DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones 0,00 % 53.459,39 Pkt 21:48:23 S&P 500 -0,47 % 7.708,47 Pkt 21:48:24 Nasdaq -1,21 % 26.321,32 Pkt 21:48:22 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +4,51 % 4.562,90 USD 21:38:22 Silber +3,82 % 66,39 USD 21:38:12 Brent +0,20 % 91,20 USD 21:37:58 WTI -1,13 % 83,98 USD 21:38:14 Bitcoin +5,72 % 68.379,12 USD 21:48:21 EUR/USD +0,79 % 1,16750 USD 21:47:53 EUR/GBP +0,36 % 0,85790 GBP 21:48:16 EUR/CHF -0,82 % 0,93120 CHF 21:48:24 EUR/JPY +0,12 % 184,748 JPY 21:48:23

„Dumme Befehle“: Russland kann Verluste an Ukraine-Front nicht mehr ausgleichen

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Startseite Politik „Dumme Befehle“: Russland kann Verluste an Ukraine-Front nicht mehr ausgleichen Von: Christoph Gschoßmann Uns auf Google folgen Ein verzweifelter russischer Kriegsveteran landet mit einem Hilferuf an Kremlchef Wladimir Putin einen viralen Hit – und dann im Gefängnis. Moskau – Der Frust über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist greifbar: Am 25. Juni 2026 veröffentlichte Alexander Lunin, russischer Kriegsveteran und ehemaliger Aufklärungskommandeur im Freiwilligenbataillon Sudoplatov, ein Video auf Instagram – und traf einen Nerv. In Kampfuniform wandte er sich direkt an Wladimir Putin: „Gerade jetzt verrotten Dutzende – Hunderte, Tausende – unserer Soldaten in Gruben, hineingeworfen von ihren eigenen Kommandeuren. Sie sitzen dort und verrotten, werden gefoltert und misshandelt von dem, was ihre eigenen Kameraden die ‚Gestapo‘ nennen. Warum? Weil sie sich geweigert haben, idiotischen, selbstmörderischen Befehlen zu folgen.“ Innerhalb weniger Stunden sammelte das Video mehr als zehn Millionen Aufrufe. Laut Meduza drohte Lunin mit einem bewaffneten Aufstand, falls Wladimir Putin ihm kein Live-Gespräch gewähre. Kreml-Sprecher Dmitry Peskov reagierte ausweichend: Man werde das Video prüfen, die Formulierungen klängen aber „seltsam“, so Radio Free Europe. 1.407.150 Tote im Ukraine-Krieg – und kein Nachschub Statt einer Antwort aus dem Kreml kam ein Anruf von Vitaly Borodin – Chef der pro-Kreml-NGO „Föderales Projekt für Sicherheit und Korruptionsbekämpfung“, bekannt für Denunziationen gegen Kulturschaffende und Oppositionelle. Borodin lud Lunin nach Moskau ein. Während Lunin zum Treffen reiste, durchsuchte die Polizei laut Novaya Gazeta Europe seine Wohnung in Lisinowka und beschlagnahmte alle elektronischen Geräte. Am 27. Juni wurde Lunin verhaftet – wegen „Zurschaustellung extremistischer Symbole“. Ein Gericht in der Region Woronesch verurteilte ihn zu elf Tagen Haft. Ob das Video inszeniert war, ist nicht belegt. Die Reaktion des Kremls spricht eher dagegen. Es gibt keine unabhängige Überprüfung, ob es sich bei Lunin wirklich um einen Kriegsveteranen handelt. Dass Lunins Vorwürfe auf fruchtbaren Boden fallen, zeigen die nüchternen Zahlen: Am 3. Juli 2026 meldete der ukrainische Generalstab allein für den Vortag 1.250 russische Soldaten als getötet oder verwundet. Seit Kriegsbeginn summieren sich die Verluste laut Ukrainska Pravda auf rund 1.407.150 – dazu über 12.000 zerstörte Panzer und 45.000 Artilleriesysteme. Das Problem: Russland findet kaum noch Ersatz. Laut Kyiv Post, die sich auf den unabhängigen russischen Investigativdienst Verstka stützt, schickte Moskau im April und Mai 2026 jeweils rund 1.000 Soldaten weniger an die Front als im Vorjahr. Eine Quelle aus Moskaus Stadtverwaltung sagte gegenüber dem russischen Exilmedium Verstka: „Die Leute melden sich in kleiner Zahl, und motivierte Rekruten sind noch seltener.“ Forscher Janis Kluge vom Deutschen Institut für Internationale und Sicherheitspolitik schätzt, dass im ersten Quartal 2026 täglich nur noch 800 bis 1.000 Verträge unterzeichnet wurden – rund 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Russland im Ukraine-Krieg: Front stagniert, Kosten explodieren Das ISW zieht eine vernichtende Bilanz der russischen Juni-Offensive im Ukraine-Krieg: Nur 30 Quadratkilometer Geländegewinn – bei 39.490 Verlusten. Das entspricht 1.298 Toten oder Verwundeten pro Quadratkilometer, gegenüber 68 im Juni 2025, so das ISW vom 1. Juli 2026. Russische Einheiten operieren teils mit nur 30 bis 40 Prozent ihrer Sollstärke, berichten Soldaten gegenüber Verstka. Gleichzeitig verdoppelten sich die Ausgaben für Rekrutierungsprämien auf 802 Millionen Rubel monatlich – ohne dass die Lücke geschlossen werden konnte.

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