DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,05 % 64.280,71 USD 08:19:27 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Dreister Telefonbetrug: Wenn Anrufer jetzt das fragen, leg sofort auf

Wirtschaft

Telefonbetrug wird für viele Menschen in Deutschland wieder spürbar aggressiver. Nicht mehr nur anonyme Bandansagen oder plumpe Gewinnversprechen landen auf dem Handy, sondern Anrufe, die auf den ersten Blick erstaunlich glaubwürdig wirken. Genau darin liegt die Gefahr, denn wer am anderen Ende bereits Namen, Adresse oder sogar alte Kontodaten nennt, will meist nicht helfen, sondern Vertrauen erzwingen. Telefonbetrug nimmt im Juni deutlich zu Einer aktuellen E-Mail-Pressemitteilung von Clever Dialer zufolge wurden im Juni 2026 insgesamt 626.555 Fälle von Telefonbetrug registriert. Das entspricht einem Plus von 19,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auch der sogenannte Spamdruck stieg. Pro Nutzer*in wurden demnach im Schnitt 5,67 unerwünschte Anrufe gemeldet. Besonders häufig traten Kriminelle als angeblicher Verbraucherschutz, Datenschutzstellen, Bankmitarbeiter*innen oder Energieversorger auf. Ihr Ziel war fast immer dasselbe: persönliche Informationen bestätigen lassen, sensible Daten abgreifen oder Betroffene unter Zeitdruck setzen. Auffällig ist, dass viele berichten, die Anrufer*innen hätten bereits private Angaben gekannt. Eine betroffene Person schrieb laut Clever Dialer etwa zu einer Düsseldorfer Nummer: „Leider kannten sie meinen vollständigen Vor- und Nachnamen, mein Geburtsdatum und meine Anschrift von vor zwölf Jahren.“ Anschließend sei versucht worden, über einen angeblichen Datenabgleich an die IBAN zu kommen. Genau bei solchen Momenten sollte das Gespräch sofort beendet werden. Seriöse Banken, Behörden oder Energieversorger verlangen am Telefon keine spontane Bestätigung kompletter Konto- oder Personendaten. Topaktuell Wechselnde Nummern sollen Sperren umgehen Besonders stark fiel im Juni erneut ein Düsseldorfer Nummernblock mit der Vorwahl 0211 auf. Aus dem Block +4921195588XXX wurden laut Clever Dialer 49.540 Anrufe über 38 verschiedene Rufnummern registriert. Weitere auffällige Blöcke kamen aus Dornhan und Mönchengladbach. Dieses Vorgehen wird oft als „Number Cycling“ bezeichnet, das heißt die letzten Ziffern wechseln, damit blockierte Nummern schnell ersetzt werden können und die Kampagne länger unentdeckt bleibt. Hinter diesen Nummern steckte im Juni Telefonbetrug: Die Maschen unterscheiden sich, folgen aber einem ähnlichen Muster. Mal geht es angeblich um ein Gewinnspiel-Abo, das sonst mehrere Hundert Euro kosten soll. Mal wird eine Stromzählernummer verlangt. In anderen Fällen geben sich die Personen als Bankangestellte aus und behaupten, es habe Hackerangriffe aus dem Ausland gegeben. Ein Betroffener schilderte, der Anrufer habe Name, Adresse, Geburtsdatum und Kontonummer gekannt und eine „einmalige Chance“ angeboten, betrügerische Anrufe künftig zu stoppen. Wer in so einem Gespräch gedrängt wird, Daten zu bestätigen oder mit „Ja“ zu antworten, sollte auflegen. Auch vertraute Angaben sind kein Beweis für Seriosität Dass Kriminelle persönliche Daten nennen können, bedeutet nicht, dass sie tatsächlich von einer Bank, Behörde oder einem Versorger kommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt grundsätzlich vor diesem als Spoofing bekannten Telefonbetrug: Dabei geben sich Kriminelle am Telefon oder digital als seriöse Institutionen aus, um direkt sensible Daten zu erlangen oder weitere Angriffe vorzubereiten. Für dich heißt das, niemals IBAN, Zählernummer, Vertragsdaten und Einmalcodes am Telefon herauszugeben. Wer unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und die Institution über eine selbst recherchierte offizielle Nummer kontaktieren. Die Bundesnetzagentur nimmt zudem Beschwerden zu unerlaubten Anrufen und Rufnummernmissbrauch entgegen. Und je genauer Betroffene die Uhrzeit, Nummer, Gesprächsinhalt und mögliche Forderungen dokumentieren, desto besser lassen sich verdächtige Rufnummern prüfen. Quellen: Clever Dialer, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bundesnetzagentur

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