DTM-Rennen Nürburgring 1: Cairoli feiert dritten Saisonsieg, zwölf Autos im Ziel
(Motorsport-Total.com) - Das springende Pferd war am Samstag auf dem Nürburgring nicht aufzuhalten: Emil-Frey-Ferrari-Pilot Matteo Cairoli feiert in einem verrückten Rennen, im dem nur zwölf Autos überhaupt die Zielflagge (Ergebnis) sehen, seinen dritten Saisonsieg und macht damit auch in der Gesamtwertung einen wichtigen Schritt nach vorne. "Dieser Sieg war wirklich wichtig", freut sich Cairoli, der am Norisring und Oschersleben zwei schlechte Wochenende erlebt hat, im offiziellen DTM-Stream. "Aber heute, ehrlich gesagt, ist es ein Genuss, ein solches Auto zu fahren. Ich habe es wirklich genossen und Spaß gehabt. Ein großes Dankeschön geht an das Team, denn ohne sie wäre ich nicht hier." Hinter dem Ferrari-Piloten, der am Ende einen dominanten Vorsprung von mehr als zehn Sekunden über die Ziellinie bringt, komplettieren Thomas Preining (Manthey-Porsche) als Zweiter und Marco Wittmann (Schubert-BMW) als Dritter das Podium. "Wir sind wirklich zufrieden", jubelt der zweifache DTM-Champion nach der Siegerehrung. Maro Engel trotz Erfolgsgewicht mit starker Leistung "Wir waren schon das ganze Wochenende stark bei der Musik dabei", erinnert Wittmann. "Wir hatten gehofft, dass wir die ersten beiden ein bisschen ärgern können, aber dafür waren sie einfach zu schnell, haben uns eher einen Tick nach hinten orientieren müssen. Für uns war Platz drei heute das Maximum und dementsprechend auch sehr zufrieden." Ben Dörr (Dörr-McLaren) wird Vierter, gefolgt von Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) und Tabellenführer Maro Engel, der in seinem Winward-AMG mit 20 Kilogramm Erfolgsballast aus Oschersleben unterwegs war. Teamkollege Jules Gounon kommt als Siebter über die Ziellinie, allerdings droht dem Franzosen möglicherweise noch eine nachträgliche Strafe. Gounon war nach dem Boxenstopp mit Ricardo Feller kollidiert. Der Manthey-Porsche-Pilot drehte sich von der Strecke und schlug leicht ein, konnte die Fahrt allerdings fortsetzen und am Ende noch den neunten Platz über die Ziellinie bringen. Luca Engstler (Abt-Lamborghini) wird Achter, Bastian Buus (Land-Porsche) komplettiert die Top 10. Startphase mit zahlreichen Zweikämpfen und Ausfällen Matteo Cairoli münzte seine Poleposition beim Start direkt in die Führung um, gefolgt von Preining im "Grello"-Porsche. Dahinter erwischte AMG-Pilot Auer einen enttäuschenden Auftakt: Er musste Dörr und Wittmann ziehen lassen und fiel bereits im Verlauf der ersten Runde vom dritten Startplatz auf den fünften Rang zurück. Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) musste wegen eines offensichtlichen Frühstarts einmal durch die Penalty-Lap und fiel ebenfalls zurück. Nicki Thiim und Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) rodelten im Verlauf der ersten Runde einmal durch das Kiesbett, woraufhin der Italiener sein Auto vorzeitig abstellen musste. "Mirko hatte keinen besonders guten Start, er hatte zwei Kollisionen, bei denen ihn zwei Autos von der Strecke gedrückt haben", erklärte Teamchef Gottfried Grasser im offiziellen DTM-Stream. "Und leider glauben wir, dass der vordere Kühler komplett mit Dreck dicht ist und die Wassertemperatur viel zu stark angestiegen ist, sodass wir abstellen mussten." Kurz danach drehte sich Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) nach einem Schubser von Timo Glock (Dörr-McLaren) von der Strecke. Die Rennleitung nahm den Vorfall unter die Lupe und brummte dem ehemaligen Formel-1-Piloten drei Penalty-Laps auf. Glock stellte seinen McLaren nach dem Absolvieren der Strafe ebenfalls vorzeitig ab. Im Hinterfeld gingen die Duelle unterdessen weiter: Thiim und Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) gerieten im Bereich der Schikane aneinander und schossen beide geradeaus. Für den Youngster war das Rennen anschließend beendet, weil sein Auspuff beschädigt wurde. Thiim musste den Kontakt derweil mit einer Penalty-Lap büßen. McLaren-Pilot Dörr verliert mögliches Podium beim Boxenstopp An der Spitze blieb bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters alles unverändert: Cairoli führte vor Preining und Dörr, während Wittmann seinen vierten Platz gegen Auer verteidigte. Bei der ersten Gelegenheit bogen die beiden Kontrahenten direkt zum Stopp ab. Dahinter reihten sich die weiteren Piloten ein, ohne dass es zu Veränderungen kam. Dörr kam eine Runde später, wobei der Stopp bei der Dörr-Mannschaft nicht ganz reibungslos verlief. Der McLaren-Junior kehrte zwar knapp vor Wittmann auf die Strecke zurück, konnte seine dritte Position gegen den BMW-Piloten jedoch nicht verteidigen. Cairoli kam als letzter Pilot der Spitzengruppe zum Stopp und behauptete die Führung vor Preining und dem neuen Drittplatzierten Wittmann. In der Schlussphase, in der sich dichter Rauch der Eifel-Waldbrände über den Nürburgring legte, blieb an der Spitze alles unverändert. Kelvin van der Linde musste seinen Schubert-BMW mit einem Defekt abstellen. Eine spätere Kollision zwischen Christian Engelhart (Grasser-Lamborghini) und Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) sorgte zudem dafür, dass insgesamt nur zwölf Autos die Zielflagge sahen. Maro Engel verteidigt Tabellenführung in der DTM Arjun Maini und Finn Wiebelhaus hatten bereits nach wenigen Runden Feierabend. Beide Fahrer mussten zu Beginn des Rennens eine Durchfahrtsstrafe absolvieren, weil HRT im Vorfeld des Rennens gegen das Testreglement verstoßen hatte. Weil ein zählbares Ergebnis kaum möglich war, sparte sich das Team die Reifen wohl für den Sonntag. Winward-Mercedes-Pilot Maro Engel verteidigt seine Führung in der DTM-Gesamtwertung, allerdings verkleinert Thomas Preining (Manthey-Porsche) seinen Rückstand auf 17 Punkte. Rennsieger Cairoli liegt nun mit 123 Punkten auf dem fünften Platz und bewahrt damit seine verbliebene Titelchance. "Natürlich will ich die Gelegenheit nutzen, wenn sie sich bietet. Und heute war genau das der Fall", bleibt Cairoli optimistisch. "Ich bin also sehr froh. Morgen haben wir eine weitere Chance, und da möchte ich natürlich ebenfalls ein wichtiges Ergebnis einfahren."