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Dritter Anlauf gegen den FCN: Kleeblatt-Coach Vogel will mit Zuversicht zum Derbysieg

Sport

Für Kleeblatt-Coach Heiko Vogel ist es „die Mutter aller Derbys“, die am Samstag um 13 Uhr im Fürther Ronhof steigt. Eine legitime Einschätzung, immerhin treffen die beiden mittelfränkischen Rivalen bereits zum 277. Mal aufeinander. Miroslav Klose war zumindest bei vier Auflagen mit von der Partie, sein Pendant auf Seiten der SpVgg bringt es auf zwei Frankenderbys. Dass bislang keiner der beiden Übungsleiter auch nur eine Derbyniederlage einstecken musste, ist einigermaßen kurios. Während aber FCN-Trainer Klose in seinem Premieren-Jahr gleich zwei eindrucksvolle Siege einfahren konnte, wartet Vogel noch auf das erste Erfolgserlebnis. Im dritten Anlauf soll sich dies nun ändern - zumindest, wenn es nach dem Kleeblatt-Trainer geht. „Die Art und Weise, wie wir in den letzten Wochen agieren, stimmt mich wirklich positiv“, übt sich der 50-Jährige in Zuversicht und schlägt forsche Töne an: „Wir haben ein ganz anderes Selbstverständnis, viele Dinge laufen zusammen. Entsprechend wissen wir auch um unsere Stärken und können mit diesem jedem Gegner wehtun.“ Keeper Hellstern feiert famose Premiere Was aber zeichnet das „neue“ Kleeblatt aus? An Spieltag eins konnte man auf St. Pauli bereits vereinzelt vielversprechende Ansätze ausmachen. Der Punktgewinn beim Bundesliga-Absteiger, den im Vorfeld wohl alle, die es mit der SpVgg halten, unterschrieben hätten, war unterm Strich leistungsgerecht. Mit ein wenig mehr Fortune im Abschluss - oder aber höherer individueller Qualität - wäre gar ein Auftaktdreier in Reichweite gewesen. Andererseits bewahrte der famos aufgelegte Florian Hellstern seine Farben mehrfach vor dem drohenden Rückstand. Dabei zeigte die erst 18-jährige Torwart-Hoffnung nicht nur auf der Linie, was in ihm steckt. Auch an der Kugel traf die Leihgabe aus Stuttgart so manche mutige Entscheidung. Dies hatte zur Folge, dass sich das Kleeblatt in der Spieleröffnung erfrischend variabel präsentierte. Durch gegenläufige Bewegungen - die Mittelfeld-Zentrale positionierte sich zunächst hoch, um dann zurückzueilen, während die Innenverteidiger breit standen und viel Raum vor sich hatten - überspielte man das mannorientierte Hamburger Pressing mehrfach. Plan B war der lange Schlag auf Denis Srbeny, der den ein oder anderen Ball sichern konnte. Dass nicht jedes Anspiel des jungen Keepers den gewünschten Adressaten fand, war zu verschmerzen. Auch das einzige Tor, das dem Vorjahressechzehnten gelang, war fein herauskombiniert. Hinten liefen erneut die Anlaufbemühungen der Hausherren ins Leere, wodurch eine Art künstlicher Umschaltmoment für das Kleeblatt entstand. Vorlagengeber Jannik Dehm rückte im Angriffsdrittel in den rechten Halbraum ein und fand Felix Klaus. Dessen Abschluss fälschte Innenverteidiger Mathisen unhaltbar zum 1:1-Endstand ab. Klaus als ständige Bedrohung Überhaupt: Das Phänomen Felix Klaus verdient eine gesonderte Betrachtung. Fünf Versuche gab der inzwischen 33-Jährige allein vor der Pause ab. Der Sechste fand schließlich sein Ziel. „Allein er hatte drei Situationen in der ersten Halbzeit, die brandgefährlich waren“, erinnert sich Vogel. Dass der Routinier noch immer über einen beachtlichen Speed verfügt, zeigte er in der Frühphase der Begegnung. Shinta Appelkamp schickte den Ex-Düsseldorfer mit einem mustergültigen Zuspiel in die Tiefe - dieser war ob der hoch positionierten Abwehrkette St. Paulis auf und davon. Auch wenn Klaus die hochkarätige Gelegenheit hier ausließ, stellt er mit seinem Tiefgang eine permanente Drohkulisse dar. „In Umschaltmomenten und auch individuell haben wir Spieler in unseren Reihen, die jeder Mannschaft in dieser Liga wehtun können“, weiß Cheftrainer Vogel. Auch dem Club. Die Innenverteidigung des fränkischen Nachbars bringt jedenfalls nur durchschnittliches Tempo mit. Der ballbesitzorientierte Stil der Klose-Elf lädt zudem zu Konterbewegungen ein. Zur ganzen Wahrheit gehört freilich, dass die SpVgg ebenso ihre Defizite mitbringt und selbst in Sachen Tiefenabsicherung nicht immer sattelfest daherkommt. Mohamed Zoma wird diesen Umstand interessiert zur Kenntnis nehmen.

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