DTM-Qualifying Nürburgring 1: Ferrari-Pole, Dämpfer für Titelkandidat Thiim
(Motorsport-Total.com) - Zweite DTM-Pole für Matteo Cairoli: Der Emil-Frey-Ferrari-Pilot sichert sich mit einer Bestzeit von 1:25.345 beim Samstags-Qualifying auf dem Nürburgring den besten Startplatz (Qualifying-Ergebnis) - und startet damit möglicherweise seine Aufholjagd im Titelkampf. Denn der Italiener ist mit 52 Punkten Rückstand erster Verfolger des führenden Quartetts - und hat in der (Gesamtwertung) drei Punkte aufgeholt. Seine Zeit bei Temperaturen von knapp unter 30 Grad reichte nicht aus, um den Qualifying-Rekord (125.118) von Mirko Bortolotti aus dem Jahr 2023 zu knacken. "Ich bin glücklich, vor allem, weil wir zwei sehr schwierige Wochenenden hinter uns haben - daher ist es schön, wieder an der Spitze zu stehen", sagt Cairoli, der nach dem Lausitzring sogar die Meisterschaft angeführt hatte, bei ran.de. Wie sehr er unter der Schwäche am Norisring und in Oschersleben gelitten hat? "Ziemlich stark, vor allem, weil ich immer das Gefühl hatte, mein Herzblut gegeben zu haben, aber es reichte nicht aus", antwortet er. "Ich weiß nicht, irgendetwas stimmte wahrscheinlich nicht ganz mit dem Auto, mit dem Set-up, daher hat es etwas länger gedauert als erwartet." Preining nach Platz zwei: "Strecke war gestern sehr komisch" Zweiter wurde Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining, dem 0,036 Sekunden auf die Pole fehlten. Der Österreicher, der in der Meisterschaft Vierter ist, setzt nach Oschersleben seine starke Phase fort. "Super Qualifying", zeigt sich Preining bei ran.de zufrieden. Er habe "kein einfaches Wochenende, weil die Strecke gestern sehr komisch war" und er "große Balance-Probleme" gehabt habe. Manthey habe aber zwischen den zwei Freien Trainings "relativ schnell" eine Lösung gefunden. Manthey will endlich en ersten DTM-Sieg beim Heimspiel auf dem Nürburgring feiern - denn das Porsche-Topteam hat bereits auf allen anderen DTM-Strecken gewonnen. Dennoch orientiert sich Preining, der seinen Rückstand in der Meisterschaft auf 27 Punkte verkürzt, auch nach hinten. "Zuerst müssen wir schauen, dass wir beim Start Zweiter bleiben oder zumindest irgendwo vorne bleiben. Der Weg bis zur ersten Kurve ist sehr lang, das wird schon mal eine Challenge." Danach werde das Reifenmanagement entscheiden: "Der Verschleiß wird sehr hoch sein - und da müssen wir aufpassen." Auer Zweiter, DTM-Leader Engel und Bortolotti mit 20 Kilogramm Auf Platz drei landete Landgraf-Mercedes-Pilot Lucas Auer (+0,078), der damit einen Punkt holt und in der Meisterschaft zum zweitplatzierten Nicki Thiim aufschließt. Der Österreicher bleibt aber wegen den zwei Siegen des Aston-Martin-Piloten Dritter. Vierter wurde Marco Wittmann (+0,105), der bester BMW-Pilot war und seine Chancen im Titelkampf am Leben erhält. Auf Platz fünf liegt McLaren-Pilot Ben Dörr (+0,179), ehe auf Platz sechs DTM-Leader Maro Engel (+0,205) im Winward-Mercedes folgt. Engel, dem der Sieg in Oschersleben wegen der Disqualifikation von Mirko Bortolotti zugesprochen wurde, führt in der Meisterschaft weiter mit 25 Punkten Vorsprung auf Thiim und Auer. Das Grasser-Team hat zwar Berufung angekündigt - beim Samstagsrennen auf dem Nürburgring müssen aber sowohl Engel als auch Bortolotti mit den 20 Kilogramm Erfolgsgewicht starten. Thiim nur auf Platz elf: "So gelaufen wie erwartet" Das wurde so entschieden, damit das Grasser-Team nicht von der Ankündigung der Berufung profitiert, die man theoretisch nach dem Rennen zurückziehen könnte. "Klar, jetzt fahre ich im Rennen mit den 20 Kilo", sagt Engel, der etwas erkältet ist, bei ran.de. "Aus meiner Sicht hätte ich dann natürlich auch gerne die Punkte dafür." Eine Enttäuschung setztes es für Comtoyou-Aston-Martin-Pilot Thiim. Der Däne, der in der Meisterschaft auf Platz zwei liegt, wurde mit 0,318 Sekunden Rückstand Elfter und muss im Rennen aufholen. "Das Qualifying ist so gelaufen wie erwartet", zuckt Thiim, der nach der Dominanz am Norisring bereits in Oschersleben ein enttäuschendes Wochenende hinnehmen musste, bei ran.de mit den Schultern. " Man merkt schon, wo die Reise hingeht." Er hole "das Maximale raus, wie jeder andere, aber man kommt irgendwie nicht ans Tor". Es sei aber noch ein "langer Weg", glaubt er weiter an seine Chance. "Ja, wir träumen weiter." Starke Leistung von Paul-Ersatzmann Engelhart Nicht im Vorderfeld landeten die Lamborghini-Piloten: Abt-Pilot Luca Engstler wurde als Zwölfter mit 0,442 Sekunden Rückstand bester Pilot seiner Marke - 0,010 Sekunden vor Grasser-Lamborghini-Pilot Bortolotti auf Platz 13. Maximilian Pauls Ersatzmann Christian Engelhart, der mit dem Temerario GT3 noch kein Rennen bestritten hat, bot im zweiten Grasser-Lamborghini eine starke Leistung und wurde mit 0,513 Sekunden Rückstand 15. Ford-Piloten verzichten auf schnelle Zeiten In der letzten Startreihe landeten die beiden HRT-Ford-Piloten Finn Wiebelhaus und Arjun Maini mit 12,120 beziehungsweise 42,652 Sekunden Rückstand. Beide Piloten müssen im Rennen wegen eines Verstoßes des HRT-Teams gegen das Testreglement eine Boxen-Durchfahrtstrafe abbüßen, wodurch sie so gut wie chancenlos sind. Dass sie in langsamer Fahrt drei Runden absolvierten, dürfte an Artikel 33.7 im DTM-Reglement liegen. Denn darin heißt es, dass Fahrer, die im Qualifying keine gezeitete Runde fahren, "nur aufgrund einer besonderen Genehmigung durch den Renndirektor am Wertungslauf teilnehmen" dürfen. So haben beide Piloten aber immerhin eine Runde absolviert - und das Team erspart sich den Antrag. Gleichzeitig hat das Team die Reifen so wenig wie möglich beansprucht. Das ergibt Sinn, denn auf dem Nürburgring stehen pro Fahrer für beide Renntage nur drei Reifensätze zur Verfügung.