Durchmarsch gestoppt – Grüne ändern Situation
Startseite Politik AfD-Durchmarsch bei Wahl in Sachsen-Anhalt gestoppt? Wie die Grünen die Verhältnisse ändern Von: Katja Thorwarth Uns auf Google folgen Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wird mit Spannung erwartet. Die Machtverhältnisse hängen vom Einzug der Grünen ab – und vom Nichteinzug des BSW. Magdeburg – Zum offiziellen Wahlkampfauftakt für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gab man sich bei der dort als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuften AfD siegessicher: „Gemeinsam werden wir in Sachsen-Anhalt die erste AfD-Landesregierung möglich machen!“, schrieb etwa Parteichefin Alice Weidel auf X. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wähnt sich vermutlich schon auf dem Ministerposten; ein Sofortprogramm für die ersten 100 Regierungstage hat er bereits vorgestellt. Doch dem von der AfD erhofften Durchmarsch könnte eine Partei im Weg stehen: die Grünen. Für die Rechten wäre das der Worst Case, ist doch die Ökopartei eines ihrer erklärten Feindbilder. Aber eine aktuelle Umfrage zeigt es: Im „Sachsen-AnhaltTREND“ von Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR, Magdeburger Volksstimme und Mitteldeutscher Zeitung kommt zwar die AfD unverändert auf 41 Prozent – nur schaffen es die Grünen mit 5 Prozent in den Landtag. Bei diesen Werten wäre AfD-Ministerpräsident vom Tisch Die Rechnung ist einfach. Die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze verliert zwei Prozentpunkte und kommt nur noch auf 24 Prozent, dafür gewinnt die Linke mit 13 Prozent einen Punkt hinzu, ebenso wie die Grünen. Die SPD stabilisiert sich in dieser Erhebung mit 7 Prozent, woran man einmal mehr sieht, wie stark Ergebnisse auch vom Institut abhängen – bei Insa schaffte die SPD eine Woche vorher gerade einmal 5. Das bedeutet, dass die AfD-Opposition eine Partei mehr im Landtag hätte, wobei die CDU auf die Linke angewiesen wäre. Ein weiterer Punkt ist, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hier nach wie vor mit 4 Prozent draußen ist – und die Wagenknecht-Partei mehrfach formulierte, einer Koalition allein zur AfD-Verhinderung nicht beizutreten. Siegmund als erster AfD-Ministerpräsident wäre vom Tisch. Übrigens: Die noch mitregierende FDP wird wegen ihrer niedrigen Werte den „Sonstigen“ zugeordnet. SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann erklärte zu den Umfrageergebnissen: „Das ist für uns ein Fundament, das wir in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl weiter ausbauen wollen.“ Er ergänzte: „Eine stabile Regierung aus der demokratischen Mitte wird es in Sachsen-Anhalt nur mit einer starken SPD geben. Dafür werden wir bis zum Wahltag um jede Stimme kämpfen.“ Grüne und Linke zufrieden mit neustem Ergebnis vor Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt Für die Grünen seien die neuen Umfragewerte Antrieb und Motivationsschub, sagte der Bundesvorsitzende Felix Banaszak. „Je mehr Parteien in den Landtag einziehen, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, desto unwahrscheinlicher ist, dass Regierungsmacht und damit der Zugriff auf Polizei, Justiz und Schule an die AfD übertragen wird“, erklärte er. „Wir werden alles daransetzen, dass rechte Politik keine Wirkung hat“, betonte Linken-Politikerin Eva von Angern. Auch ihre Partei zeigte sich zufrieden mit den neuesten Umfragewerten. (Quellen: dpa, eigene Recherche) (ktho)