Dritte Hitzewelle: Diesmal wird das Hitze-Wetter in Deutschland anders
"Für Deutschland außergewöhnlich hoch" Dritte Hitzewelle kommt – doch diesmal wird es anders Von Ellen Ivits Aktualisiert am 13.07.2026 - 08:15 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die dritte Hitzewelle des Jahres hat Deutschland erfasst. Ein Wetterexperte erklärt, wie sich das aktuelle Hitze-Wetter von der Junihitze unterscheidet und bis wann es anhalten wird. Die Wetterlage in Deutschland stellt sich zur zweiten Julihälfte grundlegend um. Ein Azorenhoch dehnt sich über Mitteleuropa aus. Der Diplom-Meteorologe Özden Terli erklärt das Wettergeschehen für t-online: "Nach dem Durchzug des Sturmtiefs über Südskandinavien in Richtung Baltikum endet die derzeitige kühle und wechselhafte Wetterphase. Anschließend setzt sich ein Hochdruckgebiet durch, das die Temperaturen wieder deutlich ansteigen lässt." Die heißeste Luft verbleibe zunächst zwar über Frankreich, die Hitze halte jedoch zum Wochenende auch in Deutschland Einzug. "Nach derzeitigem Stand deutet vieles auf eine sogenannte Omega-Lage hin. Die großen Wettermodelle stimmen derzeit weitgehend darin überein, dass sich diese Lage etabliert und mindestens bis Anfang oder Mitte der kommenden Woche bestehen bleibt", erläutert der Wetterexperte des ZDF. Hitze erreicht in Deutschland am Samstag 36,6 Grad Am Samstag kletterten die Temperaturen fast in ganz Deutschland auf 25 bis 30 Grad. Im Westen und Südwesten war es deutlich heißer. Ein paar Beispiele: In Buchenbach (Südschwarzwald) wurden 33,8 Grad gemessen, in Emmendingen (Breisgau) 33,9 Grad, in Elzach-Fisnacht (Breisgau) 34,4 Grad, in Freiburg 35,1 Grad und in Müllheim (Markgräflerland) 35,5 Grad. Den Tagesrekord vom Samstag hält vorerst Rheinfelden am Hochrhein (Baden) mit 36,6 Grad. Hitzewelle hat Höhepunkt noch nicht erreicht Und die Hitzewelle intensiviert sich weiter. Einige Modellrechnungen sehen im weiteren Verlauf in der Spitze Werte zwischen 37 und 39 Grad. Neue Hitzewelle unterscheidet sich von der Junihitze Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells bleibt das Hoch mindestens bis zum 18. Juli wetterbestimmend. Während im Osten einzelne kurze Gewitterschauer nicht ausgeschlossen werden können, dominiert im Rest Deutschlands sonniges und trockenes Sommerwetter. Im Unterschied zu der vergangenen Hitzewelle soll aber die Luft zunächst vergleichsweise trocken bleiben. Die Taupunkte liegen überwiegend in einem angenehmen Bereich, sodass die Hitze weniger belastend empfunden werden dürfte als bei schwülwarmer Witterung. Taupunkt Der Taupunkt oder die Taupunkttemperatur ist ein Maß zur Erfassung der Feuchtigkeit in der Luft. Dieser ist meistens niedriger als die Lufttemperatur und wird in Grad angegeben. Sobald der Taupunkt und die Lufttemperatur gleich sind, beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent. Warum die Hitzewellen in Deutschland immer heißer werden Die hohen Temperaturen sind dabei nicht allein auf die aktuelle Wetterlage zurückzuführen, betont der Meteorologe Terli. "Durch die globale Erwärmung liegt das Temperaturniveau insgesamt bereits deutlich höher als früher. Kommt dann zusätzlich heiße Luft aus südlichen Regionen nach Mitteleuropa und wird diese unter einem stabilen Hoch weiter aufgeheizt, entstehen besonders hohe Temperaturen." Dieser Effekt sei inzwischen ein fester Bestandteil des Klimasystems in Europa und werde sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verstärken. Nach der tödlichen Junihitze: Neue Hitzewelle formiert sich im Süden "Schon in diesem Sommer sind weitere Hitzewellen möglich. Ob diese besonders extrem ausfallen, lässt sich derzeit noch nicht sicher sagen. Auffällig ist jedoch, dass der Südwesten Deutschlands bereits jetzt die dritte Hitzewelle des Jahres erlebt", führt der Wetterexperte weiter aus. "Hitzewellen treten häufiger auf, erreichen höhere Temperaturen und dauern oft länger an als früher. Ob das auch auf die bevorstehende Phase zutrifft, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Werte zwischen Mitte 30 und örtlich fast 40 Grad sind für Deutschland außergewöhnlich hoch." Ende der Hitzewelle in Sicht? Die neue Hitzewelle dürfte laut Terli etwas weniger intensiv ausfallen als die vorherige, sodass Temperaturen über 40 Grad derzeit eher unwahrscheinlich erscheinen. "Gleichzeitig ist bei solchen Wetterlagen Vorsicht geboten, denn gerade die stärksten Zuspitzungen werden von den Modellen oft erst wenige Tage vorher erkannt." Wie es nach dem 18. Juli mit dem Sommer weitergeht, bewerten die großen Wettermodelle zurzeit unterschiedlich. Einig sind sie sich jedoch darin, dass das stabile Hochdrucksystem an Einfluss verlieren dürfte. Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF nähert sich eine Störung aus Richtung Island, England und Skandinavien. Sie könnte die Hochdruckzone aufspalten und Deutschland zunehmend beeinflussen. Dann wären wieder mehr Wolken, Schauer und Gewitter möglich. Gleichzeitig würden die Temperaturen auf etwa 20 bis 25 Grad zurückgehen, im Süden örtlich auf bis zu 27 Grad. Loading... Loading... Loading... Im Video | Die nächste Hitzewelle nimmt Fahrt auf Player wird geladen Wetterprognosen bleiben für die zweite Julihälfte unsicher Das amerikanische Wettermodell berechnet ebenfalls ein Abkippen des Hochs, allerdings mit einer etwas anderen Großwetterlage. Auch hier würde die Gewitterneigung deutlich zunehmen. Im weiteren Verlauf könnte sich eine Südwestströmung einstellen, die schwülwarme Luft nach Deutschland führt und regional kräftige Gewitter bis hin zu Unwettern begünstigt. Für die Zeit nach dem 18. Juli nimmt die Unsicherheit allerdings deutlich zu. Die Spannweite der Modellberechnungen reicht bei den Temperaturen von etwa 14 bis 35 Grad. Während einige Szenarien den Hochsommer rasch beenden, lassen andere die Wärme deutlich länger anhalten. Verwendete Quellen Auskünfte des Meteorologen Özden Terli charts.ecmwf.int: "Medium-range forecast charts" charts.ecmwf.int: "Mean sea level pressure and 1000–500 hPa thickness" charts.ecmwf.int: "2 metre temperature and 10 metre wind" meteociel.fr: "ECMWF HRES Europe" wetterprognose-wettervorhersage.de: "Sommerprognose: Dritte Hitzewelle des Jahres zeichnet sich ab" wetterprognose-wettervorhersage.de: "Wetterprognose: Vom Sommer in den Regen - Wetterumschwung zum Hochsommer" wetteronline.de: "Taupunkt" wetterkontor.de: "Wetter Deutschland – aktuelle Extremwerte" Quellen anzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... ShoppingAnzeigen Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... Loading... 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