Dreieckiger Kopf, sechs Beine, Dornen: Da muss Oma Antje erstmal ihre Mathilda (7) rufen
Antje Buchholz liebt die Natur. Sie achtet Tiere und Pflanzen und gibt diese Begeisterung auch an ihre Enkelin weiter. Die Zeit, die sie mit der siebenjährigen Mathilda im Freien verbringt, möchte die Uckermärkerin nicht missen. Man kann sich vorstellen, wie begeistert die Oma war, dass sie in dieser Woche mit ihrer Kleinen in Falkenwalde auch eine ganz besondere Beobachtung teilen konnte.
Seltenes Insekt entdeckt
Beim Freischneiden der Grünpflanzen unter ihrem Badfenster war sie nämlich auf ein seltenes Insekt gestoßen: „Erst dachte ich, dass da ein Grashüpfer sitzt, aber nein, bei näherem Hinsehen entpuppte sich mein Gast als Gottesanbeterin.“
Schnell rief Antje Buchholz ihre Mathilda zu sich. Das Mädchen konnte sich an dem Sechsbeiner gar nicht sattsehen und lauschte dann gespannt den Erzählungen ihrer Omi über die Besonderheiten dieser Art. „Wir waren total verzaubert von diesem schönen Tier“, verriet unsere Leserin später dem Nordkurier: „Deshalb habe ich mit dem Handy auch fix ein Foto gemacht und es an die Redaktion geschickt.“ Zu ihrer großen Verwunderung habe die Gottesanbeterin am Tag danach immer noch vor ihrem Haus gesessen, sagte Antje Buchholz am 21. August dem Nordkurier.
Das MV-Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie hat übrigens ein Portal eingerichtet, über das Bürger Sichtungen dieser besonderen Tiere melden können.
Derartige Beobachtungen seien für weitere Untersuchungen wichtig, um die aktuelle Verbreitung der Art besser einzuordnen und um eventuell auf schon etablierte lokale Vorkommen zu stoßen, hieß es von der Uni Rostock vor wenigen Tagen in einem Nordkurier-Bericht. Die besonders geschützte Art habe lange nur in wenigen Regionen in Süddeutschland gelebt. Wahrscheinlich durch den Klimawandel begünstigt habe sich die Art seit Mitte der 1990er Jahre nach Norden ausgebreitet.
Dreieckiger Kopf und Dornen an den Beinen
Die für Menschen ungefährlichen Lauerjäger, die sich von anderen Insekten und Spinnen ernähren, können laut der Forscher der Uni bis siebeneinhalb Zentimeter lang werden und haben einen dreieckigen Kopf und mit Dornen besetzte Fangbeine. Diese hielten sie in ihrer Ruhehaltung gebetsartig erhoben und wie Klappmesser eingeschlagen.