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Drittes F1-Training Madrid: Hamilton-Unfall sorgt für lange Unterbrechung

Sport

(Motorsport-Total.com) - Das dritte Freie Training zum Grand Prix von Spanien in Madrid, die letzte Session vor dem Qualifying, stand ganz im Zeichen einer fast 39 Minuten langen Unterbrechung nach einem Crash von Superstar Lewis Hamilton (Ferrari). Die Bestzeit sicherte sich WM-Leader Kimi Antonelli (Mercedes), der den brandneuen Madring auf dem Messegelände in Madrid in 1:32.797 Minuten meisterte.

Für Hamilton dauerte das Abschlusstraining nur 23 Minuten. Der siebenmalige Weltmeister war gerade auf einer schnellen Runde, als er in der letzten Kurve geradeaus in die Streckenbegrenzung crashte. Er versuchte zwar noch, sich aus eigener Kraft zurück an die Box zu schleppen. Letztendlich musste er aber doch am Streckenrand abstellen.

In der letzten Minute der Session gab es dann noch einen Abflug und noch eine rote Flagge: Oliver Bearman (Haas) steckte ausgangs Kurve 10 in der SAFER-Barrier. "Mach dir keine Sorgen. Wir bauen das fürs Qualifying wieder auf", meinte sein Renningenieur in Bezug auf die völlig demolierte linke Chassis-Seite. Das wird aber angesichts des Ausmaßes des Schadens eine Herausforderung für die Haas-Mechaniker.

Für ORF-Experte Alexander Wurz war Bearmans Abflug ein "Fahrfehler. Er hat ein bisschen zu früh eingelenkt." Und seiner Meinung nach einer, der Folgen haben könnte: "Ich bezweifle stark, dass sie das Auto bis zum Qualifying hinbekommen."

Das Ergebnis rückte angesichts der Unfälle fast in den Hintergrund. Die ersten Verfolger von Antonelli waren Charles Leclerc (Ferrari/+0,166), Oscar Piasti (+0,189), Lando Norris (beide McLaren/+0,236), Max Verstappen (Red Bull/+0,375), George Russell (Mercedes/+0,702) und Liam Lawson (Red Bull/+1,105).

Spannendes Detail am Rande: Absolut Schnellster im ersten Sektor, in dem es vor allem auf Topspeed ankommt, war Nico Hülkenberg (Audi). Vermutlich hat der Deutsche dort aber einfach übermäßig viel Energie verbraucht, denn in der Zeitentabelle lag er am Ende auf Platz 8, mit einem Rückstand von 1,136 Sekunden auf Antonelli (und 0,355 vor Teamkollege Gabriel Bortoleto).

"Für mich ist Antonelli Favorit", sagt Wurz. "Russell darf man nicht unterschätzen, aber Kimi schafft es im letzten Sektor besser, mit dem Hinterreifen klarzukommen. Und Ferrari sehe ich als die Ersten, die Mercedes gefährden können."

Zum Thema:

Ergebnis: 3. Freies Training GP Spanien, Madrid

F1-Ticker: Paddock live mit Ruben Zimmermann

Fünf Minuten keine Action zu Beginn der Session

Die Herren Formel-1-Fahrer ließen sich zu Beginn der Session fünf Minuten lang bitten, ehe jemand auf die Strecke ging. Die Audi-Piloten Bortoleto und Hülkenberg waren dann die Ersten, die ihr Trainingsprogramm aufnahmen. Und zunächst war Hülkenberg teamintern auch der Schnellere: Nach vier Runden lag er 1,112 Sekunden vor Bortoleto in Führung (1:34.665 Minuten).

Hülkenbergs Bestzeit hielt aber nicht lange. Nach einer Viertelstunde hatte Hamilton in 1:34.284 Minuten eine neue Referenzmarke aufgestellt, 0,149 Sekunden vor Leclerc. Viele hatten noch keine wirklich schnelle Runde absolviert, und einer war noch gar nicht draußen gewesen: Arvid Lindblad (14./Racing Bulls/+1,708) hatte bei seinem Crash am Freitag einen Totalschaden produziert, und der notwendige Chassis-Umbau war nicht pünktlich zu Trainingsbeginn abgeschlossen.

Als dann auch die Topteams ihre ersten Zeiten gesetzt hatten, war es zunächst wieder Antonelli, der den Ton angab (1:33.664 Minuten). Verstappen (Red Bull) stand nach 20 Minuten immer noch an der Box, und sein Teamkollege Lawson beklagte sich am Funk: "Die Hinterachse blockiert ziemlich stark." Vermutlich ein ähnliches Balanceproblem wie jenes, mit dem Verstappen am Monza-Wochenende zu kämpfen hatte.

Boxenfunk ignoriert: Was war nach Hamiltons Crash los?

Die Session war genau 23 Minuten alt, als sie wegen der ersten roten Flagge zum Stillstand kam. Hamilton hatte in der letzten Kurve mit einem stehenden kurveninneren Rad geradeaus in die TecPro-Barriere untersteuert. Wurz: "Er war einfach zu schnell, hat mit dem Bremspunkt übertrieben und den Einlenkpunkt verpasst."

Am Ferrari war der Frontflügel beschädigt, doch Hamilton legte den Rückwärtsgang ein und schickte sich an, an die Box zurückzufahren. Sein rechtes Vorderrad hatte sich dabei mit dem Frontflügel verkeilt und stand still. Hamilton wurde vom Renningenieur aufgefordert, das Auto abzustellen, ignorierte diese Anweisung aber gleich zweimal und fuhr zunächst weiter: "Wenn ich kann, komme ich an die Box. Ich werde es sicher machen."

Bis er dann doch noch auf der Strecke abstellte und ausstieg. Hamilton kletterte auf den Rücksitz eines Motorrollers und ließ sich von einem Sportwart zurück in den Paddock bringen. Sein Training war damit natürlich gelaufen. Bitter, denn Hamilton war gerade auf einer schnellen Runde und mit pinkem Mittelsektor drauf und dran gewesen, die zu dem Zeitpunkt stehende Leclerc-Bestzeit (1:33.332 Minuten) zu unterbieten.

Die Unterbrechung zog sich übrigens in die Länge, weil die Streckensicherung verhältnismäßig lange brauchte, um die TecPro-Barrieren wiederherzustellen. Normalerweise tickt die Uhr bei einer solchen Unterbrechung einfach weiter. In Madrid entschied die Rennleitung jedoch bei 15:38 Minuten Restzeit, die Uhr temporär zu stoppen. Vermutlich, damit die Teams zumindest noch die eine oder andere Runde trainieren konnten.

Insgesamt dauerte die Hamilton-Rotphase fast 39 Minuten. Als es um 13:32 Uhr Ortszeit endlich weiterging, wäre die Session ohne Stoppen der Uhr eigentlich schon zu Ende gewesen.

Zeitplan Formel 1 Madrid: Wie geht's weiter?

Madrid ist das letzte Rennwochenende der Formel-1-WM 2026 auf europäischem Boden. Weiter geht es danach mit Station Nummer 15 der laufenden Saison, auf dem Stadtkurs in Baku (Aserbaidschan). Die beiden letzten Saisonrennen in Katar und Abi Dhabi stehen offiziell noch im Formel-1-Kalender 2026, wackeln aber wegen der militärischen Situation im Nahen Osten.

Beim Grand Prix von Spanien fällt die erste sportliche Entscheidung im Qualifying am Samstagnachmittag, das um 16:00 Uhr MESZ beginnt. Start zum Rennen in Madrid am Sonntag ist um 15:00 Uhr MESZ.

Im TV wird das Rennwochenende auf Sky (Deutschland), ORF (Österreich) und im SRF (Schweiz) live übertragen (Hier geht's zur kompletten TV-Übersicht zur Formel 1 in Madrid!).

Die gewohnten Formel-1-Livestreams können Fans am Samstag- und Sonntagabend auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verfolgen. Mit einer Zusammenfassung des Geschehens und Analysen weit über das Ende der TV-Übertragungen hinaus. Host Kevin Scheuren präsentiert die Streams wieder in der Stammbesetzung mit Chefredakteur Christian Nimmervoll als Experte.

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