Duell Schulze-Siegmund zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: So lief es!
Halle (Saale). – Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag haben sich die Spitzenkandidaten von CDU und AfD, Sven Schulze und Ulrich Siegmund, am Mittwoch, einen harten Schlagabtausch geliefert. Beide trafen in einem Duell bei Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme in Halle aufeinander.
🔍 Lesen Sie auch: Faktencheck zum Duell Schulze gegen Siegmund
Schulze und Siegmund stellten sich den Fragen von MZ-Landtagskorrespondent Hagen Eichler und dem stellvertretenden Chefredakteur der Volksstimme Michael Bock. Einen Schwerpunkt nahmen auch Fragen von Leserinnen und Lesern von MZ und Volksstimme ein.
📊 Abstimmung: Schulze gegen Siegmund live: Wer war der Sieger in diesem Duell?
Sven Schulze und Ulrich Siegmund stritten vor allem über Migration, Wirtschaft, Bildung und die Frage, wie Sachsen-Anhalt künftig regiert werden soll.
📩 Kennen Sie schon unseren täglichen Politik-Newsletter?: Update Sachsen-Anhalt hier abonnieren
Gleich zu Beginn des Duells wurden die Unterschiede deutlich. Siegmund kündigte für den Fall eines Wahlsiegs einen grundlegenden Kurswechsel in der Landespolitik an und stellte Migration, innere Sicherheit und Bürokratieabbau in den Mittelpunkt. Schulze warb dagegen mit seiner bisherigen Regierungsarbeit und betonte, Ministerpräsident für alle Bürger sein zu wollen.
Ausführlich diskutierten beide Politiker über den Fachkräftemangel. Während Schulze auf Arbeitsmigration und die Gewinnung qualifizierter Zuwanderer setzte, bezeichnete Siegmund dies nicht als langfristige Lösung. Die AfD wolle vielmehr deutsche Fachkräfte zurückholen, Verwaltung abbauen und die Ausbildung im Land stärken.
Lesen Sie auch: Hier sehen Sie das Duell noch einmal in voller Länge
Besonders kontrovers verlief die Debatte um die AfD-Formulierung von „kulturfremden Fachkräften“. Schulze kritisierte den Begriff als ausgrenzend und verwies auf den hohen Anteil ausländischer Ärzte und Pflegekräfte. Siegmund erklärte, entscheidend seien Integration, Sprache und gemeinsame Werte.
Beim Thema Migration verteidigte Siegmund seine Forderung, konsequent abzuschieben. Ziel sei es, vor allem ausreisepflichtige Personen schneller außer Landes zu bringen und Anreize für illegale Migration abzubauen.
🎧 Unser Podcast blickt auf die wichtigen Themen im Land?: Jetzt reinhören bei „2,1 Millionen“
Schulze verwies auf sinkende Zugangszahlen, verschärfte Grenzkontrollen und den Bau einer Abschiebehaftanstalt in Sachsen-Anhalt. Beide waren sich einig, dass rückführbare Personen das Land verlassen müssen, stritten jedoch über Tempo und Umsetzung.
Auch die Bildungspolitik sorgte für heftige Auseinandersetzungen. Schulze verteidigte den Kurs der Landesregierung beim Kampf gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall. Siegmund forderte ein dreigliedriges Schulsystem, mehr Leistungsorientierung und stärkere Handlungsmöglichkeiten für Lehrer bei Gewaltproblemen an Schulen.
In der Finanzpolitik warf Schulze der AfD vor, kostspielige Versprechen ohne ausreichende Gegenfinanzierung zu machen. Siegmund hielt dagegen und kündigte Einsparungen bei Verwaltung, Migration und Förderprogrammen an. Sein Regierungsprogramm verstehe er als langfristigen Plan für Sachsen-Anhalt.
Mit Blick auf die Regierungsbildung nach der Wahl bekräftigte Siegmund sein Ziel einer AfD-Alleinregierung. Siegmund kündigte an, bei einer fehlenden Mehrheit im Landtag sich nicht zur Wahl des Ministerpräsidenten zu stellen. Schulze schloss Minister von AfD und Linken in einer von ihm geführten Regierung erneut aus und warb für politische Kompromissfähigkeit.
Kontrovers wurde in dem Duell auch über die Briefwahl diskutiert. Siegmund forderte, die Briefwahl wieder stärker auf Ausnahmefälle zu beschränken. Er verwies auf bekannt gewordene Fälle fehlerhaft versandter Briefwahlunterlagen in Halle und Magdeburg sowie auf einen früheren Falll von Wahlfälschung und warnte vor Missbrauchsmöglichkeiten.
Schulze widersprach entschieden. Er betonte, dass die zuständigen Wahlbehörden Unregelmäßigkeiten aufgeklärt hätten und keine Hinweise auf systematischen Wahlbetrug vorlägen. Mit Blick auf die hohe Zahl von bereits beantragten Briefwahlunterlagen warnte der CDU-Politiker davor, das Vertrauen in den Wahlprozess ohne Belege zu beschädigen.