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„Drei zerstört, fünf beschädigt“: Ukraine will russische Abschussanlagen für ballistische Raketen ausschalten - und meldet Erfolge

Welt

Der russische Machthaber Wladimir Putin lässt die Angriffe auf die Ukraine intensivieren. Neben Drohnen werden dabei immer öfter auch ballistische Raketen eingesetzt. Und die treffen immer häufiger auch ihre Ziele, wie in der vergangenen Nacht besonders die Region Kyjiw zu spüren bekam. Neben der Frage, warum die ukrainische Armee aktuell von den Verbündeten offenbar nicht vor solchen Attacken gewarnt wird, fehlen der Ukraine schon seit Längerem Luftabwehrsysteme.

Kyjiw hat deshalb schon vor einiger Zeit damit begonnen, andere Wege zu suchen, um den Beschuss mit Raketen zu verhindern, zumindest aber zu verringern. Dabei nehmen die ukrainischen Streitkräfte seit September die Abschussanlagen im russischen Hinterland ins Visier. Dies sagte Verteidigungsminister Jewgeni Chmara jetzt, wie ukrainische Medien übereinstimmend berichten.

„Im September und Anfang Oktober griffen die Streitkräfte acht Anlagen an, die für ballistische Angriffe genutzt wurden: Drei wurden zerstört, fünf beschädigt. Solche Angriffe haben den Feind bereits gezwungen, geplante ballistische Angriffe abzusagen oder zu ändern“, zitiert unter anderem das Portal „United24Media“ Kyjiws Minister.

Dem Bericht zufolge gehören dazu auch Abschussrampen, die die Kremltruppen für ihre gefürchteten S-400-Raketen benutzen, die für Schläge gegen Bodenziele eingesetzt werden. Chmaras Angaben zufolge feuerte Russland allein im September 76 ballistische Raketen auf ukrainische Ziele ab.

Selenskyj hatte neue Strategie angekündigt

Damit wird eine neue Strategie umgesetzt, die Präsident Wolodymyr Selenskyj in der letzten Augustwoche angekündigt hatte. „Wir arbeiten daran, sie daran zu hindern, großangelegte Raketenangriffe durchzuführen. Das sind einzelne, komplexe Operationen, und wir sehen jetzt die ersten Ergebnisse“, sagte er damals „Kyiv Independent“ zufolge mit Blick auf eine angeblich erfolgreiche Zerstörung einer Abschussrampe für ballistische Iskander-Raketen auf russischem Territorium.

Selenskyj sagte, Russland könne jährlich bis zu 1300 ballistische Raketen produzieren und habe derzeit etwa 600 bis 630 auf Lager. Moskau könnte langfristig anstreben, rund 100 ballistische Raketen pro Monat zu produzieren, auch wenn es diese Rate noch nicht erreicht habe.

Auch Chmara warnte jetzt wieder: „Die Bedrohung durch ballistische Angriffe bleibt akut. Die bestehenden und potenziellen Raketenbestände zur ballistischen Abwehr reichen nicht aus, um dieser Bedrohung vollständig zu begegnen. Das Verteidigungsministerium arbeitet mit Partnern zusammen, um die Lieferung der benötigten Raketen zu beschleunigen“, erklärte er auch Radio Svoboda zufolge, dem russischsprachigen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty.

Seiner Ansicht nach lohnt es sich nicht, auf große langfristige Verträge zu warten, sondern vielmehr müssten verfügbare Reserven, vor allem von Patriot-Abfangraketen, von Partnern so schnell wie möglich gefunden werden, um deren Transfer in die Ukraine zu beschleunigen. „Wir brauchen Dutzende und Hunderte von Raketen, nicht nur einzelne Lieferungen“, sagte der Minister dem Bericht zufolge.

Nato-Chef Rutte fordert mehr Luftabwehr

Die von den USA produzierten Patriot-Systeme gelten als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, auch aus Beständen der Bundeswehr. Es fehlen aber die Geschosse. Ein Grund dafür: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte forderte die Bündnisstaaten am Mittwoch auf, der Ukraine mehr bei der Verteidigung gegen russische Angriffe zu helfen. „Mit dem herannahenden Winter und der unablässigen Aggression Russlands müssen die Verbündeten mehr tun, insbesondere zur Unterstützung der Luftverteidigung“, sagte der Niederländer der Agentur AFP zufolge in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Russland setze seine Angriffe auf ukrainische Zivilisten ebenso fort wie seine „hybride Kampagne gegen die Nato-Verbündeten“, betonte der Nato-Generalsekretär. Der russische Präsident Wladimir Putin versuche, „unsere Entschlossenheit zu schwächen und unsere Unterstützung für die Ukraine zu stoppen“, fuhr er fort. „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“

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Die Nato sei auf die russischen Aktionen vorbereitet, sagte Rutte. Die Antwort des Bündnisses sei „nicht immer sichtbar“, fügte er hinzu. „Aber das Entscheidende ist: Wir sind stärker. Russland ist nicht in einer guten Lage. Diese hybriden Angriffe und all das sind ein Zeichen von Schwäche.“

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