Dutzende Tote nach schwerem Erdbeben in Indonesien
Zuvor hatten Rettungskräfte allein in der Hafenstadt Maumere auf Flores 20 Tote und sechs Verletzte geborgen. Zwei weitere Menschen seien dort noch unter Trümmern eingeschlossen, sagte der Leiter der städtischen Rettungsbehörde, Fathur Rahman. Suharyanto zufolge waren in den betroffenen Gebieten noch weitere Menschen in Gebäuden eingeschlossen. Zudem blockierten Erdrutsche mehrere Straßen. Die Region Nagekeo, die dem Epizentrum am nächsten liegt, konnten die Rettungsmannschaften einem Sprecher zufolge zunächst nicht erreichen. Der Gouverneur der Provinz Ost-Nusa Tenggara, Emanuel Melkiades Laka Lena, sagte, mindestens fünf Menschen seien im Schlaf von einstürzenden Trümmern erschlagen worden. Ein von der Nachrichtenagentur Reuters verifiziertes Video auf Facebook zeigte, wie Teile eines Gebäudes in Maumere einstürzten, während Menschen schreiend auf die Straße liefen. „Das Beben war gewaltig, der Stoß war so stark“, sagte die 51-jährige Anwohnerin Nona. „Wir waren 13 Personen im Haus und sind alle gerannt, um uns zu retten.“ Starke Erschütterungen waren in mehreren Provinzen zu spüren und dauerten nach Angaben von Anwohnern etwa eine Minute an. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von rund 10 Kilometern, etwa 70 Kilometer nordwestlich des Ortes Ende im Zentrum der Insel. Indonesische Behörden gaben auch eine Tsunami-Warnung aus, die später wieder aufgehoben wurde. USGS zufolge leben in dem Bereich, der schwere Erschütterungen erlebte, rund 1,5 Millionen Menschen. Die Insel Flores gehört zur indonesischen Provinz Ost-Nusa-Tenggara. Der Westen der Insel mit der Stadt Labuan Bajo ist ein bei Touristen beliebtes Ziel, vor allem als Basis für Ausflüge zum Tauchen, Schnorcheln und für Besuche im Komodo-Nationalpark. Dort leben die Komodowarane – Echsen, die gut zwei Meter lang werden können. Das Zentrum der Insel rund um Ende, rund 300 Kilometer weiter östlich, gilt hingegen als eher abgeschieden und touristisch kaum erschlossen. Auch in der Provinz West-Nusa Tenggara und in Teilen von Süd-Sulawesi bebte die Erde. Wenige Stunden später bebte die Erde erneut in Indonesien. In der Provinz Nord-Sumatra sei ein Beben der Stärke 6,8 in einer Tiefe von 168 Kilometern verzeichnet worden, teilte das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung GFZ in Potsdam mit. Flores ist eine der mehr als 17 000 Inseln des Staats in Südostasien. In der geologisch aktivsten Zone der Erde, dem sogenannten Pazifischen Feuerring, kommt es regelmäßig zu Beben und Vulkanausbrüchen.