DTM-Qualifying Norisring 1: Pole für Thiim, Pleite für Porsche und BMW
(Motorsport-Total.com) - Poleposition für Nicki Thiim beim wegen der Kürze des Norisring in zwei Gruppen ausgetragenen Samstags-Qualifying der DTM: Der Däne fuhr in 48.449 die Bestzeit in Gruppe B (Ergebnis Gruppe B), die später an die Reihe kam und daher vom zusätzlichen Grip profitierte. Thiim startet daher vor Winward-Mercedes-Pilot Maro Engel, der in Gruppe A in 48.463 Sekunden die Bestzeit fuhr (Ergebnis Gruppe A). Comtoyou-Aston-Martin-Pilot Thiim knackte mit seiner Pole-Runde auch den Rundenrekord von Jordan Pepper aus dem Vorjahr (48.467). "Ich liebe es einfach hier in Nürnberg", freut sich der Norisring-Spezialist, der hier 2024 im SSR-Lamborghini seinen bisher einzigen DTM-Sieg holte. "Ich habe zwei, dreimal die Wand berührt, aber das gibt so ein bisschen den Kick." Abgesehen von den Mauern war auch die Bremse für Thiim eine Herausforderung: "Die Bremse ist hier mit den zwei Hairpins zu 110 Prozent am Limit. Daher würde ich gern die frische Luft das ganze Rennen lang behalten", möchte er sich beim Start unbedingt durchsetzen. Engel übernimmt mit Startplatz zwei DTM-Führung Engel setzte sich dank der zwei Punkte für den zweiten Startplatz in der Gesamtwertung von Platz drei an die Spitze, da Emil-Frey-Ferrari-Pilot Matteo Cairoli nicht unter die Top 3 kam. Der Winward-Mercedes-Pilot nutzte im Qualifying eine unkonventionelle Strategie - und fuhr auf einem Reifensatz zwei Runs. Seine Bestzeit gelang ihm in seiner 20. Runde, was zeigt, dass der Reifenabbau auf dem Stadtkurs keine große Rolle spielt. "Es ist glaube ich für alle schwierig, die Reifen hier richtig reinzubringen", sagt Engel bei ran.de. "Der Asphalt ist sehr glatt, daher gibt es immer verschiedene Strategien. Wir haben die gewählt, die für uns am besten ist." Ford Mustang, McLaren und Mercedes in Lauerstellung Hinter Thiim und Engel werden die beiden Qualifying-Gruppen abwechselnd aufgereiht (Startaufstellung). Das Ford-Team HRT darf sich mit dem Mustang GT3 Evo über eine gute Ausgangslage freuen: Arjun Maini startet von Platz drei, während Teamkollege Finn Wiebelhaus bei seiner Norisring-Premiere auf Platz acht kam. Vierter wurde McLaren-Pilot Ben Dörr, der nach seinem ersten DTM-Sieg auf dem Lausitzring nun erneut im Vorderfeld landete. "Wir können alle zufrieden sein, denn das ist eigentlich für uns die schlechteste Strecke im Kalender", sagt der Youngster. "Wir brauchen eher diese schönen, großen, flüssigen Strecken mit sauberem Asphalt, wenig Bodenwellen - das hat der Norisring leider nicht." Dennoch habe sich die Dörr-Truppe in Nürnberg, wo man vor zwei Jahren beim Debüt große Probleme hatte, deutlich verbessert, obwohl Testfahrten nicht möglich sind. Dörrs Teamkollege Timo Glock startete im Gegensatz zu seinem Teamkollegen in der zweiten Qualifying-Gruppe und kam auf Platz 13. Update: Nach dem Qualifying wurde Ben Dörr vom Qualifying ausgeschlossen. Der McLaren des Youngsters hatte das vorgeschriebene Mindestgewicht abzüglich Toleranz um 8,5 Kilogramm unterschritten, was folglich zur Disqualifikation führt. Dörr muss das erste Rennen am Samstag vom letzten Startplatz in Angriff nehmen, alle anderen Piloten rücken auf. Hinter Dörr landeten drei Mercedes-AMG-Piloten: Fünfter wurde Landgraf-Mercedes-Pilot Lucas Auer, auf Platz sechs kam Winward-Markenkollege Jules Gounon - und auf Platz sieben liegt mit Tom Kalender, der mehrmals die Mauer berührte, der zweite Landgraf-Pilot. Man sei "ganz solide dabei", sagt Auer, der nun in der Gesamtwertung von Platz zwei auf Platz drei zurückfällt, bei ran.de. "Für das Rennen ist das eine gute Ausgangsposition - da kann man was machen." Wie am Freitag: Porsche und BMW weit zurück Nicht ganz nach Wunsch lief das Qualifying für Emil-Frey-Ferrari-Pilot Matteo Cairoli, der Zwölfter wurde - und damit die Tabellenführung verliert und hinter Engel auf Platz zwei zurückfällt. Der schnelle Italiener, der in Gruppe A an die Reihe kam, haderte wie schon am Freitag mit den Bremsen, die auf dem Norisring der Schlüssel sind. Noch schlechter lief es - wie schon am Freitag - für Porsche und BMW: Thomas Preining, der am Norisring schon mehrmals gewonnen hat, startet als bester Porsche-Pilot von Platz 15, Teamkollege Ricardo Feller ist 16. Direkt hinter dem Schweizer startet Kelvin van der Linde auf Platz 17, der damit bester BMW-Pilot war. Lokalmatador Marco Wittmann kam im zweiten Schubert-BMW nicht über Platz 20 hinaus. Kelvin van der Linde frustriert: "Wir haben schon eine Erklärung" "Das ist bitter, schon das ganze Wochenende da hinterherzufahren", zeigt sich Kelvin van der Linde bei ran.de schwer enttäuscht. "Das ist gar nicht unser Anspruch." Ob er eine Erklärung habe? "Wir haben schon eine Erklärung", antwortet er. "Aber ich muss sagen, da ist gerade jeder im Team ein bisschen frustriert, wenn man in vier Kurven sechs Zehntel zu langsam ist." Auch das Ergebnis von Teamkollege Wittmann spreche für sich. "Marco ist zweimal DTM-Meister geworden, ich bin hier in der Vergangenheit auch nicht unerfolgreich gefahren. Das ist für uns beide extrem frustrierend. Die Autos fühlen sich echt gut an in den Kurven. Wir haben beide zwei gute Qualifying-Runden zusammengebracht." Ob es an der Balance of Performance liege? "Das ist es", gibt der Deutsch-Südafrikaner eine klare Antwort, ergänzt aber, dass er sich nicht "auf das Politische konzentrieren" wolle. "Ich will gerne eine Chance haben, vorne mitzufahren - alles andere ist mir relativ egal. Ich wünsche mir einfach ein bisschen mehr Pace."