Drohne gefunden – Spur soll zu DHL
Audioplayer wird geladen Anzeige Ermittler haben an der Sprengstoff-Drohne, die vergangene Woche am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt wurde, DNA-Spuren gefunden. Das berichten „Bild“ und „Zeit“ übereinstimmend unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die DNA-Spur soll laut „Bild“ mit der vom Brandanschlag am 20. Juli 2024 am DHL-Logistikzentrum in Leipzig übereinstimmen. Diese wurde laut „Zeit“ in Litauen sichergestellt. Die DNA-Spur konnte, wie beide Medien übereinstimmend berichten, noch keiner konkreten Person zugeordnet werden. In der Nacht zum 5. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle nahe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entdeckt. Nach neuesten Erkenntnissen war die Drohne bereits Stunden vorher mit einem Flugzeug kollidiert, der Sprengstoff allerdings nicht explodiert. Anzeige Wie „Bild“ berichtet, soll die Drohne das Flugzeug an der Stelle getroffen haben, an der sich der Treibstofftank befindet. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr übernommen. Anzeige Zudem kollidierte offenbar eine zweite Drohne mit einem Frachtflugzeug. Der Vorfall löste eine bundesweite Sicherheitsdebatte aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem möglichen „hybriden Anschlagsszenario“, eine Beteiligung „fremder Mächte“ sei nicht auszuschließen. Der Nationale Sicherheitsrat befasste sich mit dem Fall. Lesen Sie auch 2024 entzündete sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war. Der Vorfall soll Teil einer größeren Serie sein: weitere Vorfälle gab es in Polen und in Birmingham im Vereinigten Königreich. Lesen Sie auch Im März teilte die EU-Justizbehörde Eurojust mit, dass eine gemeinsame Ermittlungsgruppe aus Deutschland, Litauen, Polen, den Niederlanden und Großbritannien 22 Verdächtige in Litauen und Polen identifiziert habe. Diese stünden im Verdacht, im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU gehandelt zu haben. Schon zuvor hatten Ermittler bei Durchsuchungen in Litauen, Polen, Lettland und Estland weitere Brandsätze gefunden. Die litauische Generalstaatsanwaltschaft erhob im März Anklage gegen fünf Männer. Ihnen wird vorgeworfen, vier mit Brandsätzen präparierte Pakete verschickt zu haben. Die russische Botschaft in Berlin sprach von „Paranoia“ und „Verschwörungstheorien“. Auch beim jüngsten Vorfall weist Russland jegliche Verantwortung zurück. Die Botschaft sei „besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“, wie sie in einer Erklärung mitteilte. Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), sagte dazu im ZDF-„heute journal update“: „Die Glaubwürdigkeit hat Russland schon lange verspielt, wenn man in die Ukraine blickt, wo ja vor völkerrechtswidrigen Angriffen man kaum mehr hinterherkommt.“ Dass Russland ein Spiel ohne Regeln spiele, sei „jetzt auch keine neue Erkenntnis“. US-Geheimdienste wiederum gehen laut Medienberichten davon aus, dass die am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Sprengstoff-Drohne aus Russland stammt. Das berichteten das „Wall Street Journal“ und der US-Sender CNN unter Berufung auf Sicherheitskreise. Lesen Sie auch Weltplus ArtikelEine Woche im Protokoll Als Reaktion auf den Vorfall hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigt, die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei zu verdoppeln. So sollen im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) künftig 300 statt 150 Einsatzkräfte für die Drohnenabwehr zur Verfügung stehen. Das berichtete die „Bild am Sonntag“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält das für nicht ausreichend. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sprach er sich am Montag dafür aus, auch die Bundeswehr in die Drohnenabwehr im Inland einzubeziehen: „Ich glaube, dass in diesen Zeiten diese strikte Trennung beim Thema äußere und innere Sicherheit zwischen Bund und Ländern nicht mehr zeitgemäß ist“, sagte er. Er halte es „für unproblematisch, dass auch die Bundeswehr bei der Bekämpfung im Inneren eingesetzt wird“. lfb