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DR Kongo: Müttersterblichkeit seit Ebola-Ausbruch fast verdoppelt

Welt

Die Schwangere Esther Lutula war nicht mehr bei der Vorsorgeuntersuchung, seit im Mai der Ebola-Notstand ausgerufen wurde. Sie lebt im Epizentrum des Ausbruchs, in der Provinzhauptstadt Bunia. Die 26-Jährige fürchtet, dass sie bei den geringsten Anzeichen von Fieber isoliert werden könnte. Sie ist im vierten Monat schwanger und hat vier Kinder. Vor dem Ausbruch gab es in diesem Jahr durchschnittlich 3,1 Todesfälle bei Müttern pro Woche. Diese Zahl stieg vom 25. Mai bis zum 19. Juli auf 5,8 Todesfälle. Sterblichkeit von Müttern und Kindern ohnehin hoch Während der Kongo mit dem am schnellsten fortschreitenden Ebola-Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen zu kämpfen hat - mit mehr als 2.000 bestätigten Todesfällen -, warnen Gesundheits- und Hilfskräfte vor einer "Schattenkrise", da schwangere Frauen Krankenhäuser meiden und die ohnehin schon hohe Müttersterblichkeitsrate des Landes noch weiter steigt. Während einige misstrauische Einwohner bezweifeln, dass Ebola überhaupt existiert, kämpft das Gesundheitspersonal in einer der abgelegensten und instabilsten Regionen des Kongo mit knappen Vorräten darum, auf den Ausbruch zu reagieren. Deswegen erhalten schwangere Frauen weniger Versorgung als je zuvor. Die Demokratische Republik Kongo war schon vor dem Ebola-Ausbruch einer der gefährlichsten Orte der Welt, um ein Kind zu bekommen. Sowohl die Kindersterblichkeit als auch die Müttersterblichkeit gehörten zu den höchsten weltweit. Hauptursache ist zum einen das schlechte Gesundheitssystem. In vielen Kliniken fehlt es an gut ausgebildetem Personal, Medikamenten, Strom und medizinischen Geräten. Dazu kommt Mangelernährung: Millionen schwangere Frauen sind akut unterernährt, was das Risiko bei der Geburt stark erhöht. Falschinformationen schüren Angst vor Klinikbesuch In der Bénédicte-Klinik in Bunia ist die Zahl der Frauen, die sich zur Schwangerschaftsvorsorge angemeldet haben, von 60 pro Monat auf etwa zehn gesunken, sagte der medizinische Leiter Dr. Sonny Mwembo. Selbst jetzt, wo bereits seit Wochen Maßnahmen zur Bekämpfung von Falschinformationen ergriffen werden, haben einige Einwohner falsche Vorstellungen von dem Ausbruch. "Wenn man sich derzeit krank fühlt und ins Krankenhaus geht, sagen sie, es sei Ebola, und man wird sofort unter Quarantäne gestellt", sagte Elodie Yabiri, eine hochschwangere Einwohnerin von Bunia. Das mache den Menschen Angst. Yabiri sagte, sie meide Krankenhäuser so gut es geht. Solange sie spürt, wie sich ihr ungeborenes Kind bewegt, glaubt sie, dass noch alles in Ordnung ist. Ebola-Infektion birgt hohe Risiken für Schwangere Schwangere Frauen, die an Ebola erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Fehlgeburten, wie die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) in ihren klinischen Leitlinien mitteilten. Eine Ebola-Infektion während der Schwangerschaft führt in fast 100 Prozent der Fälle zum Verlust des Fötus. Für Schwangere endet eine Ebola-Infektion nach Angaben des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, in mehr als 90 Prozent der Fälle tödlich. UN-Organisation will Versorgung aufrechterhalten Gleichzeitig könnten schwangere Frauen, die die medizinische Versorgung hinauszögern und Gesundheitseinrichtungen meiden, "nicht an Ebola selbst sterben, sondern daran, dass sie der Behandlung, die sie hätte retten können, nicht mehr zugänglich waren", sagte Noemi Dalmonte von der UNFPA im Kongo. UNFPA, die für sexuelle und reproduktive Gesundheit zuständige Organisation der Vereinten Nationen, ist derzeit in 29 Gesundheitszonen im Osten des Landes im Einsatz, um während des Ausbruchs die Versorgung mit geburtshilflichen und anderen lebenswichtigen Gesundheitsdiensten aufrechtzuerhalten. Um die Risiken für rund 63.700 schwangere Frauen in den betroffenen Gebieten zu mindern, arbeitet UNFPA mit lokalen Frauengruppen, Jugendnetzwerken und Hebammenverbänden zusammen, um fundierte Beratung und Unterstützung anzubieten. Frauen sind generell einem hohen Risiko ausgesetzt, sich mit dem Virus zu infizieren, da sie in den Haushalten meist die Hauptverantwortung für die Pflege kranker Familienangehöriger tragen und zudem an vorderster Front im Gesundheitswesen tätig sind, unter anderem als Hebammen und Krankenschwestern.

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