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DTM-BoP Hockenheim: Droht Titelfavorit Thomas Preining ein Norisring-Schicksal?

Sport

(Motorsport-Total.com) - Wird der Hockenheimring bei der DTM-Titelentscheidung (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) für Porsche und Manthey-Favorit Thomas Preining zur Problemstrecke? Die auf mehr Abtrieb ausgelegte Evo-Version des nicht gerade leistungsstarken 911 GT3 R hatte schon auf dem Norisring große Probleme - und auch Hockenheim gilt mit seiner über einen Kilometer langen Parabolica als Power-Kurs.

Dennoch muss der Bolide durch die Balance of Performance (BoP) mit einem 39,5-Millimeter-Restriktor auskommen. Das ist beim Porsche die kleinste Konfiguration der Saison, was sich negativ auf die Leistung auswirkt.

Zum Vergleich: Oft war der Porsche dieses Jahr mit einem 41,5-Millimeter-Restriktor unterwegs, auf den Norisring-Geraden hatte er sogar einen Restriktor mit 43 Millimeter Durchmesser an Bord. Muss sich Preining, der damals mit Rücktritt drohte, wieder Sorgen machen, auf den Geraden "gefressen" zu werden?

Preining über Topspeed-Nachteil: "Sind geradeaus immer angreifbar"

"Im Endeffekt sind wir geradeaus immer angreifbar", antwortet Preining, der in der Meisterschaft 23 Punkte vor Maro Engel führt. "Das müssen wir natürlich zu einem gewissen Punkt auch sein, weil wir in der Kurve dafür sehr schnell sind. Solange das Defizit geradeaus nicht zu extrem ist, dass alle links und rechts vorbeifahren wie am Norisring, denke ich mir nichts. Da bin ich eigentlich guter Dinge."

Das Qualifying spielt wegen des Topspeed-Defizits eine Sonderrolle. "Je weiter vorne du startest, desto einfacher ist das Leben im Rennen", weiß Preining.

Beim offiziellen Test in Hockenheim vor dem Finale, bei dem der 911 GT3 R Evo identisch eingestuft war und nicht in den Top 10 auftauchte, bewegten sich die Porsche-Piloten am unteren Ende der Topspeed-Liste. Das Feld lag dabei laut repräsentativen Messungen innerhalb von sieben km/h, was auch ungefähr dem Porsche-Nachteil auf die Spitzenreiter von Ford und McLaren entspricht.

Kann der Porsche das Topspeed-Defizit kompensieren?

Was die Angelegenheit interessant macht: Der neue Porsche funktioniert am besten, wenn er beim Set-up auf viel Abtrieb ausgerichtet ist - und holt seine Zeit auf der Bremse. Dadurch kann Preining am Ende der Parabolica später bremsen als die Rivalen und zumindest etwas verlorene Zeit von den Geraden wieder zurückgewinnen.

Und vor allem das winkelige Motodrom, in dem Ayhancan Güven im Vorjahr den Titelkampf entschieden hat, sollte durch den Abtrieb des Evo zum Porsche-Revier werden. Manthey darf den Heckflügel mit dem minimal erlaubten Winkel von 8 Grad zumindest eine Stufe unter der Einstellung für maximalen Abtrieb fahren.

Das Auto wiegt 1.335 Kilogramm. Das ist schwer, aber immerhin fünf Kilogramm leichter als bei Güvens Triumph im Vorjahr. Auffällig ist, dass das der Porsche - durch eine BoP-Änderung nach dem Test - an der Hinterachse um zehn Millimeter höher eingestellt werden muss. Das sollte aber kein Problem darstellen, denn laut Informationen von Motorsport-Total.com entspricht das ohnehin der zuletzt selbst gewählten Einstellung.

Dasselbe gilt übrigens auch für den Ford Mustang GT3 Evo: Der muss laut BoP in Hockenheim sogar vorne um 14 und hinten um 16 Millimeter höher fahren als beim Hockenheim-Test, doch auch in diesem Fall folgt die Einstufung offenbar dem selbst gewählten Set-up-Weg des Teams. Der nach dem Test um einen Millimeter vergrößerte Restriktor dürfte eine Reaktion auf den durch den Bodenabstand höheren Luftwiderstand sein.

Wie die Boliden von Preinings Titelrivalen eingestuft sind

Aber wie wurde die Porsche-Konkurrenz eingestuft? Der Mercedes-AMG GT3 erhält wie zuletzt einen 35-Millimeter-Restriktor, das Auto ist aber um zehn Kilogramm leichter als am Sachsenring. Damit blieb die Einstufung im Vergleich zum Hockenheim-Test unverändert.

Im Vergleich zur finalen Vorjahres-BoP in Hockenheim wurde das Auto zwar mit einem um 0,5 Millimeter größeren Restriktor versehen und ist um fünf Kilogramm schwerer, allerdings um zehn Kilogramm leichter als in der Basiseinstufung. Man bewegt sich also in einem ähnlichen Bereich, zumal das Motorenmapping der Saison 2026 angeblich weniger Leistung zulässt als 2025.

Der BMW lässt sich wegen des neuen Turboladers nur schwer mit 2025 vergleichen, ist aber um zehn Kilogramm schwerer als bei der finalen Hockenheim-BoP, als Marco Wittmann kaum zu bremsen war. Interessant: Nach dem Hockenheim-Test, bei dem der zweimalige Champion starker Dritter wurde, wurde beim M4 GT3 Evo der Ladedruck im hohen Drehzahlbereich von 6.250 bis 7.000 Umdrehungen um 0,02 bar reduziert.

"Wir haben uns wohlgefühlt, eine gute Basis geschaffen. Daher bin ich sehr zuversichtlich für das Wochenende", so Wittmann über den Test.

Kann Matteo Cairoli im Ferrari noch einmal eingreifen?

Nicht unterschätzen sollte man diesmal den Ferrari 296 GT3 Evo von Matteo Cairoli, der mit 47 Punkten Rückstand als Fünfter nur noch theoretische Titelchancen hat. Nach Platz zwei beim Hockenheim-Test wurde auch bei ihm der Ladedruck (7.000 bis 8.000 Umdrehungen) im hohen Bereich um 0,02 bar reduziert, doch das Fahrzeug sollte weiterhin gut eingestuft sein.

Denn im Vergleich zur finalen Hockenheim-BoP 2025 ist der Ferrari um zehn Kilogramm leichter und hat über das gesamte Drehzahlband mehr Ladedruck - im relevanten mittleren Bereich um bis zu 0,06 bar.

Etwas weniger Ladedruck für dominierenden McLaren

Und auch den beim Test bärenstarken McLaren, mit dem Sachsenring-Sieger Ben Dörr die Bestzeit fuhr, haben viele auf der Rechnung, obwohl der Ladedruck im Vergleich zur Test-BoP über das gesamte Drehzahlband um 0,01 bis 0,03 bar reduziert wurde.

Der Aston Martin ist schwierig einzuschätzen, da die Stammfahrer den Test ausließen. Der Ladedruck wurde im Vergleich zu Hockenheim 2025 im relevanten mittleren bis hohen Bereich um 0,10 bis 0,11 bar reduziert. Beim Test war das Fahrzeug beim Topspeed nicht im Vorderfeld. Zudem ist der Vantage GT3 Evo um fünf Kilogramm schwerer.

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