Draxler über Zukunft & Finanzen: „Suche nach Lehrgängen bei FIFA & UEFA“
Ex-Nationalspieler Julian Draxler hat erste Überlegungen für die Zeit nach seiner Profikarriere angestellt. Der 33 Jahre alte Offensivspieler steht bis 2028 beim Al-Ahli SC in der Qatar Stars League unter Vertrag. Dann muss allerdings noch nicht Schluss sein, verriet der gebürtige Gladbacher in einem „Kicker“-Interview. „Wenn mein Vertrag ausläuft, bin ich ja auch erst 34. Vom Bauchgefühl her könnte ich dann schon noch ein, zwei Jahre spielen.“
Der Weltmeister von 2014, der beim historischen 7:1 gegen Gastgeber Brasilien im Halbfinale zum Einsatz gekommen war, wisse selbst noch nicht genau, was er 2028 machen werde. „Ich könnte mir perspektivisch aber durchaus vorstellen, im Management eines Profiklubs zu arbeiten, und suche gerade aktiv nach Lehrgängen bei der FIFA und der UEFA.“
Draxler wechselte im September 2023 von Paris Saint-Germain nach Katar. Damals war der Rechtsfuß für 9 Millionen Euro gekommen, seitdem stehen für ihn 71 Einsätze, 30 Treffer und 22 Vorlagen zu Buche – sein Marktwert liegt bei 3 Mio. Euro. Über seinen Ausbildungsverein FC Schalke 04 und den VfL Wolfsburg, der 2015 eine Ablöse von 43 Mio. Euro hinlegte, landete Draxler in Paris. Der französische Spitzenverein zahlte im Januar 2017 36 Mio. Euro für seine Dienste. Der 58-fache DFB-Kicker verbrachte zudem eine Saison (2022/23) auf Leihbasis bei Benfica Lissabon.
Draxlers Star-Appeal aus der Anfangszeit ist ein wenig verblasst
Der inzwischen unternehmerisch tätige Draxler achtete im Laufe der Zeit immer mehr auf seine Finanzen. „Mit 18 und meinem ersten großen Vertrag bei Schalke ganz sicher noch nicht“, lachte der Routinier und ergänzte: „Spaß beiseite. Bei mir ging alles sehr früh sehr schnell. Als junger Kerl war ich ehrlicherweise mit der Frage überfordert, was ich mit dem vielen Geld machen soll. Ich habe mich geprägt durch mein Elternhaus aber sehr früh dafür entschieden, dass ich 75 Prozent meines Geldes als Altersvorsorge unberührt lasse und nur 25 Prozent zur freien Verfügung habe. Dadurch hat sich nach einigen Jahren eine stattliche Summe auf meinem Konto angehäuft.“ Die er irgendwann nicht mehr einfach so habe herumliegen lassen wollen.
Im WM-Jahr 2014 habe Draxler deshalb angefangen, in Aktien und Anleihen-Portfolios zu investieren. Marken-Eigentum und erfolgreiche Investments seien für ihn mittlerweile „definitiv“ attraktiver als Aufmerksamkeit und Werbedeals. „Das hat sich bei mir ziemlich gewandelt. Ich spiele seit fast zehn Jahren nicht mehr in Deutschland und bin auch nicht mehr Nationalspieler“, so der einstige Rekordtransfer der Bundesliga. „Der Star-Appeal aus der Anfangszeit meiner Karriere ist ein wenig verblasst.“ Die Testimonial-Anfragen von Marken und Werbeeinnahmen seien dadurch zurückgegangen. „Damit kann ich aber gut umgehen, ich bin inzwischen erwachsen und gehe meinen Weg.“