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Dreiste Urlauber bringen Alpenwirt in Not

Welt

rosenheim24-de Welt Welt-News Alpenwirt von Berghütte platzt wegen dreister Urlauber der Kragen: „Wir sind kein Spielplatz“ Von: Martina Hunger Uns auf Google folgen Betten, Lebensmittel und Personal waren eingeplant – doch ein Großteil der Gäste tauchte einfach nicht auf. Ein Hüttenwirt in den österreichischen Alpen hat genug und verlangt bei kurzfristigen Absagen nun bis zu 48 Euro pro Person. Salzkammergut – Reservieren, mehrere Optionen offenhalten und kurzfristig absagen – oder ohne Nachricht gar nicht erscheinen: Diese Praxis bringt Berghütten in den Alpen zunehmend in Bedrängnis. Der Wirt der Rieder Hütte im oberösterreichischen Höllengebirge zieht deshalb nun Konsequenzen. Stephan Jobke bewirtschaftet die auf 1765 Metern Höhe gelegene Alpenvereinshütte seit 2024. Anfang Juli machte er seinem Ärger in einem Facebook-Video Luft. Allein an einem Wochenende hätten 20 Gäste reserviert – erschienen seien am Ende lediglich vier. Unter diesen Bedingungen könne er den Betrieb kaum verlässlich führen, erklärte der Hüttenwirt. Auch interessant: Neue Wirte auf beliebter Berghütte in Oberbayern – „Es langt, wenn man alles kann“ Die kurzfristigen Absagen treffen nicht nur die Belegung der Schlafplätze. Jobke muss auch Personal, Lebensmittel und die Versorgung der abgelegenen Hütte frühzeitig einplanen. Mitarbeiter nähmen teils eine zweistündige Anreise auf sich und würden wieder nach Hause geschickt, wenn die erwarteten Gäste ausblieben. Bis zu 48 Euro bei Nichterscheinen Der Hüttenwirt hat deshalb die Stornoregeln deutlich verschärft. Bis fünf Tage vor dem gebuchten Aufenthalt kann weiterhin kostenlos abgesagt werden. Danach werden 35 Euro pro Person fällig. Ab drei Tagen vor der Anreise erhöht sich der Betrag auf 45 Euro. Wer ohne Absage gar nicht auftaucht, muss 48 Euro bezahlen. Die 48 Euro entsprechen dem Preis der angebotenen Halbpension mit Drei-Gänge-Abendessen, Frühstück und Getränken. Jobke erklärte gegenüber dem Münchner Merkur, er gebe den entstandenen Ausfall damit vollständig weiter. Besonders aufwendig sei die Versorgung am Berg. Frisches Gemüse und weitere Einkäufe müssten bereits Tage vor dem Wochenende zur Hütte gebracht werden. Bleiben die gebuchten Gäste aus, seien auch Lebensmittel und Transportaufwand umsonst eingeplant worden. Für Jobke geht es daher nicht nur ums Geld: „Es geht einfach um Wertschätzung.“ Auch interessant: Traumjob oder Knochenarbeit? Tiroler Berghütte sucht dringend einen Nachfolger Immer mehr Reservierungen werden wieder abgesagt Mit dem Problem steht die Rieder Hütte nicht allein da. Nach Angaben des Österreichischen Alpenvereins werden inzwischen 30 bis 40 Prozent aller Hüttenreservierungen wieder storniert. Im Jahr 2022 lag der Anteil noch bei 15 Prozent. Als Gründe nennt der Alpenverein unter anderem die Wetterabhängigkeit von Bergtouren und Mehrfachbuchungen. Manche Wanderer reservierten Schlafplätze auf mehreren Hütten und entschieden erst kurz vor der Tour, welche Route sie tatsächlich gehen. Kurzfristig frei gewordene Betten könnten dann häufig nicht mehr neu vergeben werden. Der Alpenverein empfiehlt bei einer Absage ab fünf Tagen vor dem Aufenthalt bislang eine Gebühr von zehn Euro pro Person und Nacht. Die Forderungen auf der Rieder Hütte liegen damit deutlich darüber. Wirtschaftlich besonders schwer wiege für die Wirte jedoch nicht allein die entgangene Übernachtung, sondern der ausbleibende Umsatz mit Speisen und Getränken. Auch interessant: Neue Pächter auf beliebter Berghütte in den Alpen: Bergretter erfüllt sich Hüttentraum Klare Ansage zeigt offenbar Wirkung Nach Aussage des Hüttenwirts fällt die Resonanz auf seine deutliche Botschaft überwiegend positiv aus. Erste Gäste erkundigten sich nun genauer, ob ihre geplante Tour realistisch zu schaffen sei, und gingen bewusster mit Reservierungen um. „Wir sind kein Spielplatz“, mahnt Jobke.

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