Düsseldorf: Messer-Razzia der Polizei am Freitabend in der Altstadt
Großeinsatz für die Polizei am Freitagabend in der Düsseldorfer Altstadt: Mit gezielten Kontrollen an den Eingängen der Partymeile machten die Beamten Jagd auf alle, die nicht nur zum friedlichen Feiern gekommen waren. Wer zum Beispiel aus der U-Bahn-Haltestation „Heinrich-Heine-Allee“ auf den Bolker Stern treten wollte, fand sich plötzlich in einer komplett abgeriegelten Kontrollstation wieder. Lautsprecherdurchsagen auf Deutsch und Englisch teilten die Massen auf. Rund 200 Beamte waren im Einsatz, um die anrückenden Nachtschwärmer zu durchsuchen. Polizisten postierten sich auch an weiteren Zugangsstraßen zur Altstadt und führten Personenkontrollen durch. Bei konkreten Verdachtsfällen ging es in extra aufgebaute Durchsuchungszelte. Allein in der Altstadt wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag rund 10.600 Personen kontrolliert. Die Beamten fanden: Messer, Reizgas und Drogen. Vor allem aber setzten sie ein Zeichen, dass man entschlossen ist, die Waffenverbotszone in der Düsseldorfer Altstadt durchzusetzen. Es ist nicht die erste Aktion dieser Art. Polizeisprecher Daniel Damman stellte aber auch klar: Der weitaus überwiegende Teil möchte in der Düsseldorfer Altstadt einfach eine gute Zeit haben. „Wir finden bei unter einem Prozent der Kontrollierten verbotene Gegenstände“, sagte er. Dabei merke man aber durchaus, dass die Kontrollen im Zusammenspiel mit den weiteren Maßnahmen zur Sicherheit in der Altstadt Wirkung zeigen. „Vor einigen Jahren haben wir noch doppelt so viel gefunden“, sagte der Sprecher. Bei den Kontrollen, die bis in die frühen Morgenstunden andauerten, fanden die Beamten insgesamt sieben Messer, zwei Schlagringe, einen Schlagstock und zwei Pfeffersprays. Sie fertigten entsprechende Ordnungswidrigkeiten- und Strafanzeigen an. Auch Kokain und weiteres Rauschgift in Form bunter Pillen wurde sichergestellt. Am Rande der Kontrollstelle schritt die Polizei bei einer Schlägerei ein. Ein Jugendlicher hatte sich mit einer Frau geprügelt. Bei der Ingewahrsamnahme leistete der 15-Jährige Widerstand, unter anderem bespuckte er einen der Polizisten. Die Beamten zogen ihm eine Spuckhaube auf und nahmen ihn mit zur Wache. Innenminister Herbert Reul (CDU) machte sich vor Ort ein Bild der Lage. „Jedes gefundene Messer ist ein Messer, mit dem man erstochen werden kann“, sagte er. Tatsächlich befanden sich schon am frühen Abend Stichwaffen in der Asservatenkammer, bei denen man sich fragen muss: Warum nimmt jemand so etwas mit in die Altstadt? Reul dankte den Einsatzkräften: Es brauche „eine wahnsinnige Ausdauer“ und immer wiederkehrende Maßnahmen, um die Sicherheit für alle Besucher zu gewährleisten. Das erkannte man auch an den Reaktionen der Kontrollierten am Freitagabend. „Natürlich sind manche genervt, wenn sie sich jetzt durchsuchen lassen müssen. Aber viele bedanken sich auch bei uns, dass wir für ihre Sicherheit sorgen“, sagte der Polizeisprecher. Der Einsatzleiter der Kontrollaktion, Polizeirat Robin Schmidt, zeigte sich mit dem Einsatz zufrieden: „Jede Waffe, die nicht in die Altstadt gelangt, macht das Feiern sicherer. Die Waffen- und Messerverbotszone ist ein wichtiger Bestandteil des Maßnahmenkomplexes, mit dem wir als Düsseldorfer Polizei der Messergewalt begegnen.“ Innenminister Reul hielt es derweil nicht nur bei der Kontrollstation am Bolker Stern. Nach 22 Uhr zog er, eskortiert von Polizei und Personenschutz, durch die Straßen der Altstadt, um mit eingesetzten Beamten zu sprechen. Es ging über die Flinger Straße in Richtung Uerige und anschließend am Rhein entlang, ehe der Weg über die Bolkerstraße zurück zu der Kontrollstation führte. Dabei machte der Innenminister noch einen Abstecher zum Weinsommer auf dem Burgplatz. „Hier ist ausgelassene Stimmung, die Leute fühlen sich wohl und sicher“, sagte er. Für den Tross wurde der Kurzbesuch auf dem Weinfest eher zur Geduldsprobe: Die Menschen erkannten den Innenminister, fragten nach einem Selfie, luden ihn an ihren Tisch ein. Am Stand von Weingut Holger Schmitt aus Rheinland-Pfalz gab es noch ein Glas halbtrockenen Sommercuvée. Ob jemand Autogrammkarten dabei hat, fragte jemand augenzwinkernd. „Hier wird es heute Abend ruhig bleiben, da bin ich relativ sicher“, sagte Reul. Wie es überhaupt insgesamt ein relativ ruhiger Abend in der Altstadt war. „Die Aktionen sind notwendig und die Polizei macht sie immer wieder“, sagte der Innenminister. „Und ein Polizist hat mir gesagt: Wenn wir kein Messer finden, dann ist das doch auch ein gutes Zeichen dafür, dass sie es gelernt haben.“