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Drohnen-Alarm in Kiew: Deutscher Politiker aus Zug evakuiert

Technologie

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Kiew (Ukraine) – Die deutsche Delegation war noch nicht ganz in Kiew angekommen, da kam der Drohnen-Alarm! Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (38, CDU) reist gerade für mehrere Tage in die Hauptstadt der Ukraine. Der Politiker ist mit einer Gruppe von Unternehmern unterwegs, um Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen und technisches Know-how auszutauschen. In der Nacht der Anreise wurde Kiew mit mehr als 160 Drohnen und mehreren Marschflugkörpern angegriffen.

13 Stunden dauerte die Fahrt mit dem Nachtzug von Chełm (Polen) in die Ukraine. Um 12.27 Uhr ukrainischer Ortszeit wurde der Zug plötzlich kurz vor dem Hauptbahnhof evakuiert. „Es wurden Shahed-Drohnen über der Hauptstadt gesichtet“, so ein Sicherheitsbeamter. Auf den Handys schrillten die Warn-Apps.

Zwei Tote, zehn Verletzte bei Drohnen-Angriff

Am Bahnhof angekommen, sagte Manuel Hagel zu BILD: „Die Ukraine ist im fünften Jahr der russischen Vollinvasion. Allein in der Nacht zu Dienstag gab es massive Angriffe, zwei Menschen sind gestorben, zehn wurden verletzt – darunter ein Kind. Das zeigt: Die Härte nimmt zu.“

Laut Hagel gerät Deutschland immer intensiver ins russische Fadenkreuz. „Das haben Vorfälle wie der Drohnen-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle gezeigt.“ Aus einem geheimen Bericht des Bundeskriminalamtes ( BKA ) geht hervor, dass herkömmliche Erkennungssysteme (per Funkfrequenz) Drohnen, die über Mobilfunk gesteuert werden, nicht aufspüren können. Der Grund: Die Drohnen sind auf anderen Frequenzen unterwegs, welche die Polizei nicht überwachen kann.

Autonome Drohnen sollen Deutschland helfen

„Wir müssen jetzt unsere Sicherheitsarchitektur nachrüsten und auf jeder Ebene verteidigungsfähig werden gegen diese neuen Bedrohungen! Sicherheitspolitik ist Wirtschaftspolitik“, führt Manuel Hagel weiter aus. Der Innenminister will daraus ein Wirtschaftsmodell entwickeln und Baden-Württemberg zur Drohnen-Leitregion Deutschlands machen.

Bei der Reise ist auch ein Unternehmen dabei, das auf autonome Drohnensysteme spezialisiert ist. Das soll die Zukunft in der Abwehr hybrider Bedrohungen (Kombination aus militärischen und zivilen Methoden, z.B. Cyberangriffe, Spionage, Sabotage) in Deutschland sein. Mithilfe der Ukrainer, die seit mehr als vier Jahren im Krieg sind, können so wertvolle Daten aus realen Einsätzen ausgewertet werden.

Außerdem planen die ukrainische Nationalpolizei und Spezialkräfte aus Baden-Württemberg, in Zukunft bei Drohnen-Trainings zusammenzuarbeiten. Es sollen 15 bis 20 Spezialisten aus Deutschland in der Ukraine trainieren und andersherum. Der Polizeipräsident der Nationalpolizei fragte Hagel noch, ob er die Vereinbarung wirklich unterschreiben wolle – schließlich würde er damit bei Putin auf der Liste möglicher Ziele nach oben rutschen.

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