E-Autos in Hamburg: SPD und Grüne fordern Verbot von künstlichem Motorlärm
Stand: 13.09.2026 13:54 Uhr
SPD und Grüne in Hamburg fordern ein Verbot von künstlichem Motorlärm bei E-Autos. Mit einer Bundesratsinitiative wollen sie Hersteller verpflichten, auf zusätzliche Soundgeneratoren zu verzichten.
Bei niedrigem Tempo machen E-Autos fast gar keine Geräusche. Deshalb ist seit fünf Jahren ein künstlicher Motorsound vorgeschrieben, um Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrerinnen und Radfahrer zu warnen.
Ziel: Weniger Lärm im Straßenverkehr
Manche Hersteller wie VW oder Porsche gehen aber darüber hinaus: Sie bieten Systeme, die auch bei hohem Tempo ein emotionales Sounderlebnis bieten sollen und zum Beispiel den Klang eines Verbrenner-Sportwagens imitieren. Das macht einen wesentlichen Vorteil der E-Mobilität zunichte, findet die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Rosa Domm. Denn Hamburg verfolge das Ziel, die Lärmbelastung im Straßenverkehr zu senken.
Notwendige Warngeräusche sollen bleiben
Zustimmung erhält sie von der SPD: Gerade in einer dicht besiedelten Stadt sei es ein Gewinn, wenn der Umstieg auf Elektromobilität auch für weniger Lärm auf den Straßen sorge, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ole Thorben Buschhüter. Es brauche keinen künstlichen Motorsound, der allein den Charakter eines Verbrenners nachahmen solle. "Diesen unnötigen Lärm wollen wir bundesweit unterbinden", so Buschhüter. Die notwendigen Warngeräusche bei niedrigen Geschwindigkeiten stünden aber nicht zur Diskussion, da sie der Sicherheit dienten.
Viele Menschen im Schlaf gestört
Laut Umweltbehörde sind mehr als 140.000 Menschen in Hamburg durch Straßenlärm stark belästigt oder im Schlaf gestört. Deshalb soll Hamburg sich beim Bund dafür einsetzen, dass E-Auto-Hersteller künftig keine zusätzlichen, lauten Geräusche einbauen dürfen. Am Mittwoch soll die Bürgerschaft über den Antrag von SPD und Grünen entscheiden.