Drohne in Leipzig: Nachrichtendienst-Agent soll hinter Anschlag stecken
Biker mit Doppelleben
Identität des Leipzig-Attentäters steht wohl fest
Von t-online, afp, reuters, pri
02.10.2026 - 15:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Drohnenangriff legte Anfang August den Airport Leipzig/Halle lahm. Nun enthüllen Medien die Identität des mutmaßlichen Drahtziehers: ein russisch-lettischer Biker mit Doppelleben.
Es war knapp Anfang August auf der Piste des Flughafens Leipzig/Halle. Nur durch einen Zufall konnte ein Drohnen-Anschlag auf ein ukrainisches Transportflugzeug verhindert werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt machte den russischen Geheimdienst GRU für den hybriden Angriff verantwortlich. Nun nennen mehrere europäische Medien den Namen des mutmaßlichen Drahtziehers: Oleg Levushkin. Er soll er enge Verbindungen zur Spezialeinheit 29155 des russischen Militärgeheimdienstes GRU haben.
In Sicherheitskreisen wird mit weiteren Drohnenattacken gerechnet. Ein Nato-Experte sagte der Zeitung "Welt am Sonntag": "Aus Sicht des Kremls scheint die beste Option, die ihnen zur Verfügung steht, darin zu bestehen, die Hybridkampagne, die sie gegen den Westen führen, zu verstärken."
Zuvor hatten schon NDR, WDR, "Süddeutsche Zeitung" und "Die Zeit" über die russischen Hintergründe des Anschlagsversuchs berichtet. Die Aktion am 5. August galt nach Erkenntnissen der Ermittler einem Frachtflieger der ukrainischen Linie Antonov Airlines. Ein Flughafenmitarbeiter hatte die Drohne zufällig entdeckt und ausgeschaltet.
Bauart und Sprengstoff der Drohne ähneln Sprengsätzen, die Fahnder vor zwei Jahren im litauischen Kowno aufspürten. Zudem gibt es Parallelen zu einem weiteren Vorfall im Flughafen Leipzig/Halle. Dort war vor zwei Jahren ein Paket vor dem Verladen in eine DHL-Maschine in Brand geraten. Auch hier soll der russische Geheimdienst GRU mitgewirkt haben.
In den sozialen Medien posiert Levushkin am Strand in Bulgarien oder beim Angeln. Auch eine Vorliebe für schnelle Motorräder soll der Mann pflegen. Jenseits des öffentlichen Lebens auf Instagram reiste er nach Erkenntnissen der Ermittler Ende Juli über Istanbul am Berliner Hauptstadtflughafen BER geheim nach Deutschland ein und mietete dort ein Auto. Kurz darauf kam es zum Drohnenzwischenfall in Leipzig.
Levushkin hat einen russischen und lettischen Pass. Er unterhalte seit zwei Jahrzehnten enge Kontakte zu GRU-Oberst Denis Smoljaninow, berichten Medien. Der russische Geheimdienstler soll auch in Verbindung stehen mit dem Unternehmen Longifolia. Dieses wird mit dem Paket-Brand in Leipzig/Halle vor zwei Jahren in Verbindung gebracht.
Auch um einen weiteren Anschlagsversuch gibt es neue Hinweise. Anfang September gab es in München Brandanschläge in der Nähe der Rüstungsfirma Rohde& Schwarz. Verletzt wurde niemand. Die Ermittler nahmen zwei Verdächtige mit bulgarischem Pass fest.
Laut "Welt am Sonntag" ging bei der Durchführung etwas schief. Das eigentliche Ziel sei das Unternehmen Helsing gewesen, so das Blatt. Das Start-up zählt zu den führenden deutschen Drohnenherstellern und arbeitet eng mit dem deutschen Verteidigungsministerium und der Ukraine zusammen.