Drei Jahre nach Hamas-Angriff: Gedenken und Demos in Hamburg
Stand: 07.10.2026 14:31 Uhr
Heute jährt sich der Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel zum dritten Mal. Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen ein Musikfestival und israelische Siedlungen, töteten mehr als 1.200 Menschen und nahmen Hunderte Geiseln. Auf den Angriff folgte ein Krieg zwischen Israel und der Hamas, mit Tausenden Opfern im Gaza-Streifen. In Hamburg wird heute an die antisemitischen Angriffe erinnert.
Vor dem Audimax auf dem Gelände der Universität Hamburg gab es am Vormittag eine Gedenkkundgebung, zu der unter anderem die Deutsch-Israelische Gesellschaft Hamburg und eine jüdische Hochschulgruppe aufgerufen hatten. Rund 100 Menschen beteiligten sich, viele hielten Flaggen hoch, überwiegend israelische, dazu deutsche und eine iranische. Die Polizei war mit rund einem Dutzend Beamten vor Ort.
Am Rand versuchte eine einzelne Person, die Kundgebung zu stören. Der junge Mann stand mit einem Schild und einer lauten Musikbox neben der Kundgebung und verteilte Anti-Israel-Sticker. Auch einzelne weitere Störer mischten sich mit Pappschildern unter die Menge.
Propalästinensische Demo auf dem Hachmannplatz
Auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof findet heute Abend eine propalästinensische Demo unter dem Motto "Drei Jahre Genozid" statt. Dazu ruft unter anderem die Gruppe "Thawra Hamburg" auf, die vom Verfassungsschutz als extremistischer Verdachtsfall beobachtet wird. Die Veranstalter rechnen mit 200 bis 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Um 18 Uhr gibt es außerdem eine Gedenkveranstaltung in der Synagoge Hohe Weide, zu der die Jüdische Gemeinde Hamburg aufrief.
Hamburger Parteien äußern sich zum Jahrestag
Im Vorfeld hat sich ein Großteil der Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft zum Jahrestag und der propalästinensischen Demo am Abend geäußert. SPD und CDU sprechen von einem "Tag der Trauer", die AfD verweist auf einen ihrer Ansicht nach importierten Antisemitismus. Die Grünen betonen, dass Protest gegen den Krieg in Gaza und die Israelische Regierung berechtigt sei - er werde aber immer wieder von Radikalen instrumentalisiert.
Verfassungsschutz warnt vor israelfeindlicher Demo
Zuvor hatte die Hamburger Antisemitismusbeauftrage Anna von Villiez den Aufruf zur israelfeindlichen Demo kritisiert, der Hamburger Verfassungsschutz warnt vor eine Teilnahme. Stattfinden darf die Demo.
Antisemitische Straftaten haben seit dem 7. Oktober deutlich zugenommen. Mehr als 6.000 haben deutsche Behörden im vergangenen Jahr registriert. Das sind fünf Prozent mehr als im Jahr davor.