Drohnen zerstören Wildberries-Lager
Startseite Politik Ukraine trifft Russlands E-Commerce-Riesen: Wildberries-Lager in Flammen – Schaden in Milliardenhöhe Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Ukraine attackiert mit Drohnen Russlands Wirtschaft: 23 Wildberries-Standorte im Ukraine-Krieg angegriffen, der Schaden beträgt 5,7 Milliarden Dollar. Moskau/Kiew – In der Nacht auf Sonntag haben ukrainische Drohnenangriffe im Moskauer Umland schwere Brände an mehreren Logistikzentren des russischen E-Commerce-Riesen Wildberries ausgelöst. Besonders betroffen war das Lager im Dorf Koledino nahe Podolsk. Die Einrichtung mit einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern gilt als das größte Warenlager des Unternehmens überhaupt. Gleichzeitig brannte das multimodale Logistikzentrum Sewernoje Domodedowo im Landkreis Domodedowo. Augenzeugenberichte und Videoaufnahmen zeigten dichte Rauchwolken, die zeitgleich von mehreren Standorten in der Region aufstiegen. Der Angriff auf Wildberries reiht sich in eine Kampagne ein, die Kiew im aktuellen Ukraine-Krieg seit Monaten verfolgt. Im Visier steht dabei immer wieder Russlands Wirtschaft. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte auf Telegram, die russische Luftabwehr habe 105 Drohnen abgefangen, die auf die Hauptstadt zuflogen. Notfalldienste seien an den Absturzstellen von Trümmerteilen im Einsatz. Lokale Telegram-Kanäle meldeten Explosionen und Luftabwehraktivitäten in Domodedowo, Tschechow, Podolsk und im Bezirk Stupino. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiatsija ordnete die vorübergehende Sperrung der Moskauer Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski an. Angriffe auf Wildberries im Ukraine-Krieg: Mehrere Lager in Flammen Es ist nicht der erste Angriff auf die Infrastruktur in dieser Region: Bereits am 28. Juli hatte ein Drohnenangriff das nahegelegene Logistikzentrum Koledino 3PL in Brand gesetzt. Die Attacken auf Wildberries-Standorte haben inzwischen systematische Ausmaße angenommen: Seit Mitte Juli wurden laut Kyiv Post mindestens 23 Wildberries-Einrichtungen angegriffen. Analysten des Marktforschungsunternehmens Data Insight schätzen, dass das Unternehmen bereits vor den Angriffen vom Sonntag bis zu einem Drittel seiner gesamten Lagerfläche verloren hatte. Der Wert der zerstörten oder beschädigten Waren wird auf rund 480 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 5,7 Milliarden US-Dollar) beziffert. Die wirtschaftlichen Folgen der ukrainischen Drohnenattacken sind für das Unternehmen und Russlands Wirtschaft insgesamt erheblich. Angesichts der geschrumpften Lagerkapazitäten und einer Abwanderungswelle von Händlern soll der Umsatz von Wildberries laut Reuters um rund ein Viertel eingebrochen sein. Eine Quelle aus dem Umfeld des Kremls warnte demnach vor einer Insolvenzwelle unter Unternehmern, die ihre Waren in den angegriffenen Lagern verloren haben. Wildberries wickelt nach Schätzungen rund zehn Prozent des gesamten russischen Einzelhandelsumsatzes ab. Parallel zu den physischen Angriffen führten Cyberspezialisten des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR am 10. und 11. August einen Angriff auf die digitale Infrastruktur von Wildberries durch. Das HUR-Cyber-Corps berichtete von massiven Störungen: Der Kundenservice sei ausgefallen, die Zahlungsinfrastruktur destabilisiert und Finanztransaktionen für Nutzer vorübergehend nicht möglich gewesen. Strategie im aktuellen Ukraine-Krieg: Kiew zielt auf Russlands Wirtschaft Kiew bezeichnet Wildberries als legitimes militärisches Ziel im aktuellen Ukraine-Krieg. Zur Begründung verweist die ukrainische Seite darauf, dass auf der Plattform Waren verkauft werden, die von den russischen Streitkräften genutzt werden. Das Unternehmen bestreitet, das Militär zu beliefern. Berichten zufolge waren jedoch noch Anfang August sogenannte Dual-Use-Güter, darunter FPV-Drohnen und Glasfaserkabel, auf der Plattform erhältlich. (Quellen: dpa, Kyiv Post, Reuters) (fbu)