liegt in den meisten DIMM-Modulen für Endverbrauchersysteme, führen die IT-Forscher der Universitäten Birmingham und Durham in ihrem Paper aus. Die Lücke hat Microsoft mit den Sicherheitsupdates zum April-Patchday teilweise entschärft, sie hat den Schwachstelleneintrag CVE-2026-23670 erhalten (CVSS 5.7, Risiko „mittel“). Der Angriff basiert auf der „BadRAM“-Attacke. Damals war physischer Zugriff nötig, um die Informationen aus dem SPD-EEPROM zu manipulieren – Speichermodul entfernen, mit I2C-Programmer den Baustein umprogrammieren, DIMM-Riegel zurückstecken. Ein solcher Baustein ist etwa der STTS2002 von ST (Datenblatt bei Mouser), der auf dem Foto im Aufmacher zu sehen und eingekreist ist. Nun zeigen die IT-Forscher jedoch, dass das gar nicht nötig ist. In vielen Speicherriegeln ist schlicht kein Schreibschutz auf dem SPD-EEPROM aktiv, sodass sich über den SMBus-Zugriff (lediglich ein anderer Name für das I2C-Protokoll, das die Bausteine sprechen) der Inhalt überschreiben lässt – unter Linux etwa trivial mittels „i2c-tools“. Für Windows müssen die IT-Forscher jedoch etwa über mitgebrachte verwundbare Treiber (BYOVD, „Bring Your Own Vulnerable Driver“) Zugriff ergattern. Weiterlesen nach der Anzeige Die Forscher verdoppeln dabei die gemeldete Speichermenge. Bei Zugriffen auf die „neuen“ oberen Speicherbereiche werden die obersten Bits ignoriert, der Zugriff erfolgt auf die untere Speicherhälfte. Die IT-Forscher nennen das einen Alias zwischen der oberen und unteren Speicherhälfte. Erwartbar ist ein Windows-System damit nicht startfähig, jedoch lässt sich das durch Startparameter wie „removememory“ für Windows umgehen. Einige Windows-Kernel-Funktionen erlauben dennoch den Zugriff auf den derart wieder „entfernten“ Speicher. Dadurch ist es dann möglich, über den Alias den tatsächlich genutzten Speicher zu manipulieren und so die Sicherheitsmechanismen zu patchen und auszuhebeln. Am Ende konnten die IT-Sicherheitsforscher etwa den Speicher VBS-geschützter Prozesse lesen, Anti-Cheat-Systeme von Spielen umgehen, Mobile Device Management aushebeln oder Antivirensysteme lahmlegen – letzteres erfordert jedoch einen User-Login am System. Die IT-Forscher nennen einige mögliche Punkte, an denen Gegenmaßnahmen ansetzen können, etwa das Installieren der Microsoft-Patches. Neue Sicherungsmechanismen könnten von BIOS oder Betriebssystem umgesetzt werden und nach Spuren von Speicher-Aliasing suchen oder das Booten mit Speichermodulen ohne Schreibschutz auf dem Speicherriegel verweigern. Die Mitteilung der Universität Birmingham weist zudem darauf hin, dass Windows-Systeme mit aktiviertem Secure Boot gegen die vorgestellte Attacke immun sind. Corsair bietet zudem das iCue-Tool an, mit dem sich der Schreibschutz des SPD-EEPROMs auf deren Speichermodulen nachträglich aktivieren lässt. Angeblich hält auch das kostenlose HWInfo (als Download-Variante der Portable-Version) eine derartige Funktion vor. In einer kurzen Prüfung selbst mit der aktuellen Beta-Version war das aber nicht auffindbar.

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