Dua Lipa töpfert, Cristiano Ronaldo geht - und Désirée Nick zieht sich aus!
50 Cent überrascht mit einer Namensbeichte, Dua Lipa versucht sich am Töpfern und Désirée Nick will kurz vor ihrem 70. Geburtstag noch einmal für den "Playboy" posieren. Währenddessen deutet Cristiano Ronaldo das Ende seiner Fußballkarriere an. Eine Kolumne Diese Kolumne stellt die Sicht von Marie von den Benken dar. Informiere dich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht. Es gibt Wochen, in denen die Prominenz den Eindruck erweckt, sie habe sich kollektiv vorgenommen, uns normalsterblichen 08/15-Langweilern zu zeigen, weshalb Ruhm nicht zwangsläufig mit irgendwie nachvollziehbaren Verhaltensmustern einhergeht. Die vergangene gehörte zweifellos dazu. Cristiano Ronaldo kündigt seinen Abschied vom Fußball an, Désirée Nick ihren nächsten "Playboy"-Auftritt, Johnny Depp seine Rückkehr als Jack Sparrow und Dua Lipa ihre Karriere als Töpferin. Zur totalen Celebrity-Verwirrung hätte diese Woche nur noch gefehlt, dass Taylor Swift verkündet, künftig als Busfahrerin im Ruhrgebiet arbeiten zu wollen. Einfach mal raus aus dem Platin-Käfig und der Geldadel-Bubble und hin zu den echten Menschen. Aber mal der Reihe nach. Beginnen wir mit den News, die den internationalen Musikmarkt in seinen Grundfesten erschüttert. Rapper 50 Cent, bürgerlich Curtis Jackson, hat verraten, einst ernsthaft erwogen zu haben, einen ganz anderen Künstlernamen zu benutzen. Mein 400-köpfiges VIP-Rechercheteam hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit herausgefunden, dass es sich dabei vermutlich um den Namen "210 Promille" handeln sollte. 50 Cents Plattenfirma soll sich aber aus Imagegründen gegen Authentizität und für Bling-Bling entschieden haben. Eine dieser kleinen Entscheidungen, an denen man erkennt, wie fragil Weltgeschichte ist. Stellen Sie sich vor, Barack Obama wäre 2008 mit dem Wahlkampfsong "In Da Club" auf die Bühne gekommen, und der Sprecher hätte angekündigt: "Ladies and Gentlemen - 210 Promille!" Eminem hätte statt 50 Cent also womöglich einen Rapper gefördert, der per Alkoholiker-Gerüchteküche den späteren Jahrhundertpräsidenten verhindert hätte. "Get Rich or Die Tryin’" wäre vermutlich als "Get Rich or Take a Break at Betty Ford Clinic" erschienen. Und spätestens bei "Candy Shop" hätte niemand mehr seriös einordnen können, ob "210 Promille" tatsächlich Gangsta-Rapper ist – oder doch eine Guerilla-Marketing-Aktion der Spirituosen-Industrie. A-Team los durch die Nacht Immerhin eröffnet diese Schlagzeile ganz neue Enthüllungs-Perspektiven für den deutschen Musikmarkt. Wer weiß. Vielleicht heißt Bushido eigentlich Honigschnute. Haftbefehl wurde im Kindergarten nur Nasenbär genannt. Und hinter Helene Fischer steckt womöglich eine Frau, die ihre Karriere um ein Haar als Atema Lohs begonnen hätte. Na ja, Kunst ist letztlich auch nur M&M: Marketing und Manipulation. Apropos Manipulation. Diese Woche wurde live im TV nachgewiesen, dass Hypnose tatsächlich funktioniert. Mentalist Timon Krause versetzte den glühenden Schalke-Fan und Sat.1-Moderator Matthias Killing in Trance und verwandelte ihn vor laufender Kamera in einen Anhänger von Erzfeind Borussia Dortmund. Killing trug anschließend einen BVB-Schal, bezeichnete Dortmund als seinen Lieblingsverein und sprach von "meinem BVB". Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Der bereits vor einigen Monaten heimlich von CDU/CSU, SPD, den Gründen und der FDP gegründete Verein "ALOV - AfD loswerden ohne Verbot e.V" soll Timon Krause bereits einen höheren zweistelligen Millionenbetrag als Honorar zur Verfügung gestellt haben, wenn er seine spektakuläre Begabung dafür einsetzt, in einer flächendeckenden Massenhypnose aus AfD-Wählern Menschen zu machen, die fortan nur noch mit dem Mantra "Ich liebe die Altparteien" durch ihr Leben gehen. Angewandte Demokratie halt. Ich mag die Vasen von Dua Lipa als meine Der Schalke-Kontext darf dabei allerdings nicht unterschätzt werden. Rund um die größte Turnhalle der Welt haben Fans in den vergangenen Jahren bereits Trainer, Vorstände, Spieler, Aufsichtsräte, Sonnenkönige, Wichtigtuer, Abzocker, Sportdirektoren und ungefähr 58 Neuanfänge erlebt. Wenn jetzt auch noch herauskommt, dass die Schalke-Vereinsliebe per Hypnose deaktivierbar ist, stehen am nächsten Wochenende vermutlich 60.000 Menschen vor Krauses Haus und skandieren "Timon, wir wissen, wo dein Auto steht, fahr Bus und Bahn, fahr Bus und Bahn!" Wesentlich bodenständiger und damit fandrohungsneutraler geht Dua Lipa mit ihrer Freizeit um. Die Sängerin hat ein neues Hobby entdeckt, für das kein Schalke-Fan ihre Villa belagern wird: Töpfern. Allerdings auch niemand anders, denn Töpfern versprüht ungefähr die Sexyness eines Til Schweiger, der volltrunken seine Interpretation von "Alle meine Entchen" vorträgt. Auf Englisch. Übersetzt von Lothar Matthäus. Bei Dua Lipa ist aber auch pure Langeweile Lifestyle. Und selbstverständlich sieht sogar Töpfern bei ihr so aus, als hätte Louis Vuitton gerade eine Kampagne für Tonkrüge gestartet. Und mal unter uns: Töpfern ist immer noch das deutlich unproblematischere Entspannungsritual für Dua Lipa. Bisher hat sie sich ja in ihrer Freizeit zumeist antisemitischen Verschwörungstheorien gewidmet. Wenn sie zukünftig darauf verzichtet, stelle sogar ich mir eine Dua-Lipa-Tonfigur in die Diele. Win-win. Denn wenn ich töpfere, entsteht ein Aschenbecher, obwohl ich eine Salatschüssel formen wollte. Wenn Dua Lipa töpfert, heißt das Ergebnis vermutlich "The Callum Organic Mediterranean Bowl No. 1" und wird demnächst für 112.880 Euro pro Stück bei Sotheby's versteigert. Ignoriert ihr ruhig Religion, ich Bethmann Wobei Töpfern auch eine kluge Vorbereitung auf das Leben nach der Karriere ist. Andere Stars setzen auf deutlich ungewöhnlichere Geschäftsmodelle. Tina Ruland etwa erklärte, sie denke angesichts ausbleibender Schauspielrollen darüber nach, künftig Fotos ihrer Füße zu verkaufen. Also, nicht physisch, sondern eher als Fetisch-Material. Eine Plattform wie OnlyFans könne sie sich dafür vorstellen. Ihre bemerkenswerte Begründung: lieber schöne Füße als sinnlose Rabattcodes. Wobei eine repräsentative Umfrage von mir bei meinen 12- und 16-jährigen Cousins ergeben hat, dass auch Céline Bethmann, Pamela Reif oder Caro Daur jederzeit erfolgreich Bilder ihrer Füße bei OnlyFans vermarkten könnten. Beides schließt sich also gegenseitig keinesfalls aus. Und es soll ja gut sein, einem Geschäftsmodell nachzugehen, das von mehreren Säulen getragen wird. Das eigentlich Faszinierende an der füßelnden Ruland ist ohnehin, wie konsequent sich der Arbeitsmarkt für deutsche Prominente verändert. Früher galt die Karriereleiter: Schauspielschule, Theaterbühne, Fernsehen, Kino. Heute lautet sie: Fernsehen, Reality-TV, Dschungelcamp, Podcast, Dating-App-Kooperation, Fuß-Fotos. Wer ganz unten angekommen ist, bekommt sogar noch eine eigene Doku, in der er ziemlich viele Drogen nimmt, um auch mal auf der Titelseite der "Bild" zu landen. Nick doch mal! Auch Désirée Nick hat die Zeichen der Zeit erkannt. Wobei "erkannt" bei Nick vermutlich das falsche Wort ist. Sie hat die Zeichen der Zeit eher persönlich in ein Reality-Format auf eine exotische Insel einbestellt, dort dann hysterisch ihren Koffer die Treppen runtergeworfen, sie zur Schnecke gemacht und anschließend zu einem Fototermin bestellt. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag will sie jedenfalls für den deutschen "Playboy" posieren. Die eigene Bewertung ihres aktuellen körperlichen Zustands ist dabei erfreulich frei von jener falschen Bescheidenheit, unter der Nick seit Jahrzehnten leidet: Sie habe nie besser ausgesehen als heute. Das Wunderbare an Désirée Nick: Bei jeder anderen 69-Jährigen würde man reflexartig einen feuilletonistischen Absatz über Ageism, weibliche Selbstbestimmung und gesellschaftliche Schönheitsnormen formulieren. Bei Nick weiß man hingegen: Sie macht das in erster Linie, weil jemand anderes gerade viel mediale Aufmerksamkeit bekommt. Wobei ich es immer ausdrücklich begrüße, statt von abgehalfterten D-Promis mit Namen wie aus schlecht plagiierten Girlgroup-Konzepten lieber von Désirée Nick unterhalten zu werden. Insgesamt finde ich, Nick und auch Julian F.M. Stoeckl sollten per Rundfunkstaatsvertrag-Modifikation zukünftig verpflichtend an jedem Entertainment-Format teilnehmen. "Wetten, dass ..?", Fußball-Bundesliga, "Wer wird Millionär?" oder GNTM: Es gibt wohl kein quotenrelevantes Format, das durch das Außenreporterduo Nick/Stoeckl nicht profitieren würde. Désirée Nick hatte diese Woche ohnehin einen Lauf. Sie erklärte, wie Erotik in der DDR funktioniert hat. Wobei der Satz "Désirée Nick erklärt Erotik in der DDR" bereits eine jener Formulierung ist, bei denen man das Internet eigentlich für den Rest des Tages deaktivieren sollte. Vor allem die Bildersuch-Funktion. Man muss sich ohnehin langsam fragen, welche deutsche Institution Désirée Nick noch nicht kommentiert hat. Bundesverfassungsgericht? Agrarsubventionen? Quantenphysik? Sollte irgendwann außerirdisches Leben auf der Erde landen, wird RTL vermutlich zuerst Désirée Nick zuschalten und fragen, ob die Aliens besser Deutsch sprechen als Claudia Obert. Bye, bye, Chris Tall Während Nicks Karriere also im Prinzip noch mal so richtig durchstartet, plant Cristiano Ronaldo offenbar den letzten Abschnitt seiner professionellen Torejagd in gegnerischen Strafräumen. Der inzwischen 41-Jährige deutete an, dass die kommende Saison wahrscheinlich seine letzte als Profifußballer sein werde. Nach mehr als 20 Jahren an der Weltspitze wolle er ein spektakuläres Vermächtnis hinterlassen. Wobei ich davon ausgehe, dass er den Howard Carpendale macht: 12-mal das endgültige Karriereende ankündigen, dick bei der Abschiedstour abkassieren, ein Jahr später wieder auf der Matte stehen. Und er hat ja auch noch nie bei Paris St. Germain gespielt. Empfehlungen der Redaktion Detlef Soost spricht über seinen Tiefpunkt Georgina Rodriguez trug Hochzeitsschmuck für 50 Millionen Dollar Andre Agassi sorgt mit Instagram-Beitrag für Begeisterung Und dann war da noch Jörg Knör. Der Entertainer und Stimmenimitator kündigte an, Ende 2026 seine Bühnenkarriere zu beenden. Seine Begründung ist fast philosophisch: Er erlebe nichts Neues mehr und wolle aufhören, bevor die Routine ihn selbst langweilt. Ein Gedanke, der in der deutschen Unterhaltungsindustrie revolutionär wirkt. Aufhören, weil man nichts Neues mehr erlebt? Wenn dieses Prinzip Schule macht, verlieren wir bis Weihnachten 93 Prozent der deutschen Comedians. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus sieben Tagen PNA (Prominenten-Neuigkeiten-Analyse): Wirklich vorbei ist im Showgeschäft nie etwas. Irgendwann kommt alles zurück. Jack Sparrow. Desirée Nick. Cristiano Ronaldo vermutlich auch. Und wenn wirklich einmal niemand mehr weiß, wie man eine alte Karriere reanimieren soll, gibt es dafür jetzt Timon Krause: "Ihr seid jetzt alle wieder Tina-Ruland-Fans!"